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So will Dresden das Parken am Schillerplatz vereinfachen

Nach dem ersten Runden Tisch mit Anwohnern und Händlern gibt es nun einen Zeitplan für konkrete Maßnahmen. Ergebnisse einer Befragung überraschen.

Das Parken rund um den Schillerplatz ist nach dem Wegfall der Plätze an der Elbe komplizierter geworden. Nun will die Stadt gegensteuern.
Das Parken rund um den Schillerplatz ist nach dem Wegfall der Plätze an der Elbe komplizierter geworden. Nun will die Stadt gegensteuern. © Sven Ellger

Dresden. Emotionale Ausbrüche, Vorwürfe und geklaute Poller: Das Thema Parken am Schillerplatz erhitzt seit Monaten die Gemüter. Seitdem Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne) den bisher wild genutzten Parkplatz an der Elbe sperren ließ, wurden neben vielen bösen Worten auch schon einige Ideen ausgetauscht, wie man die Verkehrsprobleme in dem Viertel zeitnah in den Griff bekommen könnte.

Konkret geht es um ein Gebiet von rund 700 mal 900 Metern, zu dem 1.300 Wohnungen, 1.200 Anwohnerautos und 2.450 Parkplätze gehören, darunter 630 im öffentlichen Verkehrsraum. Die bereits 2019 abgeschlossene Parkraumuntersuchung hat aus Sicht der Stadt offenbart, dass es an dieser Stelle grundsätzlich ausreichend Stellplätze gebe.

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Reale Probleme bestreitet man aber auch im Rathaus nicht. Der Antrag im Stadtrat, die Parkplätze am Elbufer wieder freizugeben, fand zwar keine Mehrheit, dafür wurde jedoch die Einrichtung eines Runden Tisches ins Spiel gebracht, an dem sich neben der Stadt auch Gastronomen, Anwohner, die Marktgilde und andere lokale Akteure zusammenfinden sollten.

Baubürgermeister Stephan Kühn will beim Thema Schillerplatz auf dem Gaspedal bleiben.
Baubürgermeister Stephan Kühn will beim Thema Schillerplatz auf dem Gaspedal bleiben. © Sven Ellger

Das geschah dann auch im Juli zum ersten Mal. Rund zwei Stunden lang wurde miteinander diskutiert, wobei die Stadtverantwortlichen zunächst erneut klarmachten, dass die gestrichenen Parkplätze an der Elbe definitiv keine Zukunft haben werden. Andere Ideen waren dagegen willkommen und wurden zum Teil bereits umgesetzt.

"Die Einrichtung des Kurzzeitparkens am Schillergarten war eine erste schnelle Lösung im Sinne der Gewerbetreibenden", sagte Stephan Kühn am Donnerstag bei der Erläuterung des weiteren Zeitplans. Dieser sollte am Abend bei der zweiten Auflage des Runden Tisches den Anwesenden vorgestellt werden. "Wir wollen Lösungsbausteine präsentieren, die zur Entspannung und Versachlichung beitragen können", sagte Kühn.

Bei der Diskussion zu Gast sein sollte diesmal auch der Betreiber der Tiefgarage in der Schiller-Galerie. Bislang sei die Tiefgarage selbst an Markttagen nur zu 50 bis 60 Prozent ausgelastet. Um das zu ändern, soll unter anderem bis Mitte Oktober die Ausschilderung der Einfahrt optimiert werden. Auch die Einrichtung einer Anzeige für die aktuelle Auslastung werde geprüft.

Wichtig sei vor allem, dass der Betreiber mit den Händlern und Anwohnern in Kontakt komme, heißt es. Dazu würde der Runde Tisch beitragen. Unter anderem könne künftig über Parkrabatte für Kunden der ansässigen Gewerbetreibenden gesprochen werden.

Neue Bügel für Fahrräder

Fest steht bereits, dass ab November das neue Parkraumkonzept für das Gebiet rund um den Schillerplatz greifen wird. Ab dann wird das Parken in vielen Straßen kostenpflichtig. Dazu gehören die Gautschstraße, Hüblerstraße, Regerstraße, Angelsteg und Am Schillergarten. Auch die gerade eingerichteten Kurzzeitparkplätze am Schillergarten werden dann zugunsten eines Parkautomaten wieder verschwinden.

Zuvor sollen bereits im Oktober Anwohnerparkkarten ausgegeben werden. Die Frequenz der Kontrollen werde erhöht. Kühne betonte, dass mit den Parkgebühren nicht das Stadtsäckel gefüllt, sondern im Sinne aller die vorhandenen Kapazitäten effektiver genutzt werden sollen. Auch für die Händler-Fahrzeuge würde nach besseren Abstellmöglichkeiten gesucht.

Mit all diesen Maßnahmen könne jedoch nur ein Teil der Probleme gelöst werden, betont Kühn. So habe eine Befragung der Marktgilde bei Wochenmarktbesuchern ergeben, dass weniger als die Hälfte mit dem Auto anreise. "Das zeigt doch, dass wir unseren Blick in dieser Frage weiten müssen, um auch andere Verkehrsteilnehmer einzubeziehen."

Um die Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern zu erhöhen, wurden bereits Hinweise auf den Elberadweg gesprüht - was nicht immer zum gewünschten Ergebnis führte.

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Zum verstärkten Fokus auf Radfahrer passen auch die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung aus dem Frühjahr, bei der sich insgesamt 181 Personen eingebracht hätten. Unter anderem wurden dabei mehr und bessere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder gefordert. "Die bisherigen Vorderradhalter sollen durch zeitgemäße Bügel ersetzt werden", kündigte Kühn an. Er selbst würde ein E-Bike schließlich auch nicht nur am Vorderrand anschließen wollen.

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