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Sparkasse schließt acht Dresdner Filialen

Neben dem Goldener Reiter muss unter anderem der Standort Schönfeld schließen. Werden ländliche Gebiete damit abgehängt?

Dieser Schriftzug ist nun seltener an Dresdner Gebäuden zu sehen.
Dieser Schriftzug ist nun seltener an Dresdner Gebäuden zu sehen. © Archivfoto: Daniel Förster

Dresden. Die Ostsächsische Sparkasse Dresden schließt acht ihrer bisher 41 Dresdner Filialen. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Betroffen sind davon die Standorte Goldener Reiter, Hellerau, Klotzsche-Königswald, Lockwitz, Reick, Seidnitz und der in der TU Dresden. Diese Filialen waren bereits seit dem Corona-Lockdown geschlossen.  

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"In diesen Filialen gab es nur noch sehr wenige Geschäftsvorgänge pro Woche, und das, obwohl sie nur an einem oder wenigen Tagen in der Woche geöffnet waren", sagt Andreas Rieger, der Sprecher der Ostsächsischen Sparkasse. In Dresden-Schönfeld waren das nicht mal 40 pro Woche bereits vor der Corona-Pandemie. "Mittlerweile nutzen auch Senioren verstärkt Online-Banking oder gehen zum Geldautomaten", sagt Rieger. 

Immer mehr Zahlvorgänge mit Karte und Handy

Der Gang in die Filiale werde deutlich seltener. Mehr als die Hälfte der Sparkassenkunden, quer durch alle Altersgruppen, nutze heute das Online-Angebot für derartige Serviceleistungen, mit anhaltend stark steigender Tendenz. Auch der bargeldlose Zahlungsverkehr habe zuletzt eine besonders dynamische Entwicklung genommen. Zahlten die Sparkassenkunden 2018 gut 17 Millionen Mal mit Karte oder Handy, waren es im vergangenen Jahr 29 Millionen und im ersten Halbjahr 2020 bereits 19 Millionen Mal. Auch hier stellt das regionale Kreditinstitut fest, dass die Corona-Krise dieses Bedürfnis noch verstärkt hat. Deshalb habe man sich entschlossen, die betroffenen Dresdner Standorte nicht mehr zu öffnen.

Die Sparkasse habe sich jedoch Gedanken gemacht, wie man den Wegfall der Filialen ausgleichen kann. Das sei im Stadtgebiet von Dresden sehr viel einfacher als im ländlichen Raum. "Wir erhalten zum Beispiel eine Filiale in Hermsdorf im Osterzgebirge, wo es  auch nur sehr wenige Geschäftsvorgänge gibt. Aber es ist die einzige im Umkreis von 40 Kilometern", sagt Rieger. Die Dresdner können auf ein viel dichteres Filialnetz zurückgreifen. So sei die Klotzscher Filiale auch nur knapp anderthalb Kilometer von den jetzt geschlossenen Stellen in Klotzsche-Königswald und Hellerau entfernt. "Außerdem wollen wir in Hellerau den Geldautomaten erhalten", so Rieger. 

Sonderregelung für Schönfelder Filiale

Auch der Weg vom Goldenen Reiter bis zur großen Sparkassenfiliale an der Königsbrücker Straße sowie von Lockwitz zum Automatenstandort im Kaufpark Nickern sei nicht weit. Am Goldenen Reiter will sich die Sparkasse bemühen, einen Geldautomaten beizubehalten, weil der laut Sprecher gut genutzt würde. Die Geldautomaten blieben zudem in Reick, Seidnitz und in der TU Dresden erhalten.  

Eine Sonderreglung gibt es für die Filiale in Dresden-Schönfeld, am nordöstlichen Stadtrand von Dresden. Sie war vor dem Lockdown an einem Tag in der Woche geöffnet, eine Mitarbeiterin hat dort Überweisungen und Daueraufträge angenommen. Künftig soll dort, um längere Wege für die Kunden zu verhindern, einmal pro Woche für eine Stunde das Sparkassenmobil stehen, quasi eine rollende Bankfiliale. "Wir führen dazu Gespräche mit der Ortsvorsteherin über einen geeigneten Standort und die beste Zeit", sagt Rieger. Ziel der Ostsächsischen Sparkasse ist es, den Service ab 1. November anbieten zu können. Erst danach werde der Geldautomat außer Betrieb genommen.

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Nach den Schließungen gibt es dann nur noch 33 Sparkassen-Filialen in Dresden, unter anderem auch an Stadträndern wie Weißig, Weixdorf, Langebrück, Gittersee und Cossebaude, sowie zentrumsnah am Altmarkt oder am Güntzplatz. Insgesamt müssen im Verbreitungsgebiet der Ostsächsischen Sparkasse Dresden 22 Filialen zumachen.

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