merken
PLUS Dresden

Tausende Unterschriften für Cossebauder Stausee

Vattenfall will das Pumpspeicherwerk Cossebaude in Dresden stilllegen, damit sind auch See und Freibad in Gefahr. Wie könnte die Rettung aussehen?

Kann im nächsten Sommer im Stausee Cossebaude noch geschwommen werden? Die Stadt verhandelt darüber mit dem Energiekonzern Vattenfall.
Kann im nächsten Sommer im Stausee Cossebaude noch geschwommen werden? Die Stadt verhandelt darüber mit dem Energiekonzern Vattenfall. © Archiv: Christian Juppe

Dresden. Eine Bürgerinitiative aus dem Dresdner Stadtteil Cossebaude will den dortigen Stausee samt Freibad retten. Weil der Energiekonzern Vattenfall das Pumpspeicherwerk  Ende dieses Jahres stilllegen will und damit auch der Wasserspiegel des Sees absinken würde, wäre nicht nur die Badesaison 20212 in Gefahr. Um das zu verhindern, hatten sie im Juli dieses Jahres eine Petition gestartet und seitdem auch persönlich fleißig Unterschriften gesammelt. Inzwischen konnte die Initiative mehr als 9.000 Unterstützer für die Rettungsaktion gewinnen.

Zu ihnen gehört auch Beate Handschack. Sie ist aufgeregt, an diesem Wochenende hält sie den Lohn ihrer wochenlangen Arbeit in den Händen, will die Liste mit den Unterschriften an Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) übergeben. Das Stadtoberhaupt hatte zur Bürgersprechstunde ins Rathaus geladen, Beate Handschack konnte einen der begehrten Termine ergattern. 

Anzeige
Herpes in Corona-Zeiten
Herpes in Corona-Zeiten

Lippenherpes ist ein Zeichen für Probleme mit dem Immunsystem. Und auch beim Thema Maske sollte größte Vorsicht gelten.

Die Dresdnerin und ihre Mitstreiter haben in den vergangenen zwei Monaten verschiedene Veranstaltungen ins Leben gerufen, um auf das drohende Schicksal des Stausees und damit auch von Dresdens beliebtestem Freibad aufmerksam zu machen. Mehr als 2.500 Unterstützer haben sich dabei händisch auf der Liste von Beate Handschack eingetragen, weitere 6.700 eine E-Petition auf der Internetseite der Landeshauptstadt mitgezeichnet. 

Ingrid Hoffmann (l.) und Beate Handschack haben Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) zur Bürgersprechstunde im Rathaus ihre Unterschriftenliste übergeben. Mehr als 9.000 Unterstützer haben sie für ihre geforderte Rettung des Stausees gewonnen.
Ingrid Hoffmann (l.) und Beate Handschack haben Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) zur Bürgersprechstunde im Rathaus ihre Unterschriftenliste übergeben. Mehr als 9.000 Unterstützer haben sie für ihre geforderte Rettung des Stausees gewonnen. ©  Rene Meinig

OB Hilbert bekräftigt bei der Übergabe, dass er die feste Absicht hat, das Bad zu erhalten. Gebadet werden kann im See nur, wenn der Wasserspiegel mithilfe von Pumpen, die Grundwasser in den See befördern, gehalten wird. Pro Jahr würde das zwischen 100.000 und 150.000 Euro kosten - eine Summe, die die Stadt aufbringen könnte. Diese Lösung hatte Sportbürgermeister Peter Lames (SPD) zuletzt im Ortschaftsrat Cossebaude in Aussicht gestellt. Auch wolle die Stadt das Pumpspeicherwerk von Vattenfall übernehmen. "Wir sind dem sehr aufgeschlossen gegenüber", so Lames. Er ging davon aus, dass am Ende der Verhandlungen ein Eigentümerwechsel steht, nun gehe es noch um "vernünftige Konditionen" - also ums Geld. 

Hilbert bestätigt, dass Lames mit Vattenfall im Gespräch ist. Nun geht es offenbar darum, Vattenfall in Bezug auf die Rückbaukosten für das Kraftwerk in die Pflicht zu nehmen. Um die Kosten dafür zu sparen, habe der Konzern auch nur die vorläufige Stilllegung bei der Bundesnetzagentur beantragt. Nun geht es also um geschickte Verhandlungen. Immerhin muss die Stadt bei einer Übernahme der Anlage auch Geld investieren, um das Gelände im Falle eines Hochwassers zu schützen. 

Fest steht: Die Rettung des Bades ist preiswerter, als ein neues Freibad zu bauen, sollte der Stausee wegfallen. Die Bäder GmbH rechnet mit rund 35 Prozent weniger Badegästen ohne den See. Stammgäste wie Beate Handschack schwärmen von der guten Wasserqualität, die unbedingt für Dresden erhalten bleiben müsse.

Weiterführende Artikel

Hoffnung für Stauseebad Cossebaude

Hoffnung für Stauseebad Cossebaude

Anwohner sammeln Unterschriften, um den See zu retten. Dresdens Sportbürgermeister Peter Lames erklärt, wie das klappen soll - und macht Hoffnung.

Neue Pläne für Dresdner Stausee

Neue Pläne für Dresdner Stausee

Vattenfall will das Pumpspeicherwerk Niederwartha stilllegen, Baden könnte unmöglich werden. Jetzt gibt es neue Ideen - sogar für ein Kulturkraftwerk.

Mit der E-Petition und der Unterschriftenliste befasst sich nun der Petitionsausschuss der Stadt. 

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dresden