merken
PLUS Dresden

Übergriffe auf eine 14-jährige Dresdnerin

Ein 27-Jähriger versuchte, mit kühnen Behauptungen seine Taten zu verschleiern. Doch das Dresdner Gericht nahm ihm das nicht ab.

Am Amtsgericht Dresden kam ein 27-Jähriger mit seinen offensichtlichen Lügen nicht durch. Der Mann muss ins Gefängnis.
Am Amtsgericht Dresden kam ein 27-Jähriger mit seinen offensichtlichen Lügen nicht durch. Der Mann muss ins Gefängnis. © René Meinig

Dresden. Habash H. handelt ganz offensichtlich mit allerlei Drogen, um sich sein Auskommen oder zumindest den eigenen Bedarf zu finanzieren. Er wurde seit 2017 schon mehrfach mit Drogen erwischt, die diesen Verdacht nährten, doch in Untersuchungshaft wanderte er erst im Juni 2020, nachdem er es offensichtlich übertrieben hatte.

Das wieder hängt stark mit einem damals 14 Jahre alten Mädchen zusammen, das wie er in Gorbitz lebte. H. hatte die Minderjährige immer wieder in sozialen Medien angeschrieben, um Kontakt mit ihr zu bekommen, um sie am besten noch am selben Tag zu treffen. Ein langer Chat belegt, wie dreist er das Mädchen angemacht hatte, um es ins Bett zu bekommen. Zuletzt schickte er ihm sogar Pornobilder und ein Foto seines Geschlechts und forderte es auf, es ihm gleich zu tun.

ELBEPARK Dresden
Der ELBEPARK bietet mehr
Der ELBEPARK bietet mehr

180 Läden, 5.000 kostenlose Parkplätze und zahlreiche Freizeitangebote sorgen für stressfreies und vergnügtes Einkaufen im ELBEPARK. Jetzt Angebote entdecken.

Auch auf der Straße soll H. die 14-Jährige belästigt haben. Das ging so weit, dass sie im April sogar zu ihm in die Wohnung ging, um sich diese Nachstellungen zu verbitten. Dort soll H. versucht haben, dem Mädchen eine Ecstasy-Pille in den Mund zu stecken, möglicherweise um es gefügig zu machen. Als die Minderjährige gehen wollte, habe er sie festgehalten und unsittlich begrapscht.

Schnelle Wohnungsdurchsuchung

Noch am Abend durchsuchte die Polizei H.s Wohnung und fand allerlei Drogen, auch Kokain und Cannabis. Darüber hinaus wurde er seit 2017 mehrfach in der Stadt mit Drogen erwischt, einmal gar mit 16 abgepackten Marihuana-Kügelchen. Ein Indiz, dass diese Menge wohl mehr zum Verkauf als für den Eigenbedarf bestimmt war.

Am Dienstag wurde der Schneider aus Syrien am Amtsgericht Dresden wegen Abgabe von Drogen an Minderjährige, schweren sexuellen Übergriffs und mehrfachen Handels mit Drogen zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Staatsanwaltschaft und Schöffengericht nahmen ihm seine Behauptungen nicht ab: Angeblich habe er die 14-Jährige mit einer Chatpartnerin aus Brasilien „verwechselt“. Sie habe sich in seiner Wohnung einen Joint genommen, als er auf der Toilette gewesen sei. Als sie ging, habe er sie nur „freundschaftlich“ umarmen wollen. Ein Foto, das seinen mit Drogen übersäten Stubentisch zeigte und auf seinem Handy gesichert worden war, zeige angeblich die Drogen seiner Freunde und dergleichen mehr.

Erdrückende Beweislage

Die Beweislage war jedoch erdrückend - und für die Behauptungen des Angeklagten fanden sich keine Belege. Schon allein der Chatverlauf von einem Tag im Februar 2020, aus dem sich klar ergibt, dass der Angeklagte genau wusste, mit wem er sich einlässt und wie alt die Minderjährige ist. Sie hat mehrfach geschrieben, dass sie seine Avancen ablehnt und keinen Kontakt mit ihm wünsche - doch H. habe unverdrossen weitergemacht, weitere Bilder geschickt.

Schon weil das Profilbild der Geschädigten sichtbar gewesen sei, als H. mit ihr chattete, sei die Einlassung des Angeklagten unglaubwürdig, sagte der Vorsitzende Richter. Im Übrigen: Wie habe sich H. noch an jenem Februartag mit einer Brasilianerin treffen wollen? „Sie wollten uns für blöd verkaufen“, sagte der Richter und lobte die Zeugenaussage des Mädchens.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dresden