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Vom Balkon auf die Elbwiesen

Die Kleine Wiesenraute ist auf heimischen Wiesen zurzeit noch eine Seltenheit. Dank Dresdner Pflanzpaten soll sich das ändern.

Nahe des Fährgartens in Johannstadt kamen am Sonntag die Kleinen Wiesenrauten in die Erde.
Nahe des Fährgartens in Johannstadt kamen am Sonntag die Kleinen Wiesenrauten in die Erde. © Marion Doering

Dresden. Ihre grazilen gelben Blüten zeigt sie im Juni und Juli - doch hierzulande kann die Kleine Wiesenraute nur selten in der Natur entdeckt werden. Noch. Denn das Projekt "Urbanität und Vielfalt" des Umweltzentrum Dresden arbeitet daran, genau das zu ändern. 

Schon seit drei Jahren wird hier die Idee verfolgt, dass freiwillige Pflanzpaten aus der Stadt im Frühjahr kleine Pflänzchen bei sich zu Hause auf dem Balkon oder im Garten aufnehmen. In Töpfchen werden die Wildpflanzen gehegt und großgezogen - und schließlich an das Umweltzentrum zurückgegeben. Der letzte Schritt ist die Pflanzung. 

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Auf diese Weise wurden in den vergangenen zwei Jahren zum Beispiel fast 2.000 Exemplare des Großen Wiesenknopfes in einem Schutzgebiet bei Bärnsdorf, einem Ortsteil von Radeburg, in die Erde gebracht.

In diesem Frühjahr bekamen die Pflanzpaten unter anderem 250 Pflänzchen der Kleinen Wiesenraute anvertraut. An diesem Sonntag nun wurde die Pflanzen in einer gemeinsamen Aktion auf einer neu angelegten Streuobstwiese oberhalb des Fährgartens in Dresden-Johannstadt ausgepflanzt. 

Natürlich lief die Aktion coronakonform. Die Pflanzer achteten auf Mindestabstand - nicht nur bei den Pflanzen - und hatten sich vorher registriert, um im Corona-Ernstfall eine Nachverfolgung der Kontakte zu ermöglichen.

"Nachdem es wieder mal geregnet hat, ist auch die Zeit für Auspflanzungen günstig", sagte Linda Wilhelm vom Umweltzentrum. "Der Boden ist weich und die Pflanzen haben noch genügend Zeit und Feuchtigkeit, um anzuwachsen." Die Kleine Wiesenraute sei ein Teil unserer Artenvielfalt. "Wir wollen verhindern, dass sie ganz verloren geht."

Die Hoffnung der Naturfreunde: Die Kleinen Wiesenrauten könnten im nächsten Jahr zur Blüte kommen und sich so selbst weiter ausbreiten. Den Start in den ersten Monaten und Jahren wollen Linda Wilhelm und ihre Mitstreiter den Pflanzen aber gern etwas erleichtern.

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