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Vorerst keine neuen Streiks bei Putzi

Die Industriegewerkschaft erwartet nun, dass die Dresdner Dental-Kosmetik ein Angebot für die Beschäftigten auf den Tisch legt und warnt vor einer Eskalation.

Die Beschäftigten bei der Dresdner Dental-Kosmetik sind erst einmal nicht mehr aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. Ein endgültiger Frieden ist das aber noch nicht.
Die Beschäftigten bei der Dresdner Dental-Kosmetik sind erst einmal nicht mehr aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. Ein endgültiger Frieden ist das aber noch nicht. © Ronald Bonß

Dresden. Bei der Dental-Kosmetik in der Dresdner Neustadt läuft der Betrieb erst einmal wieder reibungslos. Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) hat die aktuelle Streikwelle für beendet erklärt. Gleichzeitig wird von einer möglichen Eskalation gesprochen.

Denn zu einem Ergebnis sind Geschäftsführung und Gewerkschaft bislang nicht gekommen, so Gewerkschafts-Bezirksleiter Gerald Voigt. Die IG BCE fordert für die Beschäftigten rückwirkend ab Jahresanfang 105,50 Euro mehr Lohn im Monat. Außerdem wird eine Einmalzahlung angestrebt.

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Die Dental-Kosmetik, die auch die bekannte Kinder-Zahncreme Putzi herstellt, will die Gespräche jedoch pausieren lassen, teilte eine Sprecherin in der vergangenen Woche mit. SZ-Informationen zufolge laufen derzeit Verhandlungen zwischen Dental-Kosmetik und einem Großkunden. Der Auftrag entscheidet darüber, wie umfangreich die Produktion an der Katharinenstraße in den kommenden Jahren ausfallen wird. Das Unternehmen hatte außerdem die Rechtmäßigkeit der Warnstreik-Welle angezweifelt.

Gewerkschaft deutet weitere Streiks an

Voigt weist diesen Vorwurf zurück. Trotz der laufenden Verhandlungen mit dem Großkunden wolle man keine endlosen Verzögerungen hinnehmen, sagt er. Klar sollte sein, dass das Aussitzen kurzer Warnstreiks zu immer längeren Warnstreiks führe, aber nicht zur Kapitulation. Was die Verhandlungen angeht, so werde man nur mit pauschalen Aussagen vertröstet. Voigt zufolge handelt es sich bei dem Großkunden um Lidl. Dental-Kosmetik bestätigt das zwar nicht, spricht aber davon, die Gewerkschaft immer mit "größtmöglicher Transparenz" informiert zu haben.

Der Streit zwischen Gewerkschaft und Unternehmen zieht sich nun seit Monaten hin. Die nun abgelaufene Warnstreik-Welle folgte auf mehrere Arbeitsniederlegungen im vergangenen November, Dezember sowie in diesem März. Der Ball liege bei der Geschäftsführung, "um eine weitere Eskalation zu verhindern", so der Bezirksleiter.

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