merken
PLUS Dresden

Warum wird das Kronentor in der Urlaubssaison saniert?

Wer den Dresdner Zwinger besuchen will, kann nicht durch das berühmte Tor laufen. Hinweisschilder in mehreren Sprachen müssen erst angefertigt werden.

Das Kronentor am Zwinger und der Weg über den Zwingerteich sind derzeit gesperrt.
Das Kronentor am Zwinger und der Weg über den Zwingerteich sind derzeit gesperrt. © SZ/Peter Hilbert

Dresden. Die Stadt ist voller Touristen. Viele bleiben enttäuscht vor einer der Sehenswürdigkeiten stehen. Der Zugang über den Zwingerteich ist abgesperrt, das Tor mit Holz verriegelt. "Schade, jetzt kann ich nicht mal ein ordentliches Foto vom Tor machen, auf das waren wir besonders gespannt", sagt Bernhard Müller aus Baden-Württemberg, der mit seiner Frau auf Kurzreise in Dresden ist.

Auch die Fahrgäste der Stadtrundfahrt, die am Kronentor aussteigen, müssen Umwege in den Zwinger nehmen. Viele fragen sich, warum ausgerechnet zur Urlaubshochsaison am Tor gebaut werden muss.

Bauen und Wohnen
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?

Hier finden Sie alles, was Sie fürs Sanieren, Renovieren oder Bauen Ihrer eigenen vier Wände brauchen.

Grabungen vor Mathematisch-Physikalischem Salon

Die Arbeiten seinen dringend nötig, weil die Decke des Kellerraumes unter dem Kronentor baufällig ist, sagt Alwin-Rainer Zipfl, der Pressesprecher des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB). Seit Anfang 2020 laufen bereits die Ausgrabungen vom Landesamt für Archäologie als Vorbereitung für die Sanierung des Zwingerhofs. "Bisher fanden die archäologischen Grabungen im Quadranten vor der Porzellansammlung statt. Nun untersuchen die Archäologen auch den Quadranten vor dem Mathematisch-Physikalischen Salon. In diesem Zusammenhang ist die Sperrung des Kronentors erforderlich", sagt Zipfl.

Die Arbeiten an der Decke des Kellerraumes werden voraussichtlich im vierten Quartal dieses Jahres abgeschlossen. Derzeit werden in dem Bereich Elektro- und Datenleitungen verlegt, die dann in den Zwinger-Innenhof weitergeführt werden sollen.

Damit sich Touristen trotz der Baustelle gut im Zwinger zurechtfinden, wurde für sie ein Leitsystem entwickelt, bei dem auf Metalltafeln je nach Fortschritt der Zwingerhof-Arbeiten dargestellt werden soll, welche Bereiche wie begehbar sind. Die Tafeln befinden sich allerdings noch in der Produktion. Wann sie aufgehängt werden, ließ der Sprecher offen.

Sandsteinplatten statt Kies

Der Zwingerhof wird bis Ende 2023 vom SIB schrittweise im Uhrzeigersinn saniert. Dafür investiert der Freistaat rund zehn Millionen Euro. Geplant ist, die Leitungen im Untergrund zu erneuern. Geschaffen werden dabei Anschlüsse, die bei Veranstaltungen benötigt werden. In einem letzten Schritt wird dann die Oberfläche des jeweiligen Viertels im Zwingerhof wiederhergestellt.

Auf den Hauptwegen wird der rote Belag gegen Platten aus Postaer Sandstein ausgetauscht. Dieses harte Material aus der Sächsischen Schweiz ist für seine hohe Qualität bekannt. Die Nebenwege sollen eine neue wassergebundene Decke erhalten. Die kleinen, kantigen Steinchen verzahnen sich und bilden eine feste Oberfläche, die aber Regenwasser durchlässt und deutlich weniger staubt als die bisherige Oberfläche.

Um die Staubentwicklung zu begrenzen und Feinteile zu binden, wird zudem ein Beregnungssystem für die Wegflächen installiert. Im Zuge der Hofsanierung werden auch LED-Strahler installiert, die die Fassaden dezent beleuchten. Während der gesamten Bauzeit werden die Zugänge zu den Museen gewährleistet. (mit SZ/phi)

Mehr zum Thema Dresden