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Warum es auf Dresdens Albertbrücke eng zugeht

2018 wurde die Brücke nach langem Hickhack endlich saniert. Jetzt wird an der Elbquerung erneut gearbeitet. Eine Fahrbahn fällt weg.

Die Albertbrücke wird schon wieder zur Baustelle. Diesmal muss sich der Verkehr etwa ein Jahr lang auf Behinderungen einstellen.
Die Albertbrücke wird schon wieder zur Baustelle. Diesmal muss sich der Verkehr etwa ein Jahr lang auf Behinderungen einstellen. © Sven Ellger

Dresden. Die Dresdner Albertbrücke wird erneut eine Baustelle. Dieses Mal werden drei Brückenbögen saniert. Damit müssen nach nur wenigen Jahren wieder Bauarbeiter an der Brücke werkeln.

Die eigentliche Sanierung der Albertbrücke galt 2016 als beendet. Vorausgegangen waren jahrelange Diskussionen und ein politischer Streit, wie das Bauwerk saniert und der Verkehr gelenkt werden soll. Die Brücke musste zum Teil gesperrt werden, weil die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet war. Die Hälfe der Geh- und Radwege auf beiden Seiten wurde gesperrt, für Autofahrer galt Tempo 30.

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Fahrbahnen fielen weg, damit Radfahrer und Fußgänger die Brücke weiter nutzen konnten. Es kam zu erheblichen Staus. 2011 baute die Stadt dann eine temporäre Behelfsbrücke daneben. Die Sanierung und Verbreiterung der Brücke kostete insgesamt rund 21 Millionen Euro. Am 5. September 2016 wurde die Brücke offiziell wieder freigegeben.

Nicht alle Bögen sind vom Boden aus erreichbar

Doch 2018 gingen die Arbeiten weiter. Die Stadt musste noch die 14 Brückenbögen sanieren lassen. Jetzt gehen diese Arbeiten erneut los. Am Montag begannen Bauarbeiter mit dem ersten der drei fehlenden Bögen.

Zuerst ist der Bogen sechs dran, der letzte Bogen zur Brückenmitte hin, der noch von Land aus erreichbar ist. Dieser ist aus Stahlbeton und erhält eine neue Betonschicht, so Simone Prüfer, Chefin des Straßen- und Tiefbauamtes. Bis September soll dieser Bogen fertig sein.

Die Chefin des Straßen- und Tiefbauamtes. Simone Prüfer an der Albertbrücke.
Die Chefin des Straßen- und Tiefbauamtes. Simone Prüfer an der Albertbrücke. © Sven Ellger

Danach wird es komplizierter, weil die Bögen sieben und acht in der Mitte der Brücke liegen und aus Sandstein sind. "Für die Arbeiten werden Hängegerüste benötigt, weil die Arbeiter nur von oben an die Bögen kommen", erklärt Simone Prüfer. "Einige der Sandsteine haben Fehlstellen, Risse, kaputte Fugen und Abplatzungen."

Einige Steine müssen auch komplett ersetzt werden, bei anderen werden Risse im Sandstein mit Trasskalk verfüllt. Die Bögen seien vorab genau untersucht worden, die benötigten Sandsteine seien bestellt, sodass die Arbeiten im Anschluss zügig weitergehen sollen. Einer der Bögen soll von September bis zum Wintereinbruch fertig werden. Der andere dann im kommenden Jahr. Geplant ist, dass die Arbeiten bis Juni 2022 abgeschlossen sind.

Fahrspuren werden gesperrt

Vor allem für Autofahrer gibt es Einschränkungen. Jeweils auf der Brückenseite, auf der gebaut wird, ist der Geh- und Radweg im Bereich des Bogens gesperrt. Radfahrer und Fußgänger werden in dem Bereich auf die rechte Fahrspur geleitet. Deshalb ist zunächst bis zum 30. September auf der Albertbrücke vom Sachsenplatz kommend nur die linke Fahrspur befahrbar. Danach wechseln die Arbeiter die Brückenseite und die Sperrung gilt entsprechend in die andere Richtung.

So wechseln die Arbeiter bis Mitte 2022 munter hin und her und es wird immer ein Teil der Fahrbahn in eine Richtung gesperrt sein. "Wir haben 2018 die Arbeiten unterbrochen, weil zunächst die Carolabrücke dringend saniert werden musste und wir keine Einschränkungen auf mehreren Brücken haben wollten", sagt Prüfer. Zumal auch die Augustusbrücke eine Baustelle ist. Seit einer Woche rollt auf der Carolabrücke wieder der Verkehr ungehindert. Deshalb gehen die Arbeiten an der Albertbrücke nun weiter.

Die aktuellen Arbeiten kosten etwa 1,7 Millionen Euro.

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