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Was bedeuten die Schilder auf der Elbwiese?

Die Drewag will das Trinkwasser in Tolkewitz schützen und stellte Hinweisschilder für Hundebesitzer auf. Nun gibt es neue. Was es damit auf sich hat.

Die Hundeschilder hängen schon seit Anfang August, nun wurden sie um weitere Verbotsschilder ergänzt. Die Elbwiese am Tolkewitzer Wasserwerk ist Trinkwasserschutzgebiet.
Die Hundeschilder hängen schon seit Anfang August, nun wurden sie um weitere Verbotsschilder ergänzt. Die Elbwiese am Tolkewitzer Wasserwerk ist Trinkwasserschutzgebiet. ©  privat

Dresden. In diesem Sommer tauchten sie plötzlich auf: die Schilder, die auf der Elbwiese am Wasserwerk Tolkewitz verbieten, dass Hunde dort ihr Geschäft verrichten. Aufgestellt hatte sie der städtische Versorger Drewag dort jeweils an den einzelnen Brunnen, um zu verhindern, dass das Trinkwasserschutzgebiet verunreinigt wird. Nun wurden unterhalb der Hundebilder weitere Verbotsschilder angebracht. Es zeigt einen Menschen beim Verrichten des Geschäftes mit dem nachdrücklichen Hinweis: "Toilette benutzen!" Stammen diese Schilder auch von der Drewag, und wenn ja, warum?

Auf Nachfrage erfährt die SZ in der Pressestelle des Unternehmens: Die betreffenden Schilder wurden nicht von der Drewag aufgestellt. "Hier hat wohl jemand nur unseren Masten genutzt. Aus diesem Grund werden sie auch wieder entfernt." Wer sie aufgehängt hat und warum, ist der Drewag nicht bekannt.

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Elbwiese nur schwer zu schützen

Fest steht aber: Für das Trinkwasserschutzgebiet sind jegliche Hinterlassenschaften ärgerlich - ob sie nun von Mensch oder Tier stammen. Zudem erschweren sie, so die Drewag, die Unterhaltungsarbeiten an und um die Brunnen. "Unser Appell geht vorwiegend an die Hundebesitzer, den Schutz des Trinkwassers ernst zu nehmen und durch ihr verantwortungsbewusstes Handeln zu unterstützen."

Die Hundehaufen-Verbotsschilder sollen zu den schon stehenden rund 20 Schildern 'Trinkwasserschutzgebiet' ein zusätzlicher, leicht verständlicher Hinweis an die Hundebesitzer sein, da die Möglichkeiten der Drewag, den Trinkwasserschutz praktisch umzusetzen, stark begrenzt seien. 

Die Elbwiesen in Tolkewitz sind bei Hundebesitzern ein beliebtes Areal für Gassirunden. Weil es sich dort um ein Überflutungs- und Landschaftsschutzgebiet handelt, darf es nicht eingezäunt werden. Allerdings hatte die Drewag zumindest entlang der Tolkewitzer Straße vor einigen Jahren einen Zaun errichtet, sodass der Zugang zur Wiese nicht mehr überall möglich war. 

Auch für Menschen fehlen Toiletten

Dresdner Hundebesitzer zeigen aber auch durchaus Verständnis. "Ich schäme mich für die Hundehalter, die ihre Tiere nicht daran hindern sich auf oder unmittelbar neben den Brunnen zu entleeren", findet Karin Höhna. Dennoch kritisiert sie die Stadt, die nicht für ausreichend Hundetoiletten und Mülltüten sorgt. "Alles in allem bin ich aber enttäuscht von der Stadt. Wenn sie die Kotbeseitigung fordert, muss sie in meinen Augen auch entsprechende Voraussetzungen schaffen." Dabei würde sie regelmäßig beim Spaziergang mit ihrem Hund Müll, der auf den Elbwiesen liegt, entsorgen. So wie andere Hundebesitzer auch, ergänzt sie. 

Tatsächlich gibt es das Problem mit den Hundetoiletten nicht nur in Tolkewitz - auch an anderen Stellen bemängeln die Herrchen und Frauchen fehlende Entsorgungsmöglichkeiten, die schließlich auch mit 100 Euro Hundesteuer im Jahr finanziell gedeckt sein müssten. Seit 1999 gibt es diese speziellen Hundekotbehälter in Dresden, rund 25.000 Euro investiert die Landeshauptstadt jährlich in 57 Stück. Das Problem: Oft werden sie falsch genutzt, es landet allerlei anderer Müll in den Behältern, sodass sie schnell voll sind. Oder die Tüten - pro Jahr bestückt die Stadt die Behälter mit mehr als 1,2 Millionen schwarzen Beutelchen - werden einfach geklaut.

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