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Das sagen die Fans zur Kaisermania-Absage

Die einen hofften bis zu letzten Minute, die anderen hatten ihre Tickets längst verkauft. Nach dem Aus für das Kultevent in diesem Jahr geht die Diskussion weiter.

Die Fans von Roland Kaiser reagieren ganz unterschiedlich auf die Absage der Kaisermania in Dresden.
Die Fans von Roland Kaiser reagieren ganz unterschiedlich auf die Absage der Kaisermania in Dresden. © Montage: SZ

Dresden. Einige reagierten schon früh. Als die Kaisermania-Konzerte erstmals verlegt wurden und zunehmend unklar war, in welcher Form sie überhaupt stattfinden könnten, verkauften etliche Fans ihre Tickets. Monate zuvor hatten sie noch vor Freude geweint, weil sie zu den Glücklichen gehörten, die einige der 50.000 Karten ergattern konnten.

Bereits im vergangenen Jahr mussten die Kaiser-Fans die Absage verkraften. Seit wenigen Tagen steht nun fest: Auch 2021 wird es keine kaiserlichen Kultkonzerte am Dresdner Elbufer geben. Nach wochenlangen Verhandlungen mit der Stadt zog der Veranstalter Semmel die Reißleine.

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Überraschend kam das für die meisten Anhänger des Schlagerstars zwar nicht mehr. Dennoch könnten die Reaktionen auf die Absage unterschiedlicher kaum sein.

Sven Gottlöber stammt aus Dresden und kehrt jeden Sommer für die Kaisermania in seine Heimat zurück. Normalerweise.
Sven Gottlöber stammt aus Dresden und kehrt jeden Sommer für die Kaisermania in seine Heimat zurück. Normalerweise. © privat

"Das Konzert hätte Grenzen überwinden und Zuversicht schaffen können, zumal andere Veranstaltungen auch stattfinden", sagt Sven Gottlöber. Der 38-Jährige ist in Dresden geboren und aufgewachsen. Inzwischen lebt er in Baden-Württemberg, kehrt für seinen Roli aber jedes Jahr in die Heimat zurück. Auf Facebook leitet er inzwischen sogar eine Kaisermania-Fangruppe.

"Ich glaube, dass wir zu einer Normalität zurückkommen sollten und genau solche Events dabei helfen könnten", sagt er. Seiner Ansicht nach hätte eine Kaisermania nur für Geimpfte durchaus einige Zweifler zum Impfen motivieren können - ein Gedanke, den auch Veranstalter Dieter Semmelmann zuletzt äußerte.

In den Kommentaren auf Facebook sind immer wieder auch Vergleiche mit Fußballspielen zu lesen, bei denen doch inzwischen auch Tausende Fans zugelassen sind. Dort jedoch seien die nötigen Abstände wesentlich einfacher zu gewährleisten als am Elbufer, betont Dennis Buchner aus Berlin, der die Absage für richtig hält.

Doreen Swiderek und Tanja Spindler aus Bautzen verstehen nicht, worauf die Politik noch wartet.
Doreen Swiderek und Tanja Spindler aus Bautzen verstehen nicht, worauf die Politik noch wartet. © privat

Pro und Kontra scheinen sich derzeit die Waage zu halten. Auch Doreen Swiderek und Tanja Spindler aus Bautzen zählen zu den Kaisermania-Fans der ersten Stunde und besuchen stets alle vier Konzerte. "Für uns ist die Entscheidung absolut nicht nachvollziehbar", sagen sie. "Wir sind sehr traurig und enttäuscht." Sachsen habe momentan die bundesweit niedrigste Inzidenz. "Worauf wird da gewartet?", fragt Doreen Swiderek. "Was soll nächstes Jahr denn anders sein?"

Zwar hätte auch Maren Arnemann aus Hamburg ihr Idol gern schon diesen Sommer wieder erlebt. Unter den aktuellen Umständen hätte sie das Konzert jedoch nicht genießen können, wie sie sagt und befürwortet daher die Absage.

Einen faden Beigeschmack hinterlasse für sie eher der Versuch des Veranstalters, die Konzerte bis zuletzt unbedingt durchdrücken zu wollen. Das habe viele Fans verunsichert.

Maren Arnemann begrüßt die Absage der Kaisermania für dieses Jahr.
Maren Arnemann begrüßt die Absage der Kaisermania für dieses Jahr. © privat

Andere Anhänger zollen genau diesem langen Kampf für den Neustart Respekt, so wie Daniela Reyem, die aus Niedersachsen zur Kaisermania anreisen wollte und längst ihr Hotelzimmer in Dresden gebucht hatte. "Ich danke dem Veranstalter sehr, dass er bis zum Schluss versucht hat, die Kaisermania stattfinden zu lassen", sagt sie. Allerdings akzeptiere sie nun auch die Entscheidung für die Absage. "Es werden sich schon kluge Köpfe dazu Gedanken gemacht und abgewägt haben."

Ihre Karten will Daniela Reyem auf jeden Fall für das kommende Jahr behalten, wenngleich die neuen Termine noch gar nicht feststehen. Sie hofft, dass im Sommer 2022 endlich wieder alle Fans unbeschwert miteinander feiern können.

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Fakt ist: In einer Notversion in diesem Jahr wäre das nicht möglich gewesen. Und wie hätte man bei einer massiv reduzierten Teilnehmerzahl fair aussortieren sollen, wer teilnehmen darf und wer nicht? Dass diese Frage nun nicht mehr beantwortet werden muss, tröstet letztlich wohl auch diejenigen Fans, die 2021 zur Not mit Mundschutz und Abstand gefeiert hätten.

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