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Was wird aus dem Dresdner Palaverhaus?

Es sollte ein Ort der Begegnung sein. Stattdessen ist die bunte Installation auf dem Sachsenplatz in Dresden seit Jahren abgesperrt. Doch Rettung ist in Sicht.

"Das würde Dresden gut zu Gesicht stehen": Martin Hörenz hofft, dass das Palaverhaus doch noch zum Treffpunkt wird.
"Das würde Dresden gut zu Gesicht stehen": Martin Hörenz hofft, dass das Palaverhaus doch noch zum Treffpunkt wird. © Sven Ellger

Dresden. Ist das ein etwas überdimensioniertes Klettergerüst? Oder Kunst? Und gehören die grauen Absperrgitter dazu? Das sogenannte Palaverhaus auf dem Sachsenplatz, eine bunte Installation in Form eines Pavillons, hat bei Passanten schon immer Fragen aufgeworfen.

Zuletzt stand allerdings die Frage im Mittelpunkt, ob diese Konstruktion überhaupt noch eine Zukunft hat. Immerhin ist sie "aus Gründen der Verkehrssicherheit" seit zwei Jahren mit Absperrgittern umzäunt. Meterhohes Gras und lose Pflasterscheine verstärken den Eindruck, das hier so schnell niemand mehr palavern wird.

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Dutzende Steine liegen lose unter der Installation.
Dutzende Steine liegen lose unter der Installation. © Sven Ellger

"Das sieht nach einem extrem leichtfertigen Umgang mit Steuergeldern aus", sagt Martin Hörenz. Der 71-jährige Dresdner hat grundsätzlich nichts gegen das 1997 eingeweihte Kunstwerk, aber kein Verständnis dafür, dass es dauerhaft abgesperrt ist und damit nutzlos vor sich hin rottet.

"Als Redetempel wurde das ja sowieso nie genutzt", sagt Hörenz und möchte gern wissen, wie es überhaupt zu der Idee kam, wer dafür bezahlt hat und was nun ein möglicher Abriss kosten könnte. Auch eigene Ideen hat er: Man könnte Bänke aufstellen oder den Platz kinderfreundlich gestalten.

Angeregt wurde die Aufstellung des Palaverhauses Mitte der 90er-Jahre von einem Verein namens "Der Strom - Die Stadt - Die Kunst", der ursprünglich regelmäßig weitere Kunstwerke im öffentlichen Raum platzieren wollte, sich jedoch kurz darauf auflöste.

Auch die Dresdner Kulturwissenschaftlerin Ingrid Adler, die damals Mitglied des Vereins war, hält den derzeitigen Zustand der Installation für untragbar. "So geht das nicht, dort muss was passieren", sagt sie. Schließlich sei es der ausdrückliche Wunsch des international bekannten Künstlers Georg Karl Pfahler gewesen, dass sein Werk nicht nur bestaunt, sondern auch mit Leben gefüllt wird.

Pfahler, der 2002 starb, entwarf und fertigte das Palaverhaus damals ohne Honorar. Dennoch kostete das Projekt rund 150.000 DM. Die Stadt Dresden übernahm ein Drittel davon. Seitdem mussten Dach und Streben des Kunstwerks bereits mehrfach für jeweils mehrere Zehntausend Euro erneuert werden.

Kontakt mit den Erben des Künstlers

Und nun? Obwohl viele Dresdner sich bereits an den Anblick der Absperrgitter gewöhnt haben, gibt es positive Nachrichten. Seit Ende vergangenen Jahres werde das Palaverhaus saniert, teilt Detlef Thiel, Leiter des Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschaft, auf SZ-Anfrage mit. "Das defekte Dach wurde bereits entfernt und neu gefertigt. Die Montage erfolgt in den kommenden Wochen. Weiterhin werden nun die defekten Streben ausgebaut und in Stahl neu gefertigt."

Das Amt für Kultur und Denkmalschutz stehe dabei im Kontakt mit den Erben des Künstlers und stimme die Maßnahmen ab, so Thiel weiter.

Das hören Ingrid Adler und Martin Hörenz gern. "Ich bin gespannt, ob sich dieser Ort doch noch dauerhaft als bunter Treffpunkt etablieren wird", sagt Hörenz. "Das würde Dresden gut zu Gesicht stehen."

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