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Wer sind die Dresdner Corona-Infizierten?

Die Zahl der Betroffenen klettert wieder stetig nach oben. Doch wir wissen inzwischen deutlich mehr über die Fälle. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wahrscheinlich bis Ende September können sich Auslandsrückkehrer am Dresdner Flughafen noch kostenlos auf das Coronavirus testen lassen.
Wahrscheinlich bis Ende September können sich Auslandsrückkehrer am Dresdner Flughafen noch kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. © Robert Michael/dpa

Dresden. Es ist noch keine zweite Welle, aber Vorsicht scheint durchaus angebracht, die Infektionszahlen in Dresden wachsen seit knapp einem Monat. Trotzdem ist manches anders, als im Frühjahr zu Beginn der Pandemie. Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wie viele Infizierte gibt es bis jetzt?

Bisher haben sich in Dresden nachweislich 752 Menschen (Stand: 12.9.) mit dem Coronavirus angesteckt, neun neue Fälle meldete das Gesundheitsamt am Samstag. 680 davon gelten inzwischen als genesen. Abzüglich der zehn Verstorbenen, deren Tod auf den Erreger zurückgeführt wird, ergibt sich, dass die Infektion aktuell bei 62 Menschen aktiv sein müsste.

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Wie viele Menschen befinden sich in Quarantäne?

Allein durch die vier Infektionen an Dresdner Schulen befinden sich aktuell mehr als 250 Schüler und Lehrer in Quarantöne. Größere Unterkünfte wie Pflegeheime oder Flüchtlingsunterkünfte waren nach Kenntnis der Stadt Anfang der Woche nicht betroffen.

Wie hat sich die Pandemie in den letzten Wochen entwickelt?

Ruhe war zwar nicht, aber zwischen Ende Mai und Anfang August kamen täglich nur wenige Corona-Fälle dazu, manchmal gar keine. Lediglich 19 nachgewiesene Fälle meldete das Gesundheitsamt im Juni, Juli und in der ersten Augustwoche. Seit Mitte der Sommerferien steigt die Corona-Kurve allerdings wieder deutlich an: Genau 111 neue Fälle sind seit dem 10. August in der Landeshauptstadt gezählt worden. 102 Fälle davon waren am Samstag nach Alter und Geschlecht aufgeschlüsselt.

Was weiß man über die Neu-Infizierten?

Die meisten Neu-Infizierten dürfen als jung bezeichnet werden. Neben neun Kindern im Alter bis zu 15 Jahren sind 59 Menschen infiziert, die zwischen 15 und 34 Jahre alt sind. Eine genauere Auswertung der SZ auf Grundlage der Melde-Daten zeigt, dass es hier keine Häufungen in bestimmten Jahrgängen gibt, auch nicht bei Jugendlichen, die gerade volljährig geworden sind. Im Alter zwischen 35 und 59 Jahren gibt es 22 Infizierte. Zehn weitere haben das Rentenalter erreicht oder stehen kurz davor – sie sind zwischen 60 und 79 Jahre alt. Außerdem haben sich zwei hochbetagte Dresdner seit Mitte August mit dem Coronavirus angesteckt. Was das Geschlecht angeht, so wurde der Erreger bei mehr Männern als Frauen nachgewiesen.

Wie viele davon sind Reiserückkehrer?

Von den zwischen 10. August und 12. September gemeldeten Corona-Fällen handelte es sich bei mindestens 49 Personen um Reiserückkehrer. Mindestens fünf infizierte Dresdner hatten Urlaub in Deutschland gemacht, teilte die Stadt auf SZ-Anfrage mit. Die restlichen Rückkehrer reisten aus Ägypten, Bulgarien, Frankreich, Indien, Italien, Kroatien, Malta, Marokko, Moldau, Österreich, Polen, Portugal, Serbien, Spanien, Tschechien, der Ukraine und Ungarn ein.

Gibt es Unterschiede zur ersten Welle?

Neu bei dem Wiederansteigen der Zahlen ist, dass die Infizierten jünger sind als bei der ersten Welle zwischen März und Mai. Damals gab es die meisten Fälle in der Gruppe der 40- bis 59-Jährigen. Außerdem steckten sich 48 Dresdner im Alter von über 80 Jahren an. Die Erkrankten jetzt sind deutlich jünger. Da das Coronavirus insbesondere bei Älteren und mehrfach vorerkrankten Personen zu schwierigen Verläufen führt, gibt es derzeit unter den Neu-Infizierten der letzten Wochen nur fünf, die im Krankenhaus behandelt werden mussten oder noch müssen. Darüber hinaus sind bisher keine neuen Todesopfer zu beklagen.

Dem stehen 77 Krankenhauseinweisungen und zehn Tote zwischen März und Mitte Juni gegenüber. Dass in den letzten Wochen kaum Ältere angesteckt wurden, könnte auch ein Ergebnis der Maßnahmen für Reiserückkehrer sein. Wer aus einem Risikogebiet kommt, muss sich nach der Einreise testen lassen und solange in Quarantäne bleiben, bis das Ergebnis vorliegt. Besuche von Eltern und Großeltern sind in dieser Zeit untersagt.

Wie viele Infizierte wurden bisher am Flughafen festgestellt?

Am Dresdner Flughafen haben sich zwischen dem 1. August und dem 6. September genau 12.037 Reiserückkehrer testen lassen, darunter auch Auslandsurlauber, die nicht aus Risikogebieten kamen und die Chance eines kostenlosen Tests nutzten.

Insgesamt fielen 32 Tests positiv aus, darunter neun in der vergangenen Woche, teilt die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) auf Anfrage mit. Sie organisiert die Tests in Klotzsche. Der Anteil der Infizierten unter allen getesteten Urlaubern schwankte bisher zwischen null Prozent an manchen Tagen und 1,4 Prozent, zum Beispiel am Montag letzter Woche.

Insgesamt hat die Zahl der untersuchten Menschen seit Ferienende stark abgenommen. Voraussichtlich bis zum 30. September will die KVS in Zusammenarbeit mit dem sächsischen Gesundheitsministerium noch Tests am Flughafen anbieten. Darüber hinaus haben Rückkehrer die Möglichkeit, sich bis zu 72 Stunden nach Einreise bei ihrem Hausarzt kostenlos auf das Virus untersuchen zu lassen.

Wie bewertet das Gesundheitsamt die Lage?

Trotz des stärkeren Anstiegs sieht das Gesundheitsamt derzeit keinen neuen Lockdown auf die Stadt zukommen, etwa für Schulen und Kitas. Die fünfstufige Warnampel, die eingeführt wurde, steht weiterhin auf Grün. Das heißt, dass sich in den letzten sieben Tagen weniger als 20 Menschen pro 100.000 Einwohner angesteckt haben. Am Samstag, 12.9., lag der Wert bei 6,0. Die Ampel sieht schärfere Maßnahmen insbesondere ab 35 Infizierten pro 100.000 Einwohner in einer Woche vor.

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