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Wie die Feuerwehr-Messe Corona trotzte

Die "Florian" in Dresden war die einzige Feuerwehrmesse in ganz Europa in diesem Jahr. Mit viel Abstand durften die Blaulicht-Fans staunen und ausprobieren.

Papa Tony machte seinen Sohn Finn mit dem Besuch der Feuerwehr-Messe glücklich.
Papa Tony machte seinen Sohn Finn mit dem Besuch der Feuerwehr-Messe glücklich. © Marion Doering

Dresden. Kaum waren die ersten Feuerwehrautos zu sehen, da hieß es bei Finn nur noch "Tatütata Tatütata". Seine Eltern Christin und Tony aus Dresden waren gespannt gewesen, wie ihr zweijähriger Sohn auf seinen ersten Messebesuch reagieren würde. "Er ist totaler Fan von Feuerwehrmann Sam", sagt Tony. Kein Wunder, dass der Kleine bei all dem Blaulicht, den dicken Schläuchen und den knallroten Autos nicht mehr aus dem Staunen heraus kam.

Von Donnerstag bis Samstag konnten sich auf dem Dresdner Messegelände Feuerwehrfans aller Altersgruppen über die neuesten Fahrzeuge, Helme und Löschtechniken informieren. Die Messe "Florian" war die einzige Feuerwehrmesse in ganz Europa in diesem Jahr und durfte stattfinden, obwohl Großveranstaltungen in Dresden nach einem besorgniserregenden Anstieg an Corona-Neuinfektionen kurz zuvor verboten worden waren.

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Auf dem Außengelände der Messe wurden zahlreiche Neuheiten unter den Feuerwehrfahrzeugen ausgestellt.
Auf dem Außengelände der Messe wurden zahlreiche Neuheiten unter den Feuerwehrfahrzeugen ausgestellt. © Marion Doering

Bereits im Juni hatte Sachsen als erstes Bundesland die Organisation von Messen unter bestimmten Bedingungen wieder zugelassen. Aus der Kategorie Großveranstaltungen wurden sie dabei bewusst herausgenommen. 

So konnten sich nun in Dresden rund 200 Aussteller aus acht Ländern auf der Fachmesse "Florian" präsentieren, die eigentlich erst wieder für kommendes Jahr geplant war, aber nach der Absage aller anderen Messen im Land kurzfristig vorgezogen wurde. Schließlich hatten die Anbieter ein großes Interesse daran, ihre neuesten Drehleitern, Löschsysteme, Schutzbekleidung und Feuerwehrroboter der Öffentlichkeit vorzuführen.

Besonders am Samstag nutzten zahlreiche Familien und Feuerwehrfreunde aus dem ganzen Land diese Chance. Um ausreichend Platz für Aussteller und Besucher garantieren zu können, wurden die Flächen erweitert: Erstmals wurde auch die Halle 1 mit zweitem Messeeingang einbezogen.

Auch sonst gab es coronabedingt zahlreiche Änderungen am Konzept, wie Messe-Sprecherin Ines Kurze erklärte. Die Tickets gab es nur online, um die Nachverfolgung der Kontakte zu gewährleisten. Am Samstag waren sie rasch ausverkauft. 

Die normalerweise drei Meter breiten Gänge wurden auf fünf Meter erweitert. Seit Samstag herrschte außerdem Maskenpflicht, an die sich auch fast alle Besucher hielten. Wer doch ohne Mund-Nasen-Schutz durch die Hallen lief, der wurde vom Personal darauf hingewiesen - und zum Dank für sein Verständnis mit einer kostenlosen Maske ausgestattet.

Feuerwehr-Willi kannten viele Besucher von seinen Lehrvideos auf YouTube. Er schrieb ununterbrochen Autogramme und posierte für Fotos.
Feuerwehr-Willi kannten viele Besucher von seinen Lehrvideos auf YouTube. Er schrieb ununterbrochen Autogramme und posierte für Fotos. © Marion Doering

Auch für einen echten Star im Feuerwehr-Kosmos änderte sich einiges. Feuerwehr-Willi, bekannt aus zahlreichen Lehrvideos auf YouTube, musste nicht nur am laufenden Band Autogramme für seine Fans schreiben, sondern war auch ein begehrtes Fotomotiv. Anfassen war allerdings Tabu. Dafür sorgte eine transparente Trennwand.

An anderen Ständen konnten die Besucher auch selbst aktiv werden, zum Beispiel den Ablauf einer Reanimationshilfe über das Telefon nachstellen oder versuchen, eine verriegelte Tür mit allerlei Werkzeug zu öffnen. Eine schweißtreibende Herausforderung.

Da das Wetter halbwegs mitspielte, waren auch die Weltpremieren von Fahrzeugen im Außenbereich der Messe oft von Besuchern umlagert. Ein monströses neues Kettenlöschfahrzeug namens Firebull, geeignet zur Waldbrandbekämpfung, hatte an den ersten Messetagen noch als Erlkönig sein wahres Gesicht verborgen und war erst zum Finale in voller roter Pracht zu sehen.

Trotz aller Einschränkungen wurden bis zum Samstag rund 10.000 Besucher gezählt. „Das ist unter den gegenwärtigen Umständen ein sehr gutes Ergebnis", sagte Roland Zwerenz, Geschäftsführer des Veranstalters Ortec, der genau wie die Sächsische Zeitung und sächsische.de zur DDV-Mediengruppe gehört. "Der Besucherzuspruch setzt ein wichtiges Zeichen für Messen in Corona-Zeiten.“

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