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Wann Dresdens Fernsehturm eröffnen soll

Vor knapp vier Monaten wurde die Betreibergesellschaft für den Turm vorgestellt. Die war inzwischen nicht untätig. Was bisher passiert ist.

Am Dresdner Fernsehturm sollen bald die Arbeiten zur Wiedereröffnung beginnen.
Am Dresdner Fernsehturm sollen bald die Arbeiten zur Wiedereröffnung beginnen. © Sven Ellger

Dresden. Das war eine Nachricht, auf die viele Dresdner und Freunde der Stadt gewartet haben. Im Juni wurde die Betreibergesellschaft für den Dresdner Fernsehturm präsentiert, die Fernsehturm Dresden GmbH. Sie besteht aus drei lokalen Akteuren - der DDV-Mediengruppe, zu der auch Sächsische.de und die Sächsische Zeitung gehören, der Dresdner Tourist-Information (einer DDV-Tochter) und der Kommunikationsagentur Avantgarde Sales & Marketing mit Hauptsitz in München. Die beiden Geschäftsführer der Gesellschaft, Lars Knüpfer und Robin Wenzel, erklären die nächsten Schritte.

Wie ist der aktuelle Vorbereitungsstand?

Die Deutsche Funkturm GmbH koordiniert als Eigentümerin des Turmes alle Arbeiten in Abstimmung mit den künftigen Betreibern. Zur Ertüchtigung stehen 12,8 Millionen Euro vom Bund und jeweils 6,4 Millionen Euro von der Stadt Dresden und vom Freistaat Sachsen zur Verfügung. "Im besten Fall gehen die Ausschreibungen für die Planungsleistungen und die Projektsteuerung Ende Oktober raus", sagt Lars Knüpfer. Im Frühjahr 2022 sind dann voraussichtlich die Büros gefunden und die Planungen könnten starten. "Wir sind von Anfang an von der Funkturm GmbH gut einbezogen worden. Immerhin müssen wir ja auch genau sagen, was wir beim Innenausbau wollen. Die Planung dafür wird auf unseren konzeptionellen Ideen aufbauen", sagt Knüpfer.

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Vier Millionen Euro investiert die Fernsehturm Dresden GmbH in die Innenausstattung des Turms und des Restaurants im Wirtschaftsgebäude. Geschäftsführer Knüpfer sagt, dass man intern damit rechne, dass die Ertüchtigung bis 2026/27 erfolgen wird. "Wenn es schneller geht, umso besser. Das Ziel ist natürlich, so zügig wie möglich voranzukommen, denn viele warten auf die Wiedereröffnung des Turms."

Gibt es Neuigkeiten zum Verkehrskonzept?

Wenzel und Knüpfer loben die Zusammenarbeit mit der Stadt. "Wir sind positiv überrascht, dass uns die Stadtverwaltung angeboten hat, das Verkehrskonzept aktiv mitzugestalten", sagt Robin Wenzel. Er kommt wie Lars Knüpfer aus der Tourismusbranche und weiß, dass sich darin gerade ein Wandel vollzieht. "Der Trend geht viel stärker zum nachhaltigen Aktivtourismus, die Gäste wollen zu Fuß oder mit dem Rad anreisen. Wir haben uns deshalb die Gegend genau angeschaut, sind selbst zu Fuß unterwegs gewesen, um zu sehen, welche Wanderwege gibt es. Dabei haben wir auch festgestellt, dass einige Verbindungen von Privateigentümern abgesperrt sind", sagt Wenzel. Er ist überzeugt davon, dass sich die Betreiber mit dieser neuen Sichtweise gut bei der Umsetzung des Verkehrskonzeptes einbringen können. Dafür habe man auch Input aus der Bevölkerung erhalten.

Klar sei, dass das Thema Reisebusse gelöst werden müsse, auch wenn diese künftig nicht so eine große Rolle spielen werden. Die Stadt arbeite aktiv daran. Momentan überlege man, wie groß Zubringerbusse sein können, um ältere oder Menschen mit Handicap zum Turmfuß zu bringen. "Wir suchen das Gespräch mit den Anwohnern und wollen möglichst transparent agieren, um Konflikte zu vermeiden", sagt Knüpfer. Dass es keine Besuchermassen an bestimmten Tagen geben wird, dafür sollen die Zeittickets sorgen, die für den Besuch des Turms zu buchen sind.

Potenzial hat für die künftigen Betreiber auf jeden Fall das Thema Seilbahn. "Das wäre eine zweite Attraktion zusätzlich zum Fernsehturm", ist Wenzel überzeugt. Jetzt wolle man sich die Studie noch einmal vorstellen lassen. Der Fernsehturmverein habe auch zur Trassenführung schon Untersuchungen mit der Maßgabe angestellt, dass möglichst wenige Privatgrundstücke überfahren werden. "Wir möchten die Seilbahn auf jeden Fall vertiefend anschauen", sagt Wenzel.

Was wird die Gäste im Innern erwarten?

Die Skulptur "Dresdner Held*innen" aus Fernsehern erwartet die Gäste.
Die Skulptur "Dresdner Held*innen" aus Fernsehern erwartet die Gäste. © Visualisierung: Fernsehturm Dresden

Wie schon bei der Vorstellung der Betreiber bekannt wurde, soll der Turmbesuch eine Verbindung aus Landschaft, Kunst, Kultur und Erlebnis werden. "Wir wollen die Gäste mit auf eine Zeitreise nehmen. Wenn sie aus dem Fenster schauen, können sie nicht nur die unmittelbare Umgebung sehen, sondern mittels eingebauter Screens, die ein der Wirklichkeit überlagertes Bild zeigen, zum Beispiel Dresden im 19. Jahrhundert oder zum Zeitpunkt der Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg erleben können - immer aus der Perspektive des Fernsehturmes."

Hinzu kommt eine Skulptur aus Fernsehern, auf der Porträts von "Dresdner Held*innen" zu sehen sind wie etwa Manfred von Ardenne. Nervenkitzel verspricht ein Erlebnisbereich, der auch einen Edge Walk ermöglicht, wie es ihn beispielsweise auf dem CN Tower in Toronto gibt. Dabei ist der Besucher von oben an einem Seil befestigt und kann auf einer Außenplattform ohne Brüstung einmal rund um den Turm herumlaufen. Der Boden dieses schmalen Balkons könnte aus Glas sein, wenn der Denkmalschutz das erlaubt. Auch die Brause-Bar soll es wieder geben, die viele Besucher noch von früher kennen.

Das Mobiliar soll sich in Teilen an der Zeit orientieren, in der der Fernsehturm entstanden ist. Eröffnet wurde der Wachwitzer Turm im Oktober 1969. "Doch diesen Stil ziehen wir nicht durch, es wird eine luftige, moderne Architektur sein", sagt Lars Knüpfer.

Im Foyer unten im Turm sollen die Kassettendecken und der Steinfußboden sowie das Panoramabild der Sächsischen Schweiz erhalten werden.

Im Foyer sollen die originalen Kassettendecken und der Steinfußboden erhalten bleiben.
Im Foyer sollen die originalen Kassettendecken und der Steinfußboden erhalten bleiben. © Visualisierung: Fernsehturm Dresden

Wie wird die Gastronomie gestaltet sein?

Aus Brandschutzgründen darf es im Turm keine Küche geben. Die entsteht im Restaurant im Wirtschaftsgebäude am Fuße des Turmes. Dieses soll um eine Etage aufgestockt werden. Die Terrasse darüber wird dann der nicht überdachte Teil des Restaurants, auf der es rund 90 Plätze geben soll. Im Innern sind 100 Plätze vorgesehen. "Wir möchten Gerichte aus regionalen Zutaten von regionalen Produzenten anbieten. Es soll kein Gourmetrestaurant sein, sondern für alle bezahlbare Speisen bieten", sagt Knüpfer. Momentan haben man sich noch nicht auf die Suche nach einem Gastronomen begeben. "Aber wenn jemand Interesse hat, kann er sich gern bei uns melden", sagt Robin Wenzel.

In der 14. Etage im Turm wird es eine Kaffee- und Kuchentheke sowie eine Bar geben. Alles wird sich ebenfalls an der historischen Einrichtung orientieren. Der Schacht für den Speiseaufzug ist sogar noch vorhanden und kann wiederbelebt werden.

So soll die Kaffee- und Kuchen-Bar im 14. Stock aussehen, die sich der Ausstattung von Ende der 60er-Jahre orientiert.
So soll die Kaffee- und Kuchen-Bar im 14. Stock aussehen, die sich der Ausstattung von Ende der 60er-Jahre orientiert. © Visualisierung: Fernsehturm Dresden

Welche besonderen Events erwarten die Gäste?

Da denken die Betreiber an verschiedene Angebote von der Firmen- und Familienfeier, über Silvesterfeiern und Hochzeiten bis hin zu Sonnenaufgangs-Frühstücken und festlichen Abendessen mit mehreren Gängen und dem Blick auf die untergehende Sonne.

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"Wir merken bereits daran, von wie vielen Partnern wie der Stadtrundfahrt oder der Weißen Flotte wir auf die Wiedereröffnung des Turmes angesprochen werden, dass der eine Attraktion für Familien und ein klassisches Tagesausflugsziel werden kann", sagt Knüpfer optimistisch. "Möglicherweise lässt das Interesse nach fünf, sechs Jahren etwas nach, aber dann werden wir mit neuen Ideen für neue Erlebnisse sorgen."

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