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Was Wolfgang Stumph mit der Elbe verbindet

Der Dresdner Kultschauspieler hat sein ganzes Leben am Fluss verbracht - und reiste nun für eine Dokumentation am Ufer entlang bis in seine zweite Heimat.

Bei der Vorpremiere seiner Elbe-Doku traf Wolfgang Stumph am Dienstag im Rundkino auf viele seiner Fans.
Bei der Vorpremiere seiner Elbe-Doku traf Wolfgang Stumph am Dienstag im Rundkino auf viele seiner Fans. © Sven Ellger

Dresden. Er sieht sich noch selbst als kleiner Junge in Dresden an der Elbe sitzen, wo er Steine ins Wasser warf oder Papierboote fahren ließ. Damals habe er oft darüber nachgedacht, wohin dieser Fluss eigentlich fließt, sagt Wolfgang Stumph. "Damals war das die Quelle für meine kindliche Neugier auf die Ferne und auf die Menschen, die an diesem Fluss leben. Und diese Neugier ist mir bis heute geblieben."

Mit 75 Jahren verkörpert der Schauspieler heute nicht mehr die Witzfigur, wie man sie aus Klassikern wie "Go Trabi Go" oder "Salto Postale" kennt. Auch den Kriminalhauptkommissar Wilfried Stubbe hat er hinter sich gelassen. Stattdessen geht Stumph nun mit Vorliebe auf Entdeckungsreisen, um Land und Leute kennenzulernen.

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Eine dieser Reisen führte ihn nun die Elbe entlang von Dresden bis nach Hamburg. In den 80er-Jahren habe er nicht gedacht, dass diese Achse sein Leben mal so bestimmen würde, sagt er. Längst sei Hamburg jedoch durch die vielen Dreharbeiten und persönliche Begegnungen zu einer zweiten Heimat für ihn geworden.

Mit Regisseurin Jana von Rautenberg arbeitet Wolfgang Stumph bereits seit sieben Jahren zusammen.
Mit Regisseurin Jana von Rautenberg arbeitet Wolfgang Stumph bereits seit sieben Jahren zusammen. © Sven Ellger

Für die Dokumentation "Unsere Elbe - Fluss-Geschichten mit Wolfgang Stumph", produziert von MDR und NDR, traf er nun Menschen, die am Ufer leben und arbeiten. Auf mehr als 700 Kilometern Länge verbindet die Elbe Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Schleswig-Holstein. Überall ist der Fluss für Menschen Alltag und Lebensraum, Fluch und Segen. Vor allem aber eines: Heimat.

Gedreht wurde im Hochsommer bei Temperaturen weit über 30 Grad Celsius. Am Dienstagabend feierte die Elbe-Doku nun im Dresdner Rundkino ihre Vorpremiere. Neben dem Hauptdarsteller kam dafür auch Regisseurin Jana von Rautenberg nach Dresden, mit der Stumph seit "Go Trabi Go forever" nun schon sechs Projekte umgesetzt hat.

Obwohl die Vorstellung des Films coronabedingt diesmal in etwas kleinerem Rahmen stattfand, freuten sich die Besucher, mal ganz nah an ihr Idol herankommen zu können und dabei das ein oder andere Autogramm zu ergattern.

Auch mit der Fährkapitänin Carina Heckert kommt Stumph ins Gespräch.
Auch mit der Fährkapitänin Carina Heckert kommt Stumph ins Gespräch. © MDR/NDR/DOKFilm Fernsehprodution

Wenig später öffnete sich im Saal der Vorhang. Auf seiner Reise begegnet Wolfgang Stumph unter anderem einem Juristen, der nach der Wende von Dresden nach Hamburg übersiedelte, und einer Fährkapitänin, er lernt Süßwassergarnelen kennen und paddelt selbst durch einen Nebenarm der Elbe. Das alles wirkt nicht so, als ob der Schauspieler bald genug von all dem hätte.

Erst vor wenigen Tagen wurde Stumph die Goldene Henne für sein Lebenswerk verliehen. Das aber will er längst nicht als abgeschlossen betrachten. "Ich habe noch viele Ideen im Kopf, aber jetzt geht's erstmal um die Elbe."

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Trotz vieler Projekte findet er bis heute immer noch genug Zeit für Ausflüge ans Ufer. "Wir gehen da viel spazieren, ich setze mich auch gern mal auf eine Bank und beobachte einfach die Menschen." Sein Lieblingsplatz? Der Bilderrahmen mit Canaletto-Blick. "Mehr geht nicht."

„Unsere Elbe – Fluss-Geschichten mit Wolfgang Stumph“ ist am Sonntag, 3. Oktober, 20.15 Uhr zeitgleich im MDR und NDR zu sehen. Bis dahin ist der Film bereits in der ARD-Mediathek abrufbar.

Auf seiner neusten Reise trifft Wolfgang Stumph den Juristen Arne Platzbecker, der von Dresden nach Hamburg übersiedelte.
Auf seiner neusten Reise trifft Wolfgang Stumph den Juristen Arne Platzbecker, der von Dresden nach Hamburg übersiedelte. © MDR/NDR/DOKFilm Fernsehprodution

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