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Dresden ist FSME-Risikogebiet

Im Frühling sind die Zecken wieder aktiv. Welche Krankheiten sie übertragen und wie sich die Dresdner schützen können.

Eine Zecke sitzt auf der Spitze eines Grashalmes.
Eine Zecke sitzt auf der Spitze eines Grashalmes. © dpa-Zentralbild

Dresden. Die Vögel beginnen zu zwitschern und die ersten Sonnenstrahlen des Jahres laden zu Spaziergängen in den Wäldern und Parks ein – viele Dresdner freuen sich gerade jetzt auf den Frühling und darauf endlich wieder öfter und länger an der frischen Luft unterwegs zu sein. Doch aufpassen müssen sie auf Zecken, die je nach Zeckenart im hohen Gras und Büschen unterwegs sind.

Zecken können sowohl Borreliose als auch die gefährlichere Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. 2021 gab es bisher 16 Borreliose-Fälle in Dresden, 2020 waren es 356. FSME-Fälle gab es in diesem Jahr laut Gesundheitsamt noch keinen, 2020 waren es sieben.

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Zecken-Hotspots

Die sachsenweit meisten Borreliose-Infektionen wurden 2020 mit 356 Fällen in Dresden erfasst, gefolgt vom Kreis Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge mit 309 und dem Erzgebirgskreis mit 254 registrierten Fällen. Dresden wurde als FSME-Risikogebiete ausgewiesen. Auch in Risikogebieten sind nicht alle Zecken Träger der Erreger, so das Gesundheitsamt. Mit Borrelien seien bis zu ein Drittel der Zecken infiziert, bei FSME nur 0,1 bis 1,4 Prozent. "Der Stich einer infizierten Zecke bedeutet nicht zwangsläufig einen Krankheitsausbruch beim Menschen, nur bei einem Bruchteil ist das der Fall", so das Gesundheitsamt der Stadt.

Schutz vor Infektionen

„Zecken sind Überlebenskünstler, die auch längere kalte Phasen gut überstehen können. Was viele nicht wissen: Zecken lassen sich nicht von Bäumen fallen, sondern klettern nur bis zu einer Höhe von maximal 1,50 Metern, um sich dann von einem vorbeigehenden Wirt abstreifen zu lassen. Daher sollte sich jeder, der jetzt die Natur wieder mehr genießen will, vor ihnen schützen“, so Martin Morawietz von der Krankenkasse Barmer, er empfiehlt eine Impfung. "Die Impfung selbst ist gut verträglich und wirksam. Der FSME-Impfstoff für Kinder ist ab dem zweiten Lebensjahr zugelassen", so das Dresdner Gesundheitsamt. Bei Kleinkindern unter drei Jahren könne es durch die Impfung etwas häufiger zu einer Fieberreaktion kommen.

Für einen Impfschutz von über 90 Prozent sind zwei Impfungen im Abstand von vier bis zwölf Wochen erforderlich. Zur Aufrechterhaltung des Impfschutzes ist eine dritte Impfung nach neun bis zwölf Monaten (in Ausnahmen nach sechs Monaten) notwendig. Um den Schutz im weiteren Verlauf zu erhalten, müssen regelmäßig Nachimpfungen durchgeführt werden. Diese können mit dem Impfarzt abgesprochen werden. Für die Bewohner von Risikogebieten - und damit auch von Dresden - werden die Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Zur Vermeidung von Borreliose-Infektionen gibt es keine Impfung. Grundsätzlich sollten Menschen bei Waldspaziergängen geschlossene Kleidung und Schuhe tragen, so Mediziner. Oberteile mit langen Ärmeln und hochgezogene Socken über die Hosenbeine seien für den eigenen Schutz besonders empfehlenswert. Auf freie Hautstellen am besten ein Zeckenschutzmittel auftragen. Außerdem ist es trotz schützender Kleidung sinnvoll, nach einem Tag in der Natur den Körper nach Zecken abzusuchen. "Entfernt man die Zecke innerhalb von acht bis zwölf Stunden, kann eine Borrelien-Infektion oft noch verhindert werden. FSME-Viren werden dagegen meist schon beim Stich übertragen", so das Gesundheitsamt. Wenn beim Herausziehen der Zecke deren Stachel abreißt, sei das kein Problem, die Haut sollte danach aber desinfiziert werden.

Wer eine Zecke entfernt hat, sollte die Stelle in den nächsten zwei bis drei Wochen beobachten. Nach einer Übertragung von Borrelien entwickelt sich an der Stichstelle der Zecke in 90 bis 95 Prozent der Fälle eine größer werdende Hautrötung, so das Gesundheitsamt.

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