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Zoo Dresden: Baustart für Orang-Utan-Haus

Es ist das größte Bauvorhaben in der Geschichte des Dresdner Zoos - und gleichzeitig ein Projekt, das polarisiert wie kein zweites.

Architekt Jens Krauße (l.) und Zoodirektor Karl-Heinz Ukena zeigen das Modell für das neue Haus der Orang-Utans.
Architekt Jens Krauße (l.) und Zoodirektor Karl-Heinz Ukena zeigen das Modell für das neue Haus der Orang-Utans. © Sven Ellger

Dresden. Die im Halbkreis aufgestellten Holzpfähle gaben den Besuchern schon seit einigen Wochen einen ersten Eindruck von den gewaltigen Dimensionen dieses Projektes. Inzwischen sind bereits Bauzäune, Bagger, Holzstapel und Kieshaufen dazugekommen, die keinen Zweifel lassen: Hier entsteht etwas Großes.

Nach der Zustimmung des Dresdner Stadtrates für das Finanzierungskonzept im Mai konnten im Dresdner Zoo die Planungen für das neue Orang-Utan-Haus in die finale Phase gehen. Bereits im November hatten die Flamingos ihre neue Voliere nahe der Tiergartenstraße bezogen. Dadurch wurde der nötige Platz für die Orangs geschaffen.

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So soll das neue Haus der Orang-Utans innen aussehen.
So soll das neue Haus der Orang-Utans innen aussehen. © Visualisierung: Heinle, Wischer und Partner

Am Freitag folgte nun der offizielle Baustart. Sekt gebe es ja normalerweise erst bei der Fertigstellung, sagte Zoodirektor Karl-Heinz Ukena, "aber in diesem Fall freuen wir uns so sehr, dass wir schon jetzt mit Ihnen anstoßen wollen".

Detlef Sittel, Erster Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender des Zoos, betonte, das er als ungeduldiger Mensch das Projekt gern eher und schnelle auf den Weg gebracht hätte. Er sei jedoch froh, dass dieses wichtige Zeichen für artgerechte Haltung nun endlich gesetzt werde.

Mit einer geplanten Investition von rund 17 Millionen Euro ist der Neubau das bisher größte Bauprojekt in der 160-jährigen Zoogeschichte. Finanziert wird der Bau durch Eigenmittel, Spenden und die Stadt Dresden. Da bislang noch rund eine Million Euro im Topf fehlt, wirbt der Zoo weiterhin um Spenden.

Die Fertigstellung des neuen Orang-Utan-Hauses ist für Herbst 2023 geplant. Ganz konkret soll bis Mitte September das Baufeld beräumt werden. Bereits bis Ende des Jahres soll das Kellergeschoss fertig sein, im Sommer 2022 der komplette Rohbau.

Platziert wird das insgesamt rund 4.000 Quadratmeter umfassende Gebäude, das von außen wie ein Fußballstadion anmutet, unmittelbar auf dem historischen Lennéschen Rundweg, der in das Gebäude integriert wird. Die Grundidee: Die Außenanlage der Orang-Utans befindet sich im Zentrum der Anlage. Durch diesen "Schutzmantel" können Affen können mehr Zeit als bislang im Freien verbringen.

Geplant ist, die Besucher durch drei Themenräume zu leiten, erklärte Architekt Jens Krauße, vom verantwortlichen Büro Heinle, Wischer und Partner beim Termin am Freitag. Das "Grüne Dickicht" soll Einblick in das Binturong-Gehege geben, die "Grünen Berge und Täler unter Baumriesen" in das hügelige Freigehege der Orang-Utans und das Flusstal der Glattotter und der "Tropische Strand" in das Gehege der Riesenschildkröten.

Die Fassade des Neubaus soll abstrakt die Silhouette des Regenwaldes abbilden.

Die Besucher sollen künftig in einem inneren Ring laufen, sowie einen "Entdeckerpfad" durch die Anlage nutzen können.
Die Besucher sollen künftig in einem inneren Ring laufen, sowie einen "Entdeckerpfad" durch die Anlage nutzen können. © Sven Ellger

Die Menschenaffenhaltung in Dresden hat eine hundertjährige Tradition. Allerdings erfüllte die bisherige Unterkunft der Orang-Utans, die in den 80er-Jahren als Interimslösung errichtet wurde, nie die Ansprüche einer tiergerechten Haltung. In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Kritik daher immer lauter. Immer wieder wurde dabei auch eine Abgabe der Orang-Utans gefordert, was für die Zoo-Verantwortlichen jedoch nie infrage kam.

In den Räumen im neuen Haus werden die Orang-Utans viermal mehr Platz haben, als bislang. Außerdem wie die neue Anlage deutlich höher, was den natürlich Ansprüchen der Baumbewohner entgegen kommen. Im Innenbereich sollen die Affen bis zu sieben Meter hoch klettern können, auf der Außenanlage sogar bis zu zwölf Meter hoch. Von einer Galerie aus beobachten die Besucher sie künftig auch dort oben.

Das alte Orang-Utan-Haus wurde in den 80er-Jahren als Interimsgebäude errichtet.
Das alte Orang-Utan-Haus wurde in den 80er-Jahren als Interimsgebäude errichtet. © Sven Ellger

Trotz der bislang unbefriedigenden Bedingungen verzeichnete man große Erfolge bei der Zucht. Im Jahr 2003 wurde mit Djasinga das erste Jungtier in dritter Zoo-Generation geboren.

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Derzeit leben fünf Orang-Utans im Dresdner Zoo, die 2023 zunächst in das neue Haus umziehen sollen. "Wir gehen davon aus, dass es nicht lange dauern wird, bis wir weiteres erwachsenes Männchen bei uns aufnehmen werden", sagt Wolfgang Ludwig, der Zoologische Leiter. Die Voraussetzungen dafür seien bei der Planung der neuen Anlage berücksichtigt worden.

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