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Unklare Wohnverhältnisse: Max Schreiber unter Verdacht

Wo wohnt Max Schreiber? Dieser Frage geht ein Team des MDR nach. Sollte der Chef der "Freien Sachsen" im Kreis Pirna falsche Angaben gemacht haben, könnte das Konsequenzen haben.

Von Franziska Anders
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Derzeit wird überprüft ob Max Schreiber falsche Angaben zu seinem Wohnort gemacht hat.
Derzeit wird überprüft ob Max Schreiber falsche Angaben zu seinem Wohnort gemacht hat. © Sven Ellger

Dresden. Die Ordnungsbehörden in Dresden und Heidenau untersuchen derzeit, ob Max Schreiber, gewählter Kandidat der rechtsextremen Kleinstpartei Freie Sachsen, falsche Angaben zu seinem Wohnort gemacht hat. Sollte sich der Verdacht bestätigen, könnte Schreiber seine Mandate als Stadt- und Kreisrat nicht antreten. Das berichtet der MDR.

Max Schreiber, ehemals NPD-Kreisvorsitzender und prominentes Gesicht der Freien Sachsen im Raum Dresden, gewann bei den Kommunalwahlen Anfang Juni Sitze im Stadtrat Heidenau und im Kreistag des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Es besteht jedoch der Verdacht, dass er nicht rechtmäßig zur Wahl angetreten ist, da er möglicherweise in Dresden und nicht in Heidenau wohnt.

Schreiber ist offiziell in Heidenau gemeldet, jedoch wurde bei einer Überprüfung durch MDR-Reporter festgestellt, dass er und seine Familie überwiegend in Dresden-Großzschachwitz leben. Am Wohnhaus in Dresden befinden sich Namensschilder sowohl von Schreiber als auch seiner Freundin.

Wahl könnte für ungültig erklärt werden

Die Stadt Heidenau erhielt dem MDR-Bericht zufolge kurz vor den Wahlen Hinweise auf Schreibers möglichen Hauptwohnsitz in Dresden und leitete diese Information an die Stadt Dresden weiter. Die Stadt Dresden äußerte sich bisher aus Datenschutzgründen nicht zum laufenden Verfahren. Auch das Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge wurde über die Wohnsitzproblematik informiert, sieht jedoch aktuell keine unmittelbaren Konsequenzen für die Wahl.

Das Sächsische Innenministerium betonte, dass ein Kandidat nur wählbar sei, wenn sein Hauptwohnsitz im Wahlgebiet liege. Sollte sich herausstellen, dass Schreiber nicht wählbar ist, könnte seine Wahl für ungültig erklärt werden.

Schreiber steht zudem wegen anderer rechtlicher Probleme in der Kritik. Er und sein Bruder müssen sich seit Freitag in einem Strafprozess wegen gefährlicher Körperverletzung und Nötigung verantworten.

Bei den Wahlen im Juni erreichten die Freien Sachsen in Heidenau 6,2 Prozent der Stimmen, und Schreiber zog in den Stadtrat ein. Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge holte die Partei 3,9 Prozent und drei Sitze im Kreistag, darunter einen für Schreiber.