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MP Kretschmer lobt Dresdner Fernsehturmpläne

Die Betreiber für den Dresdner Fernsehturm sind gefunden. Sachsens MP spricht von einem "Meilenstein" und Dresdens OB macht Zusagen.

Der Dresdner Fernsehturm soll wiedereröffnet werden.
Der Dresdner Fernsehturm soll wiedereröffnet werden. © Sven Ellger

Dresden. "Am Anfang haben alle gesagt, es ist unmöglich. Dann hat jemand angefangen und wir sehen, es geht doch", zeigt sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) nahezu begeistert, als die künftigen Betreiber des Dresdner Fernsehturms am Mittwoch vorgestellt werden.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) sagt, die Wiederbelebung des Turms sei eine "Herzensangelegenheit" der Dresdner. "Ich bin überzeugt, dass das vorliegende Betreiberkonzept langfristig trägt und eine echte Bereicherung für Dresden sein wird."

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Die Agentur "Avantgarde", die sich auf besondere Erlebnisse spezialisiert hat, die Dresden Information als Begleiter und Anlaufpunkt für viele Dresdner Touristen und die DDV-Mediengruppe, zu der auch die Sächsische Zeitung und Sächsische.de gehören, werden den Turm ab der Fertigstellung betreiben.

Drei bis vier Millionen Euro wollen die drei Unternehmen investieren, um den Dresdnern und Besuchern Zeitreisen und Abenteuer in luftiger Höhe anzubieten. Die konkreten Pläne hat die SZ bereits am Dienstag vorgestellt. 25,6 Millionen Euro kostet die Sanierung des Turms. Die Hälfte davon trägt der Bund, je ein Viertel Land und Stadt. Das Verkehrskonzept für das Umfeld des Turms kostet weitere 43 Millionen Euro.

Sie wollen den Dresdner Fernsehturm wiedereröffnen: Robin Wenzel, Etat Director bei Avantgarde, Carsten Dietmann, Geschäftsführer DDV-Mediengruppe, und Lars Knüpfer, Geschäftsführer Dresden Information (v.r.).
Sie wollen den Dresdner Fernsehturm wiedereröffnen: Robin Wenzel, Etat Director bei Avantgarde, Carsten Dietmann, Geschäftsführer DDV-Mediengruppe, und Lars Knüpfer, Geschäftsführer Dresden Information (v.r.). © Sven Ellger

"Unser Fernsehturm soll langfristig seine Türen für Besucher wieder öffnen", sagt Bruno Jacobfeuerborn, Geschäftsführer von Deutsche Funkturm, der auch der Dresdner Fernsehturm gehört. "Dafür haben die neuen Betreiber ein sowohl wirtschaftlich überzeugendes als auch inhaltlich innovatives Konzept vorgelegt. Für Dresden ist der Fernsehturm wichtigster Medienstandort, markantes Wahrzeichen und zukünftig wieder ein beliebtes Ausflugsziel."

Allerdings habe zuvor Corona die Pläne "ganz schön durcheinandergewirbelt", so Jacobfeuerborn. "Das Projekt stand auf der Kippe." Dazu gab es Querelen wegen des Verkehrskonzeptes, gegen das Anwohner mobil machen. Jetzt sei man aber auf einem guten Weg für eine Wiedereröffnung. "Einen konkreten Termin können wir heute noch nicht nennen", so der Eigentümer. Geplant ist bisher für 2025 oder 2026.

Ministerpräsident Kretschmer dankte der Bürgerinitiative, die seit Jahren für die Wiedereröffnung kämpft, Politikern, die sich im Bundestag für die Förderung eingesetzt haben, und OB Hilbert. "Wenn wir in Berlin Leute haben, die nicht nur schlaue Reden halten, ist vieles möglich."

Der Fernsehturm sei fest in den Köpfen und Herzen der Dresdner verankert. Bund, Freistaat und Stadt haben gemeinsam die Finanzierung der notwendigen Baumaßnahmen gesichert. "Ich freue mich, dass mit der Auswahl der Betreiber jetzt der nächste wichtige Meilenstein zur Wiedereröffnung dieses faszinierenden Wahrzeichens erreicht ist. Es sind Leute zusammengekommen, die das können."

OB Hilbert hob besonders die Konstellation des neuen Betreibers hervor. "Dass sich Dresdner Unternehmen hier gemeinsam engagieren, ist für mich auch ein Baustein des Erfolgs. Parallel dazu werden wir als Stadt die Planungen für die notwendige Infrastruktur vorantreiben." Als ersten Schritt hat der OB bereits Gelder aus dem Jahresüberschuss dafür vorgesehen.

Das planen die Betreiber

Die Agentur "Avantgarde" hat bereits Erlebnis-Führungen in der Semperoper, den Staatlichen Kunstsammlungen und in der Gläsernen Manufaktur in Dresden entwickelt. Den Tourismus in Dresden organisiert die Dresden Information bereits jetzt und will Besucher zum Turm locken. Die DDV-Mediengruppe kümmert sich um den Kartenvorverkauf und will mit ihren Medien die Dresdner immer auf dem aktuellen Stand halten.

Mit zeitlich gebundenen Tickets soll der Besucherstrom gelenkt werden, damit es zu keiner Überlastung für die Anwohner rund um den Fernsehturm kommt. Die Besucher im Turm werden in einem Ambiente aus der Zeit empfangen, in der der Turm gebaut wurde - die Eröffnung war 1969. Von der Plattform des Turms aus soll der Ausblick zur Zeitreise durch viele Epochen, mit einem speziellen Dresdner Blick, werden. Dazu kommen Animationen von "Dresdner Helden", also Persönlichkeiten, die die Stadt geprägt haben wie Manfred von Ardenne und Gerhard Richter, die als virtuelle Realität erscheinen. Durch spezielle Ferngläser werden Blicke in Dresdens Partnerstädte wie St. Petersburg und Hamburg ermöglicht.

Dazu ist ein Erlebnisbereich geplant, in dem Besucher auf der Plattform außen um den Turm herumlaufen können - gesichert selbstverständlich. Gastronomie soll es im Erdgeschoss des Turms geben.

Er habe noch viele weitere Ideen, sagt Robin Wenzel von "Avantgarde". Was sich konkret umsetzen lässt, werde sich aber noch zeigen. Zudem seien die Zeitreisen auch immer nur Angebote. "Man kann in die Landschaft blicken, sich aber auch die Inszenierung anschauen." Und es werde auch um die Zukunft gehen, die Entwicklung des ländlichen Raums, wie es in 20 oder 30 Jahren in Dresden aussehen könnte. Und der Blick in die Stadt ist als "digitaler Röntgenblick" geplant, mit dem man hinter die Mauern der Frauenkirche, Semperoper und so weiter blicken kann. Auch der höchste Mini-Weihnachtsmarkt in Dresden sei denkbar oder E-Sport-Veranstaltungen.

Carsten Dietmann, Geschäftsführer der DDV-Mediengruppe, Lars Knüpfer, Geschäftsführer Dresden Information, Landeskonservator Alf Furkert, Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert, Bruno Jacobfeuerborn, Geschäftsführer Deutsche Funkturm, und Robin Wenzel, E
Carsten Dietmann, Geschäftsführer der DDV-Mediengruppe, Lars Knüpfer, Geschäftsführer Dresden Information, Landeskonservator Alf Furkert, Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert, Bruno Jacobfeuerborn, Geschäftsführer Deutsche Funkturm, und Robin Wenzel, E © Deutsche Funkturm

Was der Fernsehturmverein dazu sagt

"Ich bin froh, dass es weitergeht", sagt Eberhard Mittag, der Chef des Dresdner Fernsehturmvereins. Abschließend könne er das Konzept noch nicht bewerten. Dass es nur im Erdgeschoss eine Gastronomie geben wird, sei für ihn logisch. "Oben kann man heute keine Küche mehr einbauen."

Aber er finde den Ansatz gut. "Das Konzept nimmt viele Aspekte auf, die wir als Verein bereits in einem eigenen Konzept vorgeschlagen hatten, etwa die Nutzung für Veranstaltungen wie Hochzeiten", so Mittag. Zudem sei es positiv, dass keine Betreibung als Hotel geplant sei, wie es in einem anderen Konzept vorgesehen war.

Wie viel der Aufstieg kosten soll

Zu den Preisen für die Fahrt auf den Turm und die jeweiligen Erlebnisse wollen und können sich die künftigen Betreiber noch nicht äußern. "Wir werden uns aber an den Preisen anderer Türme orientieren", so Lars Knüpfer, Chef der Dresden Information. Man werde aber Familien, Senioren, Dresden-Pass-Inhaber und so weiter berücksichtigen. "Alle Dresdner sollen auch auf den Turm kommen können." Knüpfer und Wenzel werden die Geschäftsführer der neuen Dresdner Fernsehturm GmbH.

In Berlin kostet ein Ticket für Erwachsene beispielsweise 19,50 Euro, Studenten zahlen 14,80 Euro, Kinder ab vier Jahren zahlen 10,50 Euro - bis vier ist der Eintritt frei. In München kostet es 11 Euro, ermäßigt sieben, für Familien 23 Euro und bis sechs Jahre ist der Eintritt kostenlos. Für den Düsseldorfer Rheinturm gibt es bereits zeitgebundene Karten. Diese kosten neun Euro, Tickets ohne Zeitbindung elf Euro und Kinder bis sechs sind generell frei.

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Die neuen Betreiber planen zunächst mit 200.000 bis 220.000 Besuchern pro Jahr. Das sind etwa so viele wie zu DDR-Zeiten den Turm besucht haben. Da es aber kein klassisches Café auf dem Turm geben werde, sollen die unterschiedlichen virtuellen Veranstaltungen Besucher locken, schließlich sei das Ziel, dass das Konzept 20 Jahre ab der Eröffnung trägt.

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