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Munitionssucher finden altes Fahrrad

Der Elbgrund über dem sanierten Abwassertunnel an der Flügelwegbrücke muss gesichert werden. Welche Arbeiten dafür unter Wasser nötig sind.

Noch liegt das Schiff Genthin im Alberthafen. Mit seinem Bagger wird es bis Anfang kommenden Jahres an der Flügelwegbrücke im Einsatz sein.
Noch liegt das Schiff Genthin im Alberthafen. Mit seinem Bagger wird es bis Anfang kommenden Jahres an der Flügelwegbrücke im Einsatz sein. © René Meinig

Dresden. Fest verankert liegt jetzt das Spezialschiff Genthin im Alberthafen. In den kommenden Wochen wird es oft unterhalb der Flügelwegbrücke zu sehen sein. Denn dort führt die linkselbische Dresdner Abwasser-Hauptschlagader unter der Elbe hindurch zum Klärwerk Kaditz. 

Der zwei Meter hohe Abwassertunnel wurde bis Juni dieses Jahres saniert. Er liegt einen Meter unter dem Elbgrund. In der Fachsprache werden solche Rohrverbindungen unter Flüssen als Düker bezeichnet. Das kommt aus dem Holländischen und heißt Taucher.

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Allerdings sind jetzt noch weitere Arbeiten nötig, wobei die Genthin eingesetzt wird. Damit der Tunnel künftig geschützt ist, wird jetzt noch ein 20 Meter breiter und 100 Meter langer befestigter Streifen auf dem Elbgrund aufgebracht. 

Wenn Schiffe bei möglichen Havarien ihre Anker werfen müssen, kann die Röhre nicht beschädigt werden, erklärt Projektleiter Heiko Nytsch von der Stadtentwässerung.

Eine erste Aufgabe haben Industrietaucher eines Kampfmittel-Suchdienstes in der vergangenen Woche gelöst. Sie suchten unter Wasser Verdachtsflächen nach Munitionsresten ab.

„Dabei haben sie aber nur ein altes Fahrrad gefunden“, sagt Nytsch. Also drohen bei den Arbeiten keinerlei Gefahren. Ab der kommenden Woche wird der Bagger der Genthin die Fahrrinne in dem Bereich verbreitern. Nötig ist das, damit Schiffe bei den folgenden Arbeiten an der Wasserbaustelle vorbei kommen. 

In diesem Bereich wird auf dem Elbgrund ein Schutzstreifen für den Abwassertunnel gebaut.
In diesem Bereich wird auf dem Elbgrund ein Schutzstreifen für den Abwassertunnel gebaut. © Marion Doering

Dabei müssen auf dem Elbgrund rund 1.000 Kubikmeter ausgehoben werden. Diese Arbeiten an der Fahrrinne werden zwei bis drei Wochen dauern. Damit es keinerlei Einschränkungen für die Schifffahrt gibt, wird der Schutzstreifen über dem Abwassertunnel in drei Bauabschnitten angelegt. Zuerst muss der Elbgrund 80 Zentimeter tief ausgebaggert werden. 

Die Industrietaucher versetzen auf der Fläche Wasserbausteine, die noch mit Beton vergossen werden. Darüber kommt eine 30 Zentimeter dicke Schicht Elbkies.

Im Frühjahr wurde bereits eine Probefläche in der Elbe vor dem Wasser- und Schifffahrtsamt in Pieschen angelegt. Die aufwendigen Arbeiten dauern bis Februar kommenden Jahres. Dann wird der Abwassertunnel von oben gut geschützt sein.

Chef-Stadtentwässerer Ralf Strothteicher und Bauleiter Martin Lehmann begutachteten den frisch sanierten Abwasser-Tunnel, bevor er wieder in Betrieb genommen wurde.
Chef-Stadtentwässerer Ralf Strothteicher und Bauleiter Martin Lehmann begutachteten den frisch sanierten Abwasser-Tunnel, bevor er wieder in Betrieb genommen wurde. © René Meinig

Durch die 340 Meter lange sanierte Röhre fließt bei Starkregen das Abwasser des Altstädter Hauptkanals unter der Elbe hindurch. Denn in diesem Fall reicht das kleinere, 1,1 Meter starke benachbarte Rohr nicht mehr aus. Die Stadtentwässerung hat rund 4,8 Millionen Euro für die Sanierung investiert. 

In die 113 Jahre alte Röhre sind zwei mit Polyesterharz getränkte Nadelfilzschläuche eingezogen beziehungsweise eingestülpt worden. In der Fachsprache nennt sich das Inliner. Im Juni konnte die sanierte Röhre wieder in Betrieb genommen werden.

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