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Kaufpark-Investor will sich in Prohlis engagieren

Mit einem Neubau könnte auch Platz für die Soziokultur entstehen. Die Grünen haben den neuen Eigentümer gleich zum Engagement im Stadtteil befragt.

So präsentiert sich aktuell der Kaufpark Nickern. Nach 25 Jahren zeigt dieser bereits große Verschleißerscheinungen.
So präsentiert sich aktuell der Kaufpark Nickern. Nach 25 Jahren zeigt dieser bereits große Verschleißerscheinungen. © Sven Ellger

Dresden. Kaum hat sich Elbepark-Besitzer Kurt Krieger entschieden, den Kaufpark trotz mancher Unwägbarkeiten doch zu kaufen, geht die Entwicklung ganz schnell. Schon am Montagabend stellte sein Mitarbeiter Andreas Uhlig gemeinsam mit dem Stadtplanungsamt das Projekt Neubau des Kaufparkes im Stadtbezirksbeirat Prohlis vor.

Die Grünen haben dort sofort die Chance ergriffen, den Investor zu dringend benötigten Räumen für Soziokultur im neuen Einkaufszentrum zu befragen. Und Stadtbezirksbeirätin Julia Günther stieß auf offene Ohren. Nach ihren Angaben sicherte Andreas Uhlig eine Fläche von 150 bis 200 Quadratmetern für soziale Projekte im neuen Kaufpark zu.

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"Ich begrüße die Bereitschaft des Investors sich in Prohlis sozial zu engagieren und nehme Herrn Uhlig beim Wort. Mit dieser Zusage ist mir die Zustimmung für das baulich ambitionierte Projekt umso leichter gefallen", sagt Günther. Die Fläche könne für Prohlis die lang ersehnte Bereicherung sein, denn es fehle an einen zuverlässig bespielbaren größeren Veranstaltungsraum, in dem zum Beispiel Proben und Konzerte des Kinderorchesters Musaik oder Fachveranstaltungen stattfinden können.

In der Vergangenheit seien in Prohlis mehrere Einrichtungen geschlossen oder teilgesperrt worden. Günther fordert das Stadtplanungsamt auf, der Ankündigung der Krieger-Unternehmensgruppe in den weiteren Planungen Rechnung zu tragen und die Fläche fest einzukalkulieren.

Quadratmeteranzahl im Kaufpark reduzieren

Auch CDU-Stadtrat Mario Schmidt war im Stadtbezirksbeirat am Montag dabei. Das Krieger-Projekt bekam 16 Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen. "Das ist Rückenwind für die kommenden Beratungen in den weiteren Gremien des Stadtrates", sagt Schmidt.

Dass sich Krieger für den Kaufpark-Kauf entschieden habe, sei eine gute Nachricht für Dresden, schätzt Holger Zastrow ein, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Stadtrat. "Immerhin geht er ein Risiko ein, weil nicht klar ist, ob er die nötige politische Zustimmung dafür erhält. Dafür zolle ich Herrn Krieger Respekt", so Zastrow. Er erhofft sich mit dem neuen Kaufpark auch eine Quartiersentwicklung für Prohlis.

Dagegen hat Grünen-Stadtrat und Landtagsabgeordneter Thomas Löser auch die Situation der Innenstadthändler im Blick. Deren Sorgen nehme er sehr ernst. "Wir wissen, dass Herr Krieger neben dem neuen Kaufpark auch einen neuen Sconto-Möbelmarkt mit weiterem innenstadtrelevanten Sortiment in der Größenordnung von 1.000 Quadratmetern bauen will. Wir bitten ihn, ernsthaft zu prüfen, dass er diese Quadratmeteranzahl dann im Kaufpark reduziert", sagt Löser.

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Beim Citymanagement, was die Interessen der Gewerbetreibenden der Innenstadt vertritt, will man zunächst das Verträglichkeitsgutachten abwarten, in dem untersucht wird, welche Auswirkungen der neue Kaufpark auf die City und die Stadtteilzentren haben wird. "Es wird die aktuelle Situation widerspiegeln", sagt Citymanagerin Friederike Wachtel. Das sei die Grundlage, um über Grenzen für die Innenstadtrelevanten Sortimente zu sprechen.

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