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Neue Brüstungen für die Augustusbrücke

Die Sanierung geht jetzt ins Finale. Das wird auch für Passanten deutlich sichtbar.

Genauigkeit ist beim Einbau der Brüstungssteine an der Augustusbrücke gefragt.
Genauigkeit ist beim Einbau der Brüstungssteine an der Augustusbrücke gefragt. © René Meinig

Dresden. Sichtbar voran gekommen sind die Bauleute der Firma Hentschke Bau auf der Augustusbrücke. Nach dem Abbruch auf der elbabwärts liegenden Seite sind die Flächen über den Bögen neu betoniert. 

Fast komplett errichtet ist bereits die Ziegelwand, die die Straße und den Fußweg voneinander trennen wird, teilt Rathaussprecher Karl Schuricht mit. Parallel dazu werden die Leitungen für die Straßenentwässerung verlegt sowie die Rohre, in denen unter anderem Datenkabel und Leitungen für die Straßenbeleuchtung verlegt werden. 

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Begonnen wurde jetzt bereits damit, die einen Meter hohen Sandsteinbrüstungen wieder zu errichten. Auf dem neu gebauten ersten Bogen über dem Terrassenufer stehen sie schon eine Weile. 

Jetzt haben die Bauleute damit angefangen, sie auf dem zweiten Bogen zu versetzen. Viele Steine können erhalten werden, auch wenn sie ausgebessert werden müssen. Andere Steine sind hingegen so kaputt, dass sie durch neue ersetzt werden müssen. Damit sind die Sächsischen Sandsteinwerke Pirna beauftragt. 

Hier bekommen die Sandsteine noch den letzten Schliff, bevor sie auf der Brüstung eingebaut werden.
Hier bekommen die Sandsteine noch den letzten Schliff, bevor sie auf der Brüstung eingebaut werden. © René Meinig

Für die gesamte Augustusbrücke liefert das Unternehmen rund 1.500 Tonnen, teilt Produktionsleiter Uwe Jahr mit. Über drei Viertel davon sind bereits auf der Augustusbrücke eingebaut. 

Bei den Brüstungen sind die kleinsten Steine zehn Zentner schwer, die größten bringen bis zu drei Tonnen auf die Waage. Dabei handelt es sich um die großen Steine, auf denen die Beleuchtungs- und Fahrleitungsmasten stehen. 

Die Bauteile werden nach Maß gefertigt. „Vorher wird genau geplant, welcher Stein an welchen Platz kommt“, erklärt der Produktionsleiter. Deshalb wurden auch die alten, wiederverwendbaren Steine nummeriert, um sie wieder an ihrer alten Stelle einbauen zu können.

In diesem Steinbruch an der Lohmener Mühlleite werden die Sandsteine für die Augustusbrücke gebrochen.
In diesem Steinbruch an der Lohmener Mühlleite werden die Sandsteine für die Augustusbrücke gebrochen. © Foto: SZ/Peter Hilbert

Abgebaut wird der Sandstein nur wenige Kilometer von der östlichen Dresdner Stadtgrenze entfernt an der Lohmener Mühlleite. Das ist einer von sechs Steinbrüchen des Unternehmens rings um Pirna. Herausgebrochen und -gesprengt werden Blöcke des besonders harten Postaer Sandsteins. 

Bereits komplett eingebaut sind die 120 Konsolsteine an der elbabwärts liegenden Seite, die aus der Brücke herausragen. Dort waren 65 Konsolsteine so stark beschädigt, dass sie durch neue ersetzt werden mussten. 

Der wohl markanteste von ihnen ist seit Ende Mai wieder auf der Neustädter Seite über dem Elberadweg zu sehen. Den acht Tonnen schweren Konsolstein ziert eine Frau, die ihr Kind mit einem Fischleib fest im Arm hält. Er musste nach dem Vorbild des historischen Originals neu hergestellt werden. 

Auf diesen Brückenkonsolen sind auch schon rund 250 Gesimssteine eingebaut, von denen etwa ein Drittel durch neue ersetzt werden mussten. Jetzt folgt mit dem Einbau der Brüstungen der abschließende Akt beim Sandsteinbau. Produktionsleiter Jahr geht davon aus, dass noch bis Anfang kommenden Jahres an neuen Brüstungssteinen gearbeitet wird.

Die Flächen über den betonierten und neu abgedichteten Brückenbögen werden schon wieder verfüllt.
Die Flächen über den betonierten und neu abgedichteten Brückenbögen werden schon wieder verfüllt. © René Meinig

Weit fortgeschritten sind auch die Arbeiten am Altstädter Brückenanschluss. „Die Pflasterarbeiten sind abgeschlossen“, erklärt Rathaussprecher Schuricht. Derzeit werden die Gehwege am Pegelhaus und am Italienischen Dörfchen gebaut.

Die Sanierung auf der Brücke soll im Sommer 2021 fertig werden. Die Straße bleibt aber für Autos bis auf Ausnahmen gesperrt. 

Ist die Brücke ausgetrocknet, sind noch Arbeiten an den Fassaden und an der Unterseite nötig. Geplant ist, die letzten Arbeiten bis Ende 2021 abzuschließen.

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