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Fernsehturm-Pläne: "Völlig utopisch"

Eine Dresdnerin will das Projekt jetzt mit einer Petition stoppen. Die Funkturm GmbH hingegen plant, schon im Frühjahr einen Betreiber vorzustellen.

Die Zukunft des Dresdner Fernsehturmes liegt noch im Nebel.
Die Zukunft des Dresdner Fernsehturmes liegt noch im Nebel. © Marion Doering

Dresden. Eine neue Petition fordert den Stopp der Wiederbelebung des Fernsehturms. Eingereicht wurde sie von Antje Meurers. "Die Pläne zur Wiedereröffnung des Fernsehturms sind völlig utopisch. Sie halten keiner realistischen Prüfung stand - weder in finanzieller noch verkehrstechnischer Hinsicht" schreibt Meurers in der Begründung.

Bis zum Mittwoch um 16 Uhr hatten 115 Menschen die Online-Petition auf der Webseite der Stadt Dresden unterzeichnet. "Die Hoffnung, dass die Wiedereröffnung aus dem Doppelhaushalt 2021/22 angesichts der Folgekosten der Corona- Pandemie verschwindet, hat sich leider nicht erfüllt. Während verschiedene Gebühren drastisch steigen werden, hält die Stadtverwaltung aus unerklärlichen Gründen an diesem völlig unnötigen und unkalkulierbaren Projekt fest", heißt es in der Petition weiter.

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"Ich fordere den Oberbürgermeister als Chef der Verwaltung auf, seiner Verantwortung gerecht zu werden und die Wiedereröffnung des Fernsehturms sofort zu stoppen. "

Bereits mehrere Petitionen zum Fernsehturm

Es ist nicht die erste Petition zum Fernsehturm. Erst im August des Vorjahres wurde auf der Website der Stadt eine Petition mit einer Idee gestartet, den Fernsehturm in Wachwitz abzutragen und ihn auf dem Altmarkt wieder aufzubauen. Das Ganze war aber offenbar als Scherz gemeint, gestartet von einem Einreicher, der einen Künstlernamen gewählt hatte.

Wesentlich erfolgreicher war da die Petition des Fernsehturmvereins zur Wiederbelebung des Turmes , die 2015 an den damaligen Chef der sächsischen Staatskanzlei übergeben wurde. 28.000 Menschen hatten sie unterzeichnet. Auch sie war ein Puzzleteil auf dem Weg zur geplanten Wiederöffnung.

Die Dresdner Kommunalpolitik ist gepalten, was die Zukunft des Fernsehturmes anbelangt. Zwar wurde beschlossen, dass im Doppelhaushalt der nötige Geld für die Wiederöffnung des Turmes enthalten ist.

Auch der Bund und das Land wollen sich an den Turmeröffnungskosten von insgesamt 25,6 Millionen Euro beteiligen. Doch es gibt viele Stadträte, die diese Entscheidung angesichts der Kosten durch die Corona-Pandemie kritisch sehen. Insbesondere die Verkehrslösung, wie die Gäste ohne Auto zum Turm gelangen, lässt noch viele Fragen offen.

Eigentümer spricht mit potentiellen Bewerbern

Unterdessen ist der Eigentümer des Fernsehturmes, die Deutsche Funkturm GmbH, wie geplant in Kontakt mit potentiellen Betreibern für den Turm, wie Unternehmenssprecher Benedikt Albers mitteilt.

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"Die nächsten Schritte sehen so aus, dass wir konkrete Angebote und Konzepte bewerten, und diese mit der Stadt besprechen." Details zu den laufenden Gesprächen könnten in der jetzigen Phase noch nicht genannt werden. "Unser Ziel ist es, im Frühjahr 2021 den neuen Betreiber des Fernsehturms vorzustellen. Daran arbeiten wir intensiv", sagt Albers.

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