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Dresdner Königsufer: So soll der Umbau vorankommen

Auf der Neustädter Elbseite in Dresden soll umgebaut werden. Doch zuvor muss eine Lösung für den Verkehr gefunden werden. Wie machen das eigentlich andere Städte?

Mit diesem Entwurf zum Königsufer gewannen Bernd Albers und Günther Vogt den Wettbewerb der Stadt.
Mit diesem Entwurf zum Königsufer gewannen Bernd Albers und Günther Vogt den Wettbewerb der Stadt. © Visualisierung: Landeshauptstadt

Dresden. Die Entscheidung, wie das Gegenüber der Brühlschen Terrasse gestaltet werden soll, ist bereits vor über zwei Jahren gefallen. Der Entwurf der Berliner Architekten Bernd Albers und Günther Vogt hatte den städtebaulichen Wettbewerb im Februar 2019 gewonnen. Seit 2020 wird am Vorentwurf des Bebauungsplanes gearbeitet. "Die frühzeitige Beteiligung der Bürger und der Träger öffentlicher Belange ist für die zweite Jahreshälfte 2021 vorgesehen", sagt Stefan Szuggat, der Leiter des Stadtplanungsamtes.

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Ein Knackpunkt für die Gestaltung des Königsufers und des Neustädter Marktes ist die künftige Verkehrsführung. Alle Fraktionen des Stadtrates waren sich einig darin, dass die vierspurige Große Meißner Straße so nicht bleiben kann. Die Magistrale mit eigenem Gleisbett stammt noch aus den Zeiten der "autogerechten Stadt". Sie macht einen nahtlosen Übergang von der Alt- in die Neustadt unmöglich und wirkt als trennende Barriere. Sie und die Köpckestraße neu zu gestalten, ist die größte Hürde im Verfahren.

Deshalb sollen Varianten untersucht werden, um die beste Verkehrslösung zu finden. Nach Aussage vom Stadtplanungsamtsleiter wird die Vergabe der Planungen in Kürze beginnen. Wie der Stadtrat beschlossen hatte, sollen Varianten zur Führung der Straßenbahn in Mittellage und in nördlicher Seitenlage untersucht werden. Auch ein Tunnel wird betrachtet. Die Variantenuntersuchung wird mindestens zwei Jahren dauern, so Szuggat. "In diesem Zeitraum ist auch eine erneute Bürgerbeteiligung vorgesehen. Erste Planungsvarianten wollen wir im kommenden Jahr öffentlich zur Diskussion zu stellen."

Um Bewegung in die Diskussion zu bringen, lädt die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden (GHND) am 19. Juni zu einer Gesprächsrunde ein. Dort geben zwei Referenten Einblicke, wie ähnliche Verkehrsprobleme in ihren Städten gelöst wurden. Das ist zum einen Ruth Orzessek-Kruppa vom Stadtplanungsamt aus Düsseldorf, die über den Bau des Rheinufertunnels in ihrer Stadt spricht, und zum anderen der frühere Ulmer Baubürgermeister Alexander Wetzig, der die verkehrsberuhigte Neue Mitte Ulm vorstellt.

"Uns geht es um Inspiration, wie andere an solche Fragen herangegangen sind", sagt Torsten Kulke, der Vorstandsvorsitzende der GHND. "Die Zeit drängt und es soll die beste Lösung für das Königsufer und den Neustädter Markt gefunden werden. Aber die Meinungen sind gespalten", sagt Kulke. Aus Sicht seines Vereins wäre es das Beste, die Verkehrsfrage über einen Bürgerentscheid klären zu lassen.

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Inzwischen gibt es aber einen neuen Sachstand: Der Neustädter Markt hat den Denkmalschutzstatus erhalten. Nun muss das Stadtplanungsamt prüfen, inwieweit die Planungsziele des Wettbewerbsergebnisses zum Königsufer und zum Neustädter Markt mit dem Denkmalschutzstatus ihre Gültigkeit behalten können. "Möglicherweise ergeben sich daraus neue inhaltliche und zeitliche Rahmenbedingungen", sagt der Leiter des Stadtplanungsamtes.

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