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Rettung für Dresdner Villa

Für das Trachauer Haus aus der Gründerzeit gibt es Abrisspläne. Diese hat der Stadtrat nun gestoppt. Doch es gibt Bedenken.

Die Villa an der Wilder-Mann-Straße darf nicht abgerissen werden.
Die Villa an der Wilder-Mann-Straße darf nicht abgerissen werden. © Marion Doering

Dresden. Über das Gebäude an der "Wilder-Mann-Straße 44 wird seit vielen Monaten diskutiert. Der Eigentümer will es abreißen, dort offenbar mehrere Häuser mit Wohnungen errichten.

Die Gründerzeit-Villa steht nicht unter Denkmalschutz, was einen Abriss grundsätzlich ermöglicht. Jetzt wurde im Stadtrat aber ein Weg gefunden, sie zu retten.

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Dass dieses Gebäude erhaltenswert ist, darin waren sich die meisten Stadträte einig. Der Eigentümer hatte vor rund einem Jahr einen Abrissantrag eingereicht. Diesen hat die Stadtverwaltung zurückgestellt. Der Aufschub ist aber nur für maximal ein Jahr möglich. Die Frist laufe am 7. Mai ab, erklärte Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne).

Dann müsse die Stadt den Abriss genehmigen, weil das Gebäude nicht als Denkmal eingestuft ist. Deshalb hat sich Grünen-Stadtrat Thomas Löser für eine Erhaltungssatzung für das Viertel Trachau/Wilder Mann eingesetzt. Diese aufzustellen, hat der Stadtrat auch bereits beschlossen, nun ging es um den konkreten Erlass.

Die Gegner davon fürchten zu viel Bürokratie für die anderen Bewohner des Viertels, das die Satzung umfasst. "Das ist ein vergiftetes Geschenk für alle anderen Hauseigentümer des Gebietes", kritisiert CDU-Stadtrat Veit Böhm. Denn dann müsse jede Veränderung wie der Bau eines Carports beantragt und von der Stadt genehmigt werden.

"Es geht um ein Objekt, das geschützt werden soll", so Böhm. "Es ist es nicht wert, die Rechte der anderen Bürger derart zu beschneiden." Andere Gebiete, für die Erhaltungssatzungen erlassen wurden - davon gibt es bereits 28 in Dresden - seien entweder viel größer oder es handle sich um alte Dorfkerne, die erhalten werden sollen.

Ja, es sei ein baufälliges Haus, sagte Löser. Aber es sei absolut erhaltenswert und dies sei auch möglich. "Der Investor will ein viel größeres Haus an die Stelle und ein zweiten Gebäude im Hinterhof errichten - das passt dort einfach nicht."

Auch Linke-Stadtrat Tilo Wirtz kennt den Zustand der Villa, die von Schwamm befallen und die Haustechnik verschlissen ist. "Aber hätten wir nach der Wende alle Gebäude in diesem Zustand abgerissen, hätten wir in Dresden keine Gründerzeithäuser mehr."

Die Mehrheit der historischen Gebäude in dem Gebiet stünden bereits unter Denkmalschutz, erläuterte SPD-Stadtrat Stefan Engel. "Dass diese Villa nicht geschützt ist, ist nicht nachvollziehbar." Deshalb könne dies nur mit einer entsprechenden Erhaltungssatzung geschehen. Zudem gebe es n den anderen Gebieten mit so einer Satzung kaum Konflikte mit den Eigentümern. Trachau sei genauso schützenswert wie beispielsweise Klotzsche und Striesen/Blasewitz.

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Auf Antrag der FDP beschloss die Mehrheit des Rates, dass die Erhaltungssatzung zunächst erlassen wird - nach fünf Jahren soll die Verwaltung aber berichten, ob es Konflikte mit Anwohnern gab. Dann wird möglicherweise neu darüber entschieden. Die Villa darf damit nicht abgerissen werden.

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