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"Schauriges Wetter" in Dresden

Der Winter kam am Ostermontag überraschend zurück nach Dresden. Wie es nun weitergeht mit dem Aprilwetter - und wann Besserung in Sicht ist.

Das müssen nicht nur die Stiefmütterchen auf dem Weißen Hirsch aushalten. Es kommt weiter Schnee.
Das müssen nicht nur die Stiefmütterchen auf dem Weißen Hirsch aushalten. Es kommt weiter Schnee. © René Meinig

Dresden. Das ist wieder mal typisch: Seit Monaten quälen sich die Dresdner durch Lockdowns und dann macht auch noch das Wetter schlechte Laune. Zwar ist es genau so, wie es der Mecklenburger Schriftsteller Heinrich Seidel in seinem "April, April"-Gedicht notiert hat. Doch der Gedanke daran hilft auch nicht weiter. "Bald lacht der Himmel klar und rein, bald schau'n die Wolken düster drein, bald Regen und bald Sonnenschein", hat er vor mehr als 100 Jahren gereimt. Auch von Schnee ist die Rede.

Der bleibt den Dresdnern noch einige Tage erhalten. Polare Kaltluft ist seine Ursache. Sie drang am Ostermontag von Norden kommend auch bis nach Sachsen vor, sagt der Meteorologe Thomas Hain vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Leipzig. "Die Kaltluft reicht bis in die hohe Atmosphäre", erklärt er, dass es tagsüber trotz Plusgraden schneit. Die Gebiete, in denen es schneit, seien zwar eng begrenzt. "Aber wenn, dann geht's richtig zur Sache."

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Am frühen Dienstagmorgen ging es derart "zur Sache", dass Autos, Dächer und Wiesen sogar mit einer dünnen weißen Schicht bedeckt waren. Bis minus vier Grad kalt kann es auch in den kommenden zwei Nächten werden, prognostiziert der DWD-Fachmann, tags zeigt das Thermometer dann nur selten mehr als fünf Grad an. Meistens nur dann, "wenn es die Sonne mal schafft, durchzugucken"-

Am Donnerstag wird es deutlich milder

Die Straßen können glatt und "schmierig" werden, genau wie am Dienstagmorgen, an dem die Polizei deshalb zahlreiche Unfälle melden musste. "Graupelschauer, vielleicht auch ein kurzes Gewitter und sehr kräftige Schneeschauer" sind weiter möglich, sagt Hain. Bis Donnerstagmorgen rechnet er damit. "Das ist schauriges Wetter, im wahrsten Sinne des Wortes."

Doch dann kommt besseres Wetter. Hain sagt eine Wetterberuhigung am Donnerstag voraus, "es wird deutlich milder". Doch echtes Gute-Laune-Wetter wird das noch nicht. "Die Temperaturen werden dann zweistellig, aber es fällt eine ganze Menge Regen", liest der DWD-Mann aus seinen Wetterkarten.

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"Das ist ganz typisches Aprilwetter", bestätigt Hain die Beobachtung des Dichters aus Mecklenburg. Zwar rechnet er mit Besserung, doch "Dauerfrühling mit 20 bis 25 Grad deutet sich noch nicht an". Aber es geht aufwärts, ist sich Hain letztlich mit dem Dichter einig. "Ich glaube nicht, dass das noch mal so extrem tief in den Keller geht", meint der Fachmann. Heinrich Seidel reimt in seiner letzten April-Strophe: "Hurra! Hurra! Der Frühling ist doch da!"

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