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So will die Dresdner Regionalbahn die Verkehrswende anpacken

Die Züge von Dresden nach Kamenz, Sebnitz und Altenberg sollen häufiger fahren und neu ausgestattet werden. Eine Elektrifizierung dauert aber noch Jahre.

Von Luisa Zenker
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Präsentation des neu ausgestatteten Dieselzugs "Desiro" der DB Regio AG und dem Verkehrsverbund Oberelbe am Hauptbahnhof Dresden.
Präsentation des neu ausgestatteten Dieselzugs "Desiro" der DB Regio AG und dem Verkehrsverbund Oberelbe am Hauptbahnhof Dresden. © Symbolfoto/Rene Meinig

Dresden. Halbstundentakt, W-LAN und Barrierefreiheit - die Züge im Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) haben eine Auffrischung bekommen. Seit dem 12. Dezember fahren nun mehr Diesel-Triebwagen mit einer besseren Ausstattung in Richtung Kamenz, Hoyerswerda und Altenberg. Nach der Insolvenz der Städtebahn hat die Deutsche Bahn Regio (DB) das Streckennetz 2019 für die vier Diesel-Linien übernommen.

Mehr Züge fahren in Sachsens Dörfer und Kleinstädte

21 Dieselzüge verkehren nun auf den Strecken zwischen Dresden, Kamenz und Königsbrück, zwischen Heidenau und Altenberg sowie zwischen Pirna und Sebnitz. Das sind sechs Züge mehr als vor vier Monaten. Seit Dezember bietet die Deutsche Bahn deshalb einen Halbstundentakt in Richtung Kamenz an. Unter dem neuen Namen "S8" bringt sie die Dresdner aufs Land und andersrum. Zukünftig soll auch die "S7" nach Königsbrück in dichterem Takt fahren. Außerdem plant der VVO die Städte nach Hosena, Senftenberg und Hoyerswerda besser zu erschließen.

Internetsurfen im Regionalzug

Damit mehr Bürger die Bahn nutzen, braucht es nicht nur eine dichte Taktung: "Wir sorgen auch für bessere Qualität in den Zügen", so der Vorsitzende der DB Regio Südost Wolfgang Weinhold. Damit sich die Fahrgäste wohlfühlen, werde die Flotte nach und nach mit W-Lan, Handylademöglichkeiten per USB-Stecker, Wickeltischen sowie großen Anzeigetafeln ausgestattet. Ein Projekt, das pro Zug eine halbe Million Euro gekostet hat, erklärt VVO-Sprecher Christian Schlemper. Finanziert wurde das über Bundesmittel.

Zudem hat die DB barrierefeie Zustiege zu vielen Bahnhöfen barrierefrei ermöglicht. Die Züge besitzen nun eine manuell anlegbare Überfahrrampe, um Personen mit Fahrrad, Rollstuhl oder Kinderwagen den Einstieg zu erleichtern. Derzeit sind 30 Prozent der Stationen im VVO vollständig barrierefrei ausgebaut, bis 2025 sollen das 90 von 118 Stationen im VVO werden.

Die Folgen von Corona sind weiterhin spürbar

"Die Rückmeldungen der Fahrgäste sind insgesamt recht positiv", schlussfolgert der VVO-Vorsitzende Burkhard Ehlen. Allerdings merkt er, dass seit dem Ausbruch der Pandemie weniger Fahrgäste im VVO mit der Bahn unterwegs sind. "Uns fehlt noch immer ein Viertel der Fahrgäste im Vergleich zu den Vorpandemiejahren."

Das mache sich ebenso bei den Kosten bemerkbar: 15 Prozent der Fahrgelderlöse fehlen dem Unternehmen. "Hier hoffen wir weiterhin auf staatliche Ausgleichszahlungen, auch für das Jahr 2022." DB-Regio-Chef Weinhold bleibt optimistisch: "Die Fahrgäste werden zurückkommen. Das Autofahren hat seine Zukunft hinter sich gelassen, mit der Bahn gibt es keine Staus."

Hiermit soll der barrierefreie Zustieg ermöglicht werden
Hiermit soll der barrierefreie Zustieg ermöglicht werden © René Meinig
Statt Steckdose USB-Anschluss zum Laden von Handys
Statt Steckdose USB-Anschluss zum Laden von Handys © René Meinig
Vier weitere Linien gehören nun zum DR Regionetz Südost
Vier weitere Linien gehören nun zum DR Regionetz Südost © René Meinig

Die Zukunftspläne der Regionalbahnen im VVO

Die DB Regio hat bis 2031 das Dieselnetz für die vier Linien im VVO übernommen. Danach plant der VVO-Vorsitzende die Dieseltriebwagen mit Batterie-Hybrid-Zügen zu ersetzen. Die TU Dresden sowie die TU Berlin haben hierfür zum möglichen Einsatz von Wasser­stoff- und Akkuzügen geforscht. Sie empfehlen den Einsatz von Oberleitungsbahnen oder Batterie-Hybrid-Zügen dort, wo langfristig keine Elektrifizierung vonstattengehen wird.

"Die Untersuchungen haben gezeigt, dass perspektivisch der Einsatz von Elektrozügen auf den betrachteten Strecken am effizientesten ist und zudem das größte Potenzial zur CO2-Einsparung bietet", erläuterte Professor Arnd Stephan von der TU Dresden.

Um all das durchzusetzen, hofft der VVO-Chef auf die Bundesmittel aus dem Klimapaket. 30 Millionen Euro stünden demzufolge dem Freistaat Sachsen jährlich unter anderem für das Streckennetz zur Verfügung. "Bei uns ist davon bisher noch nichts angekommen."