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Dresdens Amateursport: Was jetzt noch stattfinden kann

Stillstand im Amateursport: Das Eismärchen ist erneut abgesagt, auch der Nikolauslauf. Drei Veranstalter spielen noch auf Zeit.

Das beliebte Dresdner Eismärchen kann erneut nicht stattfinden. Klubchef Andreas Hiller pocht nun auf eine Kompensation.
Das beliebte Dresdner Eismärchen kann erneut nicht stattfinden. Klubchef Andreas Hiller pocht nun auf eine Kompensation. © Archiv: Matthias Rietschel

Dresden. Die Absagen häufen sich. In der sächsischen Amateursport-Szene gehen wiederholt für Wochen die Lichter aus. In der Vorweihnachtszeit beliebte Veranstaltungen können aufgrund der aktuellen Corona-Schutzverordnung im Freistaat nicht mehr durchgeführt werden – beziehungsweise ergeben sie wirtschaftlich auch keinen Sinn mehr.

Das Dresdner Eismärchen wird zum zweiten Mal in Folge durch eine öffentliche Verordnung – im wahrsten Sinne des Wortes – auf Eis gelegt. Der ausrichtende Dresdner Eislauf-Club (DEC) ging bis zuletzt für seine neun geplanten Aufführungen vom 6. bis 19. Dezember von „Dornröschen“ von einer maximal möglichen Auslastung von 50 Prozent aus. Das ist nun nicht mehr möglich. Bis zu 20.000 Zuschauer pro Jahr hatten die Vorstellungen in der Zeit vor der Pandemie angezogen.

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„Der Ticketverkauf lief seit anderthalb Wochen ordentlich“, sagt Klubchef Andreas Hiller. Der Vorverkauf ist allerdings mittlerweile gestoppt. „Wir wissen nicht, ob es noch einmal Hilfen gibt. Das ist aber existenziell für uns“, betonte er. Hiller und seine Mitstreiter müssen nun über eine spürbare Erhöhung der Mitgliedsbeiträge nachdenken, um die Vorfinanzierung des Eismärchens auszugleichen. Er könne sich aber auch vorstellen, eine Kompensation bei der Landesregierung „für die wissentlich zu späte Regelung“ einzufordern.

Eine Absage auch aus organisatorischen Gründen

Auch der für den 5. Dezember geplante Nikolauslauf des Post SV Dresden ist bereits abgesagt. Allerdings wurde die 29. Auflage des beliebten Volkslaufs nur bedingt aus Pandemiegründen gecancelt. Zunächst wurde dem Veranstalter durch das Grünflächenamt nicht mehr gestattet, wie gewohnt im Blüherpark anzutreten. Die Alternativen an der Cockerwiese und der Lingnerallee erwiesen sich als zu teuer, an der Pieschener Allee, ein Flächennaturdenkmal, sind Veranstaltungen aller Art gesetzlich verboten.

Als letztmögliche Variante fasste der Post SV die weniger spannende Runde um Platz sechs hinter dem Steyer-Stadion ins Auge. Die Coronaschutz-Verordnung stoppte auch diesen Plan. Der Verein hätte alle Läufer ab 17 Jahre auf die Einhaltung der 2G-Regel kontrollieren müssen. „Und wer kontrolliert die Zuschauer an der Strecke?“, fragte der Verein um Organisator Jürgen Stein und gab die Bemühungen für dieses Jahr auf.

Läufer und Schwimmer hoffen noch

Nicht abgesagt sind derweil zwei andere Läufe – oder sollte man besser formulieren: noch nicht? Der Adventslauf der Veranstalter vom Oberelbe-Maraton für den 5. Dezember steht weiterhin im Kalender des Ausrichters. Auf der Facebook-Seite teilen die Veranstalter aber mit: „Wir müssen die Entscheidungen der Obrigkeit abwarten, was geht bzw. ob überhaupt was geht. Im negativen Fall erhalten alle Anmelder natürlich ihr Geld zurück bzw. ziehen wir den Betrag erst gar nicht ein.“ Der entsprechende Eintrag ist allerdings vom Freitag.

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Ebenso hält es der Dresdner SC mit dem traditionellen Christstollen-Schwimmfest, das vom 17. bis 19. Dezember geplant ist. Das Meeting steht – Stand Sonntagabend – auf der Kippe. Aber wie lange noch?

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