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Sport

Dresdner Handballer bezwingen Hamburg

Der HC Elbflorenz verdirbt dem HSV mit seiner besten Saisonleistung die vorzeitige Aufstiegs-Party. Lob gibt es dafür von einem ehemaligen Weltmeister.

Jubel nach dem 37:31 gegen den HSV Hamburg: Die Handball-Profis des HC Elbflorenz feiern ihren überraschend klaren Erfolg.
Jubel nach dem 37:31 gegen den HSV Hamburg: Die Handball-Profis des HC Elbflorenz feiern ihren überraschend klaren Erfolg. © kairospress

Dresden. Der Gegner mag es in dieser Situation als etwas despektierlich empfunden haben: „Den Hamburgern möchte ich sagen: Dynamo hat es gezeigt, man steigt besser zu Hause auf“, sagte Uwe Saegeling, Präsident des Handball-Zweitligisten HC Elbflorenz am Sonntagabend unmittelbar vor dem Spitzenspiel des Tabellenvierten gegen den Zweitliga-Spitzenreiter HSV Hamburg. Die Hanseaten hätten mit zwei Punkten aus Dresden vorzeitig den Sprung ins Oberhaus schaffen können. Doch die Party muss aufgeschoben werden.

Die Gastgeber setzten sich vor 702 Zuschauern beim Hallen-Comeback der Fans in der Landeshauptstadt überraschend souverän mit 37:31 (17:14) durch. Das Team von Trainer Rico Göde zeigte dabei wohl die beste Saisonleistung. Die Gäste waren wohl von der plötzlichen vorzeitigen Chance etwas überfordert, die Aue mit einem Sieg über den Tabellendritten Gummersbach eröffnet hatte. „Nach so einem Spiel möchte man ziemlich schnell nach Hause fahren und es schon morgen möglichst besser machen. Ob die Ausgangslage für uns förderlich war, muss ich mittlerweile bezweifeln“, sagte Hamburgs Trainer Torsten Jansen.

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Dessen Mannschaft konnte den wie entfesselt auftretenden Hausherren kaum einmal Paroli bieten. „Dresden hat heute ein Superspiel gemacht“, unterstrich der Weltmeister von 2007. Dessen Kollege Rico Göde stellte fest: „Was wir heute abgeliefert haben, das war mit die beste Saisonleistung. Da kommt viel zusammen: Wir haben eine gute Torhüterleistung, der Gegner nicht so. Wir haben uns heute belohnt. Arseniy Buschmann hat beispielsweise ein Riesenspiel gemacht – vorn und hinten“, lobte er den fünffachen Torschützen, der sonst eher unauffällig, aber effizient agiert.

Die geballte Jubel-Faust wurde für HCE-Trainer Rico Göde am Sonntagabend fast zu einer eihenen Trainingseinheit.
Die geballte Jubel-Faust wurde für HCE-Trainer Rico Göde am Sonntagabend fast zu einer eihenen Trainingseinheit. © kairospress

An dessen Seite lieferten auch Mindaugas Dumcius (sieben Tore), Lukas Wucherpfennig (neun/zwei) und Vize-Kapitän Sebastian Greß (fünf) außerordentliche Leistungen ab. Im Tor parierte Mario Huhnstock in der entscheidenden Phase des Spiels knapp 40 Prozent der HSV-Würfe. Diese starke Quote sank zum Ende der dann entschiedenen Partie noch etwas ab.

Die begeisterten Besucher in der Ballsportarena mögen an der Gänsehaut-Atmosphäre ihren ganz speziellen Beitrag geleistet haben, findet zumindest der – aus Sicht von Trainer Rico Göde – Mann des Spiels. „Es war außergewöhnlich, mal wieder vor Zuschauern zu spielen. Wir haben es auf jeder Position geschafft, Emotionen, aber auch Köpfchen in das Spiel zu bringen. Gefühlt hätten wir heute ewig spielen können, dieses Mal hat einfach alles funktioniert. Der Funke von den Zuschauern ist nicht nur auf mich, sondern auf die ganze Mannschaft übergesprungen“, erklärte Arseniy Buschmann.

Stehende Ovationen von den Fans. Für Trainer Göde hatte sein Team beste Werbung für den Handball in der Landeshauptstadt betrieben.
Stehende Ovationen von den Fans. Für Trainer Göde hatte sein Team beste Werbung für den Handball in der Landeshauptstadt betrieben. © kairospress

Am Mittwoch treten die Dresdner bereits zum nächsten Spitzenspiel an: Beim Tabellendritten VfL Gummersbach. In der Nachholpartie könnten die Sachsen den HSV Hamburg nachträglich zum vorfristigen Aufstieg verhelfen. Einen Sieg vorausgesetzt. Doch bereits drei Partien vor Saisonschluss haben die Dresdner mit 38:28 Punkten so viele Zähler wie noch nie in ihrer Zweitliga-Historie auf dem Konto. „Mehr Werbung als heute kann die Mannschaft nicht machen, als sie heute gemacht hat. Alle, die das dürfen, kommt am 20. Juni zum letzten Heimspiel gegen Bietigheim in die Halle und guckt euch an, wie wir uns entwickelt haben“, warb Göde voller Stolz um noch mehr Zuschauer.

Derzeit gibt es tatsächlich wenig Argumente, die gegen einen Besuch bei den HC-Handballern sprechen. Nur die strikten Vorschriften: Auch Gimpfte und vom Corona-Virus genesene Personen mussten am Sonntag einen negativen und tagesaktuellen Corona-Test vorweisen. Die Auflage soll am kommenden Sonntag fallen.

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