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Sorgen um Dresdens Handball-Nationalspieler

Der HC Elbflorenz stellt zwei Profis für die EM-Qualifikation frei – und bezahlt das teuer. Mit Corona hat das aber ausnahmsweise mal nichts zu tun.

Elbflorenz-Neuzugang Ivar Stavast verletzte sich im Training bei seiner Nationalmannschaft.
Elbflorenz-Neuzugang Ivar Stavast verletzte sich im Training bei seiner Nationalmannschaft. © Matthias Rietschel

Dresden. Die Gefahr hätte der Handball-Zweitligist HC Elbflorenz aus einer anderen Richtung vermutet. Schweren Herzens folgten die Dresdner der mit dem Ligaverband HBL und den anderen Mannschaften einheitlich festgelegten Linie, trotz der weltweiten Corona-Pandemie die Nationalspieler für die anstehenden EM-Qualifikationsspiele freizustellen. 

Der 22-jährige Holländer Ivar Stavast und Litauens Nationalspieler Mindaugas Dumcius reisten deshalb direkt nach der knappen 24:25-Heimniederlage gegen Lübeck-Schwartau vom vorvergangenen Sonntag zu ihren Auswahlteams.

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Zumindest Stavast hat das nun teuer bezahlen müssen. Der Spielmacher brach sich am Dienstag im Training bei einem Zweikampf den Daumen der linken Hand. Stavast wurde bereits tags darauf in den Niederlanden operiert – er fällt damit rund sechs Wochen aus. „Für Ivar ist es wirklich bitter, da er sich in der ersten Phase der Saison sehr gut in die Mannschaft und das Spielsystem integriert hat“, sagt Elbflorenz-Trainer Rico Göde.

Mit Marek Vanco wäre noch ein dritter HC-Profi international angetreten, doch der tschechische Verband hat seine Partien aufgrund der hohen Corona-Zahlen abgesagt. Über die Freistellungen hatte es zuvor auch unter den Erstligisten zahlreiche kontroverse Diskussionen gegeben.

Eigentlich spielt Marek Vanco nicht nur für den HC Elbflorenz, doch die tschechische Nationalmannschaft hat vorerst alle Länderspiele abgesagt - wegen der erhöhten Coronazahlen im Land.
Eigentlich spielt Marek Vanco nicht nur für den HC Elbflorenz, doch die tschechische Nationalmannschaft hat vorerst alle Länderspiele abgesagt - wegen der erhöhten Coronazahlen im Land. © Matthias Rietschel

Die waren dann aber spätestens vom Tisch, als es die Muster-Quarantäneverordnung der Politik für Profisportler gab, nach der sie bei der Rückkehr aus einem Risikogebiet nicht mehr in häusliche Quarantäne müssen – wenn ein negativer PCR-Test vorliegt. „Es ist eine Ehre für jeden Spieler, für seine Nationalmannschaft zu spielen, und wir haben da auch eine Abstellpflicht. Aber wir wollen sie eigentlich nicht hergeben“, hatte Dresdens Manager Karsten Wöhler vor zwei Wochen dazu noch erklärt. 

Die Dresdner stimmten schließlich dennoch zu. „Die jeweiligen Verbände haben ihre Hygiene- und Sicherheitskonzepte transparent eingereicht. Das sah gut aus, was uns die Verantwortlichen offeriert haben“, sagt Trainer Göde.

Sowohl der niederländische als auch der litauische Handball-Verband konnten auch den Dresdnern glaubhaft versichern, ihre Spieler in sogenannten Blasen vom öffentlichen Leben abzusondern und mit zusätzlichen Tests eine weitere Sicherheit einzubauen. „Es ist auch für uns schön, dass wir Nationalspieler haben, ich gönne das wirklich jedem, aber in der Situation“, sagt Rico Göde und atmet tief durch, „ist das alles etwas schwierig“.

Fast wie Quarantäne

Auch Mindaugas Dumcius reiste nicht ausschließlich euphorisch zu seinem Nationalteam. „Ich fliege zwar über Kopenhagen nach Island, aber dort wird es für uns fast wie in der Quarantäne. Wir pendeln nur zwischen Hotel und Halle“, erklärte der Linkshänder. Bei der deutlichen 20:36-Niederlage seiner Auswahl in Island steuerte der 25-Jährige am vergangenen Mittwoch drei Tore bei. Am Sonntag unterlag Litauen im EM-Qualifikationsspiel daheim mit 26:34 gegen Portugal. „Hoffentlich“, sagte Dumcius vor der Abreise, „komme ich gesund wieder“.

Mindaugas Dumcius vom HC Elbflorenz ist auch für sein Heimatland Litauen aktiv.
Mindaugas Dumcius vom HC Elbflorenz ist auch für sein Heimatland Litauen aktiv. © Matthias Rietschel

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„Die Muster-Quarantäneregelung des Bundes soll umgesetzt werden, müsste aber auf Länderebene noch durchgesetzt werden“, erklärte indes Geschäftsstellenleiter Michael Schöne. „Wir gehen also davon aus, dass die beiden bei einem negativen Test nicht in Quarantäne müssen, sondern gleich wieder einsteigen dürfen“.

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