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Das sagt der Elbflorenz-Coach über seine Corona-Infektion

Dresdens Handball-Trainer Rico Göde spricht vor dem Auswärtsspiel in Ludwigshafen über seinen Covid-Status und die Fitness des Zweitligisten.

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Trainer Rico Göde hat viel aufzuarbeiten.
Trainer Rico Göde hat viel aufzuarbeiten. © Archiv: Matthias Rietschel

Dresden. Beim Handball-Zweitligisten HC Elbflorenz ist wieder Normalität eingekehrt. Zumindest halbwegs. Vier Spieler, Trainer Rico Göde und dessen Assistent Kay Blasczyk hatten sich Ende Oktober mit dem Coronavirus infiziert. Eine Partie wurde absagt, die zwei folgenden hingegen nicht. Gegen Hamm-Westfalen (3./28:28) und gegen Nordhorn-Lingen (6./26:27) schlug sich der dezimierte Kader mehr als achtbar. Inzwischen sind alle vormals Erkrankten wieder in den Trainingsbetrieb zurückgekehrt.

Vor dem Samstagduell beim Erstliga-Absteiger Ludwigshafen schildert Trainer Rico Göde die Situation im Kader.

Rico Göde, wie fit sind die zuletzt erkrankten Profis bereits wieder?

Grundsätzlich sind alle wieder da, niemand ist mehr in Quarantäne. Aber es sind nicht alle einsatzbereit. Wir haben bei dem einen oder anderen zu kämpfen, der nicht gut aus seiner Quarantäne gekommen ist. Wir werden in Ludwigshafen nicht alle an Bord haben. Der Kern steht, der auch die letzten beiden Spiele absolviert hat – das ist klar. Sorgen machen uns noch etwas Philip Jungemann und Michael Schulz, bei dem Covid noch am meisten nachwirkt. Er wird uns nicht zur Verfügung stehen. Bei Max Mohs und Jungemann müssen wir schauen, wie sich das entwickelt. Sie sind natürlich noch nicht bei 100 Prozent.

Gehen Sie im Training speziell auf die Rückkehrer ein?

Ja, wir drosseln und dosieren, indem wir sie öfter mal rausnehmen oder gesondert trainieren. Die Jungs haben einen Pulsgurt anliegen, wenn die Werte zu hoch gehen, legen sie eine Pause ein. Sie machen aber wieder das Handballtraining mit, nachdem sie in den letzten Tagen mehr oder weniger Kardiotraining absolviert haben. Sie werden also ständig beobachtet und sind quasi ständig unter ärztlicher Kontrolle. Die Liga schreibt für die Rückkehr nach einer Corona-Infektion ein genaues medizinisches Prozedere vor, an das halten wir uns strikt. Dazu gehören Puls, EKG, Belastungs-EKG, Herzecho, Sauerstoffsättigung und Blutwerte, Lungenkontrolle.

Haben Sie am Test-Rhythmus – zwei Mal pro Woche – etwas geändert?

Faktisch haben wir niemanden mehr, den wir generell testen müssten. Die jetzt Genesenen haben einen Genesenen-Status, der Rest ist geimpft. Wir haben am 1. November acht Mann impfen lassen, deren Genesen-Status nach der Erkrankung im April 2021 ausgelaufen war. Unsere Mannschaft erfüllt vollständig die 2G-Anforderung.

Haben Sie die Hoffnung, dass der Geist in Ihrer Mannschaft aus den letzten beiden Partien, diese Jetzt-erst-Recht-Stimmung, erhalten bleibt?

Nicht nur die Hoffnung. Ich habe der Mannschaft gesagt, dass sie aus der Leistung auf jeden Fall Selbstvertrauen mitnehmen kann, obwohl wir nur einen Punkt holten. Es hätte keiner etwas gesagt, wenn wir die Spiele gegen zwei sehr gute Teams mit sieben Toren Rückstand abgegeben hätten. Diese Auftritte müssen uns Sicherheit geben. Großer Respekt und großes Lob für die Art und Weise, wie da alles gelaufen ist. Da war auch – speziell in der Vorbereitung – auch Eigeninitiative gefragt. Das sollten wir beibehalten, egal wer da als Trainer an der Seite rumturnt. Jetzt geht es darum, in den wichtigen Phasen noch konsequenter zu sein und zu punkten. Dadurch sind wir abrechenbar. Es fragt in ein paar Wochen keiner mehr, ob die Ergebnisse unter besonderen Bedingungen zustande gekommen sind.

Auch Sie waren mit Corona infiziert. Spüren Sie noch Nachwirkungen?

Meinen abschließenden Termin im Krankenhaus habe ich nächste Woche. Mir geht es so weit gut. Wenn ich im Training etwas lauter rede, kratzt es im Hals. Im Spiel schreie ich – zum Glück – auch wieder gegen Zuschauer an. Mal gucken, ob ich zur Halbzeit noch reden kann.

Das Interview führte Alexander Hiller.