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Corona kostet Dresdner Kanutin Olympia

Die Dresdnerin Steffi Kriegerstein hat mit Covid-Langzeitfolgen zu kämpfen. Davon erzählt die 28-Jährige jetzt in einer Doku.

Steffi Kriegerstein unterzieht sich am Freitag einem Stresstest.
Steffi Kriegerstein unterzieht sich am Freitag einem Stresstest. © Archiv: Jürgen Lösel

Dresden. Sieben Menschen aus dem MDR-Sendegebiet erzählen von ihrem Leben während der Corona-Pandemie. Neben dem Obdachlosen Rex, Pfleger Alexander Stephan und Chefdirigent Markus Huber kommt in der Dokumentation auch die Dresdner Weltklasse-Kanutin Steffi Kriegerstein zu Wort.

Die 28-Jährige sorgte im April für Schlagzeilen – als erste Leistungssportlerin, die aufgrund von Langzeitschädigungen durch das Covid-19-Virus ihre Olympiaträume begraben muss.

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Der Film zeigt Kriegerstein unter anderem während einer ärztlichen Analyse schwer atmend auf einem Ergometer. Blut wird ihr vom Ohr gezapft. „Kanu ist mein Leben, ich mache diese Sportart schon seit meinem sechsten Lebensjahr. So gesehen habe ich mein ganzes Leben dafür gegeben“, sagt sie.

Die Olympia-Zweite von 2016 wollte ihre Karriere nun in Tokio krönen. Die Krankheit machte ihr einen Strich durch diese Rechnung. „Wenn es mir mal schlecht geht, gucke ich mir meine Medaille von Rio an. Es wäre schön gewesen, das noch mal zu toppen“, sagt Kriegerstein.

Angebot von Markus Lanz abgelehnt

In den zurückliegenden Wochen und Monaten wird sie ihre wertvollste Plakette öfter hervorgeholt haben. An leistungsbezogenes Training war nicht zu denken. Wenn Kriegerstein überhaupt Fortschritte gemacht hat, dann minimale, begleitet von Rückschlägen.

Doch offenbar hat sie inzwischen ihren Frieden mit der Krankheit gemacht. „Ich habe viel mit Sportpsychologen, meiner Familie und Freunden geredet. Für mich stand Sport in den letzten Jahren an erster Stelle. Ich habe gelernt, dass es noch viele andere schöne Sachen gibt. Für mich ist Corona eine neue Chance, so blöd das klingt“, erklärt sie.

Durch ihren offenen Umgang mit der Erkrankung vervielfachten sich auch die Medienanfragen. Eine Offerte für die ZDF-Talkshow von Markus Lanz lehnte sie ab. „Die Anfrage kam zu einer Zeit, in der viel über mich hereingebrochen ist. Das war für mich einfach zu viel“, sagt Kriegerstein.

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Zudem hatten wildfremde Personen sie via Social Media als Heuchlerin und Simulantin gebrandmarkt. „Dafür ist mein Fell nicht dick genug“, gibt sie zu. An diesem Freitag muss die Kanutin noch einen Stresstest beim Herz-Spezialisten Dr. Konrad Ammer bestehen. Dann könnte ihre Zukunft beginnen – eine ohne Corona. (ald)

TV-Tipp: Mi., 20.15 Uhr, MDR: „Bleibt alles anders? Mit Corona in die Zukunft“

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