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Darum macht Deutschlands zweitbeste Shottrackerin Schluss

Die Dresdnerin Bianca Merker, nach Anna Seidel die Nummer zwei im deutschen Shorttrack, beendet ihre lange Karriere – nicht nur wegen einer Verletzung.

Von Alexander Hiller
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Bianca Merker mag sich nicht mehr im Kraftraum schinden.
Bianca Merker mag sich nicht mehr im Kraftraum schinden. © Archiv: Matthias Rietschel

Dresden. Für Bianca Merker beginnt jetzt ein neuer Lebensabschnitt. Vermutlich zunächst einmal ganz ohne Sport. Die zweitbeste deutsche Shorttrackerin nach ihrer Dresdner Klubkollegin Anna Seidel beendet ihre lange und Karriere, 23 Jahre betrieb sie diesen Sport.

Die Staffel-Europameisterin von 2010 gab diesen Schritt auf ihren Social-Media-Kanälen bekannt. Ausschlaggebend für sie waren die vergangenen Jahre. Da plagte sich die Tochter der früheren Weltklasse-Eissschnellläuferin Skadi Walter, konnte aufgrund hartnäckiger Knieprobleme jedoch keinen großen Wettkampf mehr bestreiten.

Nach mehreren Operationen und Kniespiegelungen hatte die 32-Jährige zuletzt im vergangenen September bei der internen Qualifikation für die Olympischen Spiele versucht, an die Normzeiten heranzulaufen. Vergeblich. Immerhin stieß Merker auch aufgrund ihrer Hartnäckigkeit endlich auf die exakte Diagnose für ihre langwierigen Schmerzen im linken Knie. Die Athletin litt an reaktiver Arthritis – die Immunantwort des Körpers auf einen entsprechenden Bakterienstamm ist behandel- und heilbar.

Stolz auf das Erreichte

Nach der Diagnose wollte die Olympiateilnehmerin von 2018 eigentlich herausfinden, „wie gut ich noch sein kann, wenn das Knie fit ist“, hatte sie im Januar der SZ erzählt. Diese Pläne haben sich nun geändert. „Nach langen Überlegungen und zahlreichen Gesprächen heißt es für mich nun, ein neues Kapitel zu beginnen“, teilte sie mit. „Die Gesundheit spielt immer noch nicht ganz mit. Für mich war auch nicht ersichtlich, wann ich wieder voll einsatzfähig wäre“, sagt sie auf SZ-Nachfrage.

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Wie ihre berufliche Zukunft genau aussieht, ist allerdings noch ziemlich offen. Sie wolle ihre Ausbildung bei der Bundespolizei fortsetzen. Dort hatte sie in der Sportfördergruppe den Grundstein für den sogenannten „gehobenen Dienst“ gelegt und ist nun Polizeihauptmeisterin.

„Ich bin stolz auf das, was ich in meiner langen Sportkarriere erreicht habe und wie ich mich dadurch weiterentwickeln konnte“, schreibt die Dresdnerin. „Ein bisschen Traurigkeit schwingt natürlich mit, jedoch überwiegt die Freude mittlerweile, denn die Zeit ist reif für neue Aufgaben. Ich freue mich auf alles, was jetzt kommt, bin neugierig, gespannt und habe Respekt vor diesem großen Lebenswandel.“