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Dresdner Tennisklub hilft Comedy Club

Der Förderverein aus Blasewitz münzt nicht erfüllte Abos seiner Mitglieder in eine Spende um. Ein „Lichtblick“ von 2.367 Euro.

Klubmanager Christoph Hagedorn und Schatzmeister Burkhard Schmeinck übergeben den Scheck an Heike Jack und Matthias Machwerk (v. l.) vom Comedy Club.
Klubmanager Christoph Hagedorn und Schatzmeister Burkhard Schmeinck übergeben den Scheck an Heike Jack und Matthias Machwerk (v. l.) vom Comedy Club. © Christian Juppe

Dresden. Er agiert weitestgehend unsichtbar. Dabei ist er aus der übersichtlichen Dresdner Tennisszene gar nicht mehr wegzudenken. Der Förderverein des TC Blau-Weiß Blasewitz sorgt neben der Förderung von regionalen Talenten zum Beispiel dafür, den Etat für den prestigeträchtigen Erstliga-Kader der Blasewitzer Tennisfrauen zu finanzieren beziehungsweise die Gelder dafür zu akquirieren. Spätestens seit der Verpflichtung des deutschen Tennis-Stars Andrea Petkovic 2019 für die überhaupt erste Saison eines ostdeutschen Frauen-Erstligisten hat das deutschlandweit Aufmerksamkeit generiert.

Die nutzt der Förderverein nun für eine noble Geste – und hat sich dabei die Corona-Einschränkungen zunutze gemacht. „Für unsere Tennisschule haben wir für die Wintersaison in der Halle viele Abos abgeschlossen“, sagt der Schatzmeister des Fördervereins, Burkhard Schmeinck. 

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„Viele der Abos konnten aufgrund der Corona-Einschränkungen nicht abgegolten werden“, betonte er. Die Tennishalle in der Hepkestraße wurde von Mitte März bis Anfang Mai für den Normalbetrieb gesperrt – wie so viele Sportstätten in Dresden.

20 Menschen entscheiden sich für Kulturspende

Der Förderverein hat seine „Kunden“ für den ihnen zustehenden Erstattungsanspruch für die ausgefallenen Tennisstunden etwas einfallen lassen. „In einem Schreiben haben wir darum gebeten, sich entweder für eine Anrechnung auf das Sommer-Abo oder für eine Spende zu einem kulturellen Zweck zu entscheiden“, erklärte der Inhaber und Gründer einer Steuerberatungskanzlei. 

Vor knapp sechs Wochen hat sich der Förderverein des größten ostdeutschen Tennisvereins für den genauen Zweck seiner Spende entschieden. Immerhin 20 tennisbegeisterte Menschen haben sich für eine solche Kulturspende entschieden – im Rahmen des Fonds „Corona Lichtblick“.

Dabei ist ein Betrag von 1.976,81 Euro zusammengekommen. Den rundete Burkhard Schmeinck aus eigener Tasche auf 2.300 Euro auf. In letzter Minute meldete der Verein noch den Zulauf durch einen weitere Spende – deshalb der unrunde Betrag von 2.367 Euro.

"Künstler haben Unterstützung nötiger"

Diese Summe übergaben die Blasewitzer am Dienstag in Form eines Schecks an den Dresdner Comedy&Theater Club, der im historischen Gewölbekeller im Kügelgenhaus an der Hauptstraße sitzt. „34 unserer Vorstellungen sind ausgefallen, seit Ende August dürfen wir wieder die Hälfte unserer Plätze mit Zuschauern besetzen“, sagt Heike Jack, die künstlerische Leiterin des Hauses. Maximal dürfen nun also 50 Besucher ins Haus, was allerdings selten ausgereizt wird. Und das reicht hinten und vorn nicht. „Unsere Künstler spielen auf Einnahmebeteiligung“, erklärt sie. 

Soll heißen, je mehr Zuschauer, desto mehr profitieren auch die Künstler. Etwa der Kabarettist Matthias Machwerk. „Wir sind alles Profis, größtenteils aus der Region“, sagt er. „Wir sind jedenfalls riesig dankbar für diese Spende“, sagt Jack. Die Summe wird wohl in den laufenden und immer noch eingeschränkten Spielbetrieb fließen. „Aber wir haben auch zwei kaputte Scheinwerfer“, deutet Heike Jack an.

„Die komplette Kultur ist in Dresden bis Mitte Mai zusammengebrochen. Ich denke, sie ist enorm wichtig für die Stadt. Die entsprechenden Künstler haben diese Unterstützung nötiger als vielleicht der eine oder andere Sportverein“, erklärt Burkhard Schmeinck die Entscheidung des Blasewitzer Fördervereins.

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