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Sport

Wechselwirren bei Dresdens Handballern

Im Januar wollte Zweitligist HC Elbflorenz seinen Rückraumspieler Nils Kretschmer noch ziehen lassen. Jetzt bleibt er doch, muss aber erst mal Corona überstehen.

Nils Kretschmer bleibt nun doch noch zumindest für eine weitere Saison in Dresden.
Nils Kretschmer bleibt nun doch noch zumindest für eine weitere Saison in Dresden. © Lutz Hentschel

Dresden. Handball-Zweitligist HC Elbflorenz Dresden hat eine strategische Entscheidung revidiert und verlängert nun doch den im Sommer auslaufenden Vertrag mit Nils Kretschmer um eine weitere Spielzeit. Das erklärte der derzeitige Tabellenvierte am Montag via Pressemitteilung - und gab gleichzeitig bekannt, dass Michal Kasal den Verein verlassen wird.

Noch im Januar hatte sich der Klub für einen anderen Weg entschieden und erklärt, dass man den Kretschmers Vertrag nicht erneuern werde. Nun einigten sich beide Seiten doch auf eine Verlängerung bis zum 30. Juni 2022. "Es war gut, dass mich der Verein frühzeitig informiert hat, dass er vorhat, meinen Vertrag auslaufen zu lassen. Ich wollte auch, dass das Ganze relativ zeitig veröffentlicht wird. Das gab mir die Möglichkeit, mich nach Alternativen umzusehen. Das habe ich auch getan, aber ich habe den Verantwortlichen immer gesagt, dass ich gern bleiben würde", blickt Kretschmer auf die Situation zu Jahresbeginn zurück.

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Über die neue Lage sagt er: "Ich habe hier eine Menge großartige Erlebnisse gesammelt und mit dem Team viel durchgemacht. Außerdem liebe ich einfach die Stadt und die Fans. Klar, ich bin sehr glücklich, dass ich nun doch hier in Dresden bleiben kann."

Offenbar haben die zuletzt stabil guten Leistungen von Kretschmer den HC Elbflorenz zur Kurskorrektur bewogen. "Wir haben früh in der Saison mit dem Gedanken gespielt, Nils ziehen zu lassen", bestätigt Cheftrainer Rico Göde. "Doch dann kam er, nachdem er anschlagen in die Saison gegangen war, immer besser rein, zeigte tolle Leistungen, hat uns sowohl im Innenblock Stabilität gegeben, als auch unser Angriffsspiel variabler gemacht. Wenn sich ein Spieler mit diesen Leistungen anbietet, musst du auch die Größe haben, beschlossene Entscheidungen zu revidieren", so Göde, und er betont nun: "Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass es unklug wäre, nicht weiter mit Nils zu arbeiten. Wir freuen uns, dass auch er sich noch einmal dazu entschieden hat, zu verlängern."

Michal Kasal muss den HC Elbflorenz nach dieser Saison verlassen.
Michal Kasal muss den HC Elbflorenz nach dieser Saison verlassen. © © by Matthias Rietschel

Auch Elbflorenz-Manager Karsten Wöhler ist mit der neuen Entwicklung zufrieden. "Nils wird sich nächste Saison mit unserem Neuzugang Christoph Neuhold im linken Rückraum gut ergänzen. Hohe Priorität hat für uns auch in der kommenden Spielzeit seine wichtige Rolle im Abwehrzentrum. Er ist mit dem Verein durch dick und dünn gegangen und identifiziert sich mit dem HC Elbflorenz und seinen Fans." Kretschmer ist gemeinsam mit Kreisläufer Hennig Quade der dienstälteste Spieler beim HC Elbflorenz, wie Quade kam auch er 2015 nach Dresden. Und auch Quade hat seinen Vertrag nun um ein Jahr verlängert.

Kretschmer muss aber zunächst einmal einen unsichtbaren Gegner überwinden. Er zählt zu den betroffenen Spielern, die am 21. April positiv auf das Corona-Virus getestet wurden. Die Mannschaft musste deshalb komplett in Quarantäne. "Mir geht es gut, ich habe keine Symptome", sagt Kretschmer auf Nachfrage von Sächsische.de. Bleibt das so, kann er am Freitag die Quarantäne beenden, die meisten seiner Mitspieler dürfen dies bereits am Dienstag und Mittwoch.

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Zu ihnen gehört auch Kasal. Der Tscheche, auch das ist jetzt klar, muss die Dresdner verlassen. Der mit 2,07 Meter größte Profi der Sachsen erhält kein neues Vertragsangebot. "Michal bringt eine Menge Größe und Körperlichkeit für den Innenblock mit. Außerdem sind seine Fernwürfe immer gut für leichte Tore. Nur leider konnte er diese Qualitäten in dieser Saison aus verschiedenen Gründen nicht häufig genug an den Tag legen", erklärte Göde die Personalentscheidung. Kasal sagt: "Für mich ist es nun Zeit, weiter zu ziehen und einen nächsten Schritt zu gehen. Deshalb werde ich Dresden mit einem lachenden und einem weinenden Auge verlassen."

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