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Sport

Dresdens Handballer wollen Modellprojekt

Zweitligist HC Elbflorenz kämpft um die Rückkehr von Zuschauern. Das Interesse der Fans ist groß, doch noch fehlt ein wissenschaftlicher Partner.

So sieht die Corona-Realität für HC-Präsident Uwe Saegeling aus: Umringt von Pappkameraden, auf die Fans für einen Obolus ihr Konterfei drucken lassen konnten.
So sieht die Corona-Realität für HC-Präsident Uwe Saegeling aus: Umringt von Pappkameraden, auf die Fans für einen Obolus ihr Konterfei drucken lassen konnten. © Lutz Hentschel

Dresden. Handball-Zweitligist HC Elbflorenz Dresden ist bislang gut durch diese besondere Corona-Saison gekommen, sportlich auf jeden Fall. Als aktueller Tabellenfünfter winkt das beste Abschneiden seit dem Aufstieg 2017. Doch in dieser Spielzeit ist alles möglich und auch alles fragil.

Die Dresdner suchen deshalb mittlerweile selbst aktiv nach neuen Wegen im Umgang mit den Pandemie-Einschränkungen. So strebt der Verein jetzt ein Modellprojekt für die Rückkehr von Zuschauern in die Halle an – wie bei den Berliner Bundesliga-Volleyballern. Am vergangenen Mittwoch konnten sie ihr Play-off-Halbfinale gegen Düren im Zuge eines Pilotprojekts vor 800 Zuschauern austragen.

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Ein hoffnungsvolles Zeichen, auch wenn der Berliner Senat aufgrund weiter steigender Inzidenzzahlen vorerst alle Modellprojekte wieder stoppte. Das gab Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller nach einer Sondersitzung am Samstag bekannt. "Es ist völlig klar, dass die Modellprojekte, die wir uns vorgenommen haben, für Kultur, Sport und möglicherweise für die Gastronomie so nicht weiter umgesetzt werden können, sondern zurückgestellt werden müssen", sagte der SPD-Politiker.

Der HC Elbflorenz verfolgt diese Entwicklung und stellte bereits eine Anfrage ans Gesundheitsamt Dresden, wie der Verein bestätigte. „Wir erhielten daraufhin einen Anforderungskatalog, welche Auflagen wir erfüllen und auf welche Dinge wir achten müssen. Das arbeiten wir gerade ab“, erklärt Cathleen Rupprecht, Geschäftsführerin der Spielbetriebs GmbH des HC Elbflorenz. Ein solches Pilotprojekt, das in Leipzig auch der SC DHfK sowie Fußball-Bundesligist RB plant, ist zwingend an eine wissenschaftliche Begleitung samt nachfolgender Studie geknüpft, und dafür fehlt dem Verein der Partner. Rupprecht geht zudem davon aus, dass ein solcher Versuch in Dresden an eine Inzidenzzahl von unter 100 geknüpft ist. In den letzten Tagen lag dieser Wert ständig über dieser Marke, am Sonntag bei 125.

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Das Interesse der Fans für ein solches Projekt ist da. Die Einschaltquoten bei den Live-Übertragungen der Dresdner Spiele auf sportdeutschland.tv liegen durchschnittlich bei 4.000 Zuschauern. „Insgesamt sind wir froh und dankbar, dass wir spielen dürfen. Alles ist besser, als die Saison abzubrechen wie im Vorjahr“, sagt Manager Karsten Wöhler und betont: „Wir hoffen, dass alles beherrschbar bleibt, und wollen die Saison zu Ende spielen, ich glaube, dass das der richtige Weg ist.“ Vielleicht gehören demnächst auch wieder Zuschauer dazu.

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