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Unendliche Geschichte ums Sachsen-Derby

Das Spiel der Dresdner Zweitliga-Handballer gegen Aue war schon auf den 2. Dezember verschoben worden - und kann nun wieder nicht stattfinden.

Von Alexander Hiller
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Dresden gegen Aue: Nils Kretschmer (M.) muss weiter auf diesen Vergleich warten.
Dresden gegen Aue: Nils Kretschmer (M.) muss weiter auf diesen Vergleich warten. © Lutz Hentschel

Dresden. Sie sind die Würze im Mannschaftsport: regionale Duelle. Die Brisanz liegt auch ohne Fans in der geografischen Nähe und oft auch an sportlichen Rahmenbedingungen. In der 2. Handball-Bundesliga warten die Teams vom HC Elbflorenz Dresden und EHV Aue nun besonders lange auf ihr direktes Aufeinandertreffen. Das schon einmal auf den 2. Dezember verschobene Spiel kann erneut nicht stattfinden.

Eigentlich war die Partie des vierten Spieltag für den 21. Oktober angesetzt, sogar Zuschauer wären da noch Zuschauer möglich gewesen. Einige positive Corona-Fälle im Team des EHV Aue ließen das Spiel kurzfristig platzen. Neuer Termin: 2. Dezember, also kommender Mittwoch. Doch nun folgte der erneute Absage, der Grund ist identisch.

Wie schon im Oktober hat der EHV mit mehreren positiven Corona-Testergebnissen zu kämpfen, weswegen sich die Verantwortlichen auf eine erneute Spielverschiebung gedrängt haben. Der Ligaverband hat dies jetzt offiziell bestätigt. Elbflorenz-Manager Karten Wöhler sieht in der erneuten Verschiebung sogar eine Chance. "So haben wir die Möglichkeit, gemeinsam einen Termin zu finden, bei dem das Spiel vielleicht wieder mit Zuschauern stattfinden kann. So könnten unsere Fans ihre Karten für das Spiel behalten und das Derby bekäme seine verdiente Kulisse verliehen", sagt Wöhler.

Das Tabellenbild ist so verzerrt wie nie

Das von den Fans herbeigesehnte Derby musste bereits in der vergangenen Saison ausfallen und war damit das erste Spiel der Dresdner, was dem coronabedingten Saisonabbruch zum Opfer fiel.

Diese Saison soll möglichst unter allen Umständen durchgezogen werden. Allerdings hat die Tabelle schon jetzt eine erhebliche sportliche Schräglage. Dessau hat beispielsweise neun Spiele absolviert, Dresden sieben, Aue vier, Bietigheim erst drei. "So eine Saison hatte noch niemand. Das ist irgendwann zu hinterfragen, welche Wertigkeit diese Spielzeit überhaupt haben wird", sagt HC-Trainer Rico Göde auf zunehmende Termin-Engpässe hin.

Und noch ein anderes Problem drängt sich auf. "Aufgrund der hohen Infektionszahlen testen wir jetzt in einer Woche den gesamten Kader plus Betreuerstab zweimal", sagt Manager Karsten Wöhler.

Zwei Corona-Tests pro Woche belasten den Etat

Damit muss der HC Elbflorenz allein für die Corona-Tests, wenn die Häufigkeit weiterhin so erforderlich bleibt, mindestens 100.000 Euro zusätzlich aufbringen. "Wenn es mit den Einzeltestungen bis Saisonende so weitergeht, kommen wir da auf einen sechsstelligen Betrag. Das ist eine richtige Hausnummer. Und das sind Kosten, die wir Vereine selbst tragen müssen. Nur für die Testung der jeweiligen Schiedsrichter kommt die Liga auf", erklärt der Manager.

Bei einem Etat von geschätzten 1,5 Millionen Euro ist das eine enorme Zusatzbelastung, zumal bis auf Weiteres Zuschauereinnahmen fehlen und Gelder aus öffentlichen Hilfsprogramme nur zäh fließen. "Wir haben die Hilfe des Bundes beantragt, wie andere Vereine auch, haben aber noch keinen Bescheid über eine mögliche Einnahmeverlustzahlung", sagt Wöhler.

Der Bund hatte vor allem für professionelle Teamsportarten eine Hilfsprogramm in Höhe von 200 Millionen Euro bereitgestellt. Die Höhe der jeweiligen Zuschüsse wurde auf höchstens 80 Prozent der erwarteten Ticketeinnahmen von April bis Dezember begrenzt. Maximal kann ein Klub eine Zuwendung in Höhe von 800.000 Euro erhalten.