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So meistern Dresdner Klubs die Hürden der 2. Volleyball-Liga

Um in der Spielklasse zu bestehen, müssen die Männer des VC und die Mädchen des VCO nicht nur sportlich bestehen. Auch technisches Können ist gefordert.

VC-Sportdirektor Sven Dörendahl hofft auf viel Ballgefühl.
VC-Sportdirektor Sven Dörendahl hofft auf viel Ballgefühl. © kairospress

Dresden. Die Unwägbarkeiten bleiben. Nach einer unter großen Schwierigkeiten beendeten Vorsaison startet die 2. Volleyball-Bundesliga am Wochenende in die neue Spielzeit. Die beiden Dresdner Vereine geben sich erwartungsvoll, müssen sich aber auch weiterhin mit Problemen herumschlagen.

Das sind bei den Männern des VC Dresden in erster Linie sportliche. Mit Sebastian Rößler verließ den Ausbildungsverein ein weiterer Leistungsträger in Richtung 1. Bundesliga. Der 19-jährige Mittelblocker unterzeichnete einen Vertrag beim Erstligisten Unterhaching und ist damit nach Simon Hirsch, Lukas Maase und Richard Peemüller der vierte Ex-Dresdner in der Eliteliga. „Sportlich und menschlich ein herber Verlust“, schätzt Sportdirektor Sven Dörendahl ein. Die Lücke soll Junioren-Nationalspieler Karl-Lennart Klehm (18) füllen.

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Auch Libero Daniel Nahhas und Zuspieler Nils Püschel sind nicht mehr im Team. Letzterer allerdings auf Wunsch der sportlichen Leitung. Die will lieber den jungen Talenten des Vereins eine Chance geben. Marc-Leon Vogt (19) und Simon Gilbrich (17) sollen künftig Regie führen. Wie der Tabellenzehnte der Vorsaison damit sportlich aufgestellt ist, lässt sich derzeit noch nicht wirklich beurteilen.

„Ich glaube, dass wir den Verlust von Sebastian kompensieren können. Wir könnten besser sein als in der vergangenen Spielzeit“, sagt Dörendahl. Der Ex-Profi ist jedoch vorsichtig, „weil von den Konkurrenten ganz, ganz wenig zu erfahren ist. Unser Saisonziel ist, dass wir erst einmal drin bleiben“, unterstreicht der 48-Jährige. Andreas Renneberg könnte dabei als erfahrener Universalspieler eine gewichtige Rolle spielen.

Der 37-Jährige ist zugleich das Bindeglied zum zweiten Dresdner Volleyball-Zweitligisten. Im Hauptberuf ist Renneberg als Bundesstützpunkt-Trainer für die weiblichen Volleyballtalente tätig. Unter dem Namen VC Olympia Dresden spielen die Dresdner Mädchen seit Jahren mit einer Ausnahmegenehmigung in der 2. Bundesliga Süd mit, bestimmen aber dort das sportliche Niveau mit. Kein Wunder, dass die Talente auch eine Liga höher gefragt sind.

7.500 Euro Produktionskosten für Livestream

Mit Lydia Stemmler (Aachen), Sina Stöckmann (DSC) und Lena Liegert (Erfurt) unterzeichneten drei waschechte Dresdnerinnen aus dem Kader der vergangenen Saison ihre ersten Profiverträge im Oberhaus. 21 Ex-VCO-Spielerinnen stehen national und international in den höchsten Ligen unter Vertrag. „Das ist ein außergewöhnlicher Leistungsnachweis, das kann kein anderer Bundesstützpunkt im Ansatz leisten“, sagt VCO-Vizevorstand Thomas Kettmann.

Die blutjunge Mannschaft (Durchschnittsalter 16,6 Jahre) dürfte auch die mit Abstand längste in der 2. Frauen-Bundesliga sein. Auf fast 1,90 Meter Körperhöhe bringt es das VCO-Team, das am Sonntag, 15 Uhr, mit einem Heimspiel startet. „Wir haben personell einen großen Umbruch hinter uns, da muss man die Erwartungen zurückschrauben“, sagt Andreas Renneberg. „Aber trotzdem steckt viel Talent im Team, aber wir brauchen dafür etwas mehr Zeit als bisher gewohnt“, sagt er. Im Vorjahr wurde das Talente-Team Vierter. Die Herausforderungen sind also groß.

Auch auf anderem Gebiet. Durch den um fünf Jahr verlängerten TV-Vertrag mit Spartensender Sport1 haben sich auch für die 2. Bundesliga die technischen Anforderungen extrem gesteigert. Der Verein muss auf eigene Kosten einen hochwertigen und kommentierten Live-Stream produzieren und dem Sender anbieten. Deshalb soll ein hauptamtlicher Operator eingestellt werden.

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Die Gesamtkosten für die Produktionen umfassen etwa 7.500 Euro. „Das ist schon Wahnsinn. Aber wir haben für diesen Weg gestimmt“, sagt Kettmann. Sowohl der VC (maximal 599 Zuschauer) als auch der VCO Dresden (255) dürfen derzeit ihre Heimhallen voll auslasten.

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