merken
PLUS Sport

„Mein Freund, du musst kämpfen“

Elvir Jugo, Sportchef von Borea Dresden, hat Magenkrebs. Die Anteilnahme ist riesig.

Dresden, Neugersdorf, Görlitz, Pirna: Elvir Jugo gehört zu den bekanntesten Gesichtern des Fußballs in Ostsachsen.
Dresden, Neugersdorf, Görlitz, Pirna: Elvir Jugo gehört zu den bekanntesten Gesichtern des Fußballs in Ostsachsen. © Marko Förster

Dresden. Die Familie steht unter Schock, immer noch unter Schock. Vor wenigen Wochen erhielt Elvir Jugo, der 41 Jahre alte Sportchef beim SC Borea Dresden, bei einer Routine-Untersuchung die schockierende Diagnose: Magenkrebs. Inzwischen unterzieht sich der vierfache Familienvater einer Chemotherapie. „Es ist und wird eine harte Zeit, aber ich werde nicht aufgeben“, sagt Jugo, doch er gesteht: „Vor allem für den Kopf ist es zurzeit extrem schwer.“

Sein Verein hat mittlerweile eine Spendenaktion ins Leben gerufen, um Jugos Familie finanziell zu unterstützen. Knapp 36.000 Euro sind bis Dienstag auf dem Konto eingegangen, das Ziel lautet 50.000 Euro. Auch Drittliga-Spitzenreiter Dynamo Dresden hat sich mit 1.000 Euro beteiligt. „Elvir Jugo gehört seit bald 20 Jahren zu den bekannten Gesichtern des Dresdner Fußballs. In dieser Zeit hat er sich sowohl auf als auch neben dem Platz immer als fairer Sportsmann mit Leidenschaft für die gemeinsame Sache eingebracht“, sagt Dynamos Pressesprecher Henry Buschmann.

City-Apotheken Dresden
365 Tage für Patienten da
365 Tage für Patienten da

Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

Vor 26 Jahren war Jugo mit seinen Eltern nach Deutschland gekommen, nachdem er zuvor eineinhalb Jahre Krieg in Jugoslawien erleben musste. „Als wir nach Dresden kamen, kannte ich nur Dynamo“, sagte er. Einer seiner Lehrer stellte dann den Kontakt zum Borea-Vorgänger FV Dresden-Nord und dessen Nachwuchschef Thomas Baron her.

Bis auf zwei kurze Abstecher nach Neugersdorf und Bielefeld spielte Jugo bis 2008 immer für den Verein im Dresdner Norden. Über Görlitz kam er dann 2011 zum VfL Pirna-Copitz, wo er als Spieler-Trainer anfing und den Verein zurück in die Landesliga führte. Ex-Profi Frank Paulus, der derzeitige VfL-Coach, hat mit Jugo in diesen fünf Jahren in Pirna zusammengearbeitet. „Ich war geschockt und tieftraurig, als ich davon erfahren habe“, sagt Paulus. „Die Spendenaktion finde ich super. Und die Resonanz zeigt, welchen Eindruck Elvir bei vielen Menschen hinterlassen hat. Ich habe ihn als Kämpfer in Erinnerung und bin überzeugt, er wird auch diesen schweren Kampf annehmen.“

Vor vier Jahren war Jugo zum SC Borea in den Dresdner Jägerpark zurückgekehrt, um hauptamtlich als Trainer und Sportchef bei seinem Ex-Verein einzusteigen. Auch seine vier Jungs, Jamal und Adel sowie die Zwillinge Malik und Kemal, waren begeistert, „denn der Papa hatte nun endlich einen geregelten Arbeitstag“, wie Jugo mal erzählte. Seitdem gelangt er von der heimischen Wohnung praktisch zu Fuß zum Trainingsgelände. „Meine Frau Katrin hatte zuvor einige Male zu mir gesagt: Elvir, du bringst vielen Jungs das Fußballspielen bei, aber Zeit, bei deinen eigenen Söhnen mal zuzusehen, findest du nur selten.“ Zwei spielen immer noch im Borea-Nachwuchs, die anderen beiden haben sich für Basketball bei den Dresden Titans entschieden.

Auch Toni Leistner, zurzeit beim Hamburger SV unter Vertrag, meldete sich inzwischen per Instagram zu Wort und rief zur Unterstützung auf. Der gebürtige Dresdner wurde im Jägerpark ausgebildet und stand in seinem ersten Männerjahr 2008/09 noch zusammen mit Jugo im Oberliga-Aufgebot des SC Borea.

„Elvir ist nicht nur die gute Seele von Borea, sondern hat sich in den vergangenen Jahren um die Nachwuchsarbeit im gesamten Dresdner Fußball verdient gemacht“, sagt Leistner und meint: „Ich wünsche dir von Herzen gute Besserung, mein Freund, du musst kämpfen – und wir unterstützen dich dabei.“

Das Spendenkonto zur Unterstützung von Elvir Jugo und seiner Familie

Mehr zum Thema Sport