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Dresdens neuer Plan mit Tennisstar Petkovic

Bundesligist Blasewitz will am 10. Juli vor 400 Fans spielen. Andrea Petkovic, die in Wimbledon ausgeschieden ist, hat zugesagt. Muss sie noch in Quarantäne?

Andrea Petkovic spielte am Donnerstag noch in England. Wird das zum Problem für Dresden?
Andrea Petkovic spielte am Donnerstag noch in England. Wird das zum Problem für Dresden? © Alastair Grant/AP/dpa

Dresden. Auf den ersten Blick wirft die klare Ansage neue Fragen auf. Der TC Blau-Weiß Blasewitz plant sein zweites Heimspiel in der Tennis-Bundesliga am 10. Juli mit seinem Aushängeschild, der ehemaligen Weltranglisten-Neunten Andrea Petkovic. Doch die spielte gerade die zweite Runde beim Grand-Slam-Turnier in Wimbledon. Wie soll das also gehen?

Für Großbritannien gilt derzeit aufgrund der Ausbreitung der Delta-Virusvariante eine vom Auswärtigen Amt ausgesprochene Reisewarnung. Wer nach einem Aufenthalt in England nach Deutschland zurückkehrt, muss demnach für zehn Tage in Quarantäne.

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Deshalb waren offiziell auch keine Fußball-Fans aus Deutschland zum EM-Achtelfinale nach London gereist. Petkovic bestritt ihr Zweitrundenspiel gegen die French-Open-Siegerin Barbora Krejčíková erst am heutigen Donnerstag. Petkovic unterlag zwar am Mittag gegen die Weltranglisten-17. knapp mit 5:7, 4:6. Doch selbst wenn sie noch am Abend nach Deutschland fliegen würde - die Quarantäne würde bis zum 11. Juli dauern.

Doch es gibt Ausnahmen von dieser Regelung. Das betrifft unter Paragraf 6, Punkt 1d, auch Profisportler - die "Zur Vorbereitung, Teilnahme, Durchführung und Nachbereitung internationaler Sportveranstaltungen durch das jeweilige Organisationskomitee akkreditiert werden oder von einem Bundessportfachverband zur Teilnahme an Trainings- und Lehrgangsmaßnahmen eingeladen sind".

Damit ist der Fall aber nicht gelöst. Denn das Bundesinnenministerium erkennt die Tennis-Bundesliga nicht als internationale Sportveranstaltung an. "Der Deutsche Tennis-Bund hat das zwar mehr oder weniger versucht", sagte der Blasewitzer Teammanager Sven Grosse. Der Bund blieb jedoch bei seiner Linie und betrachtet die Bundesliga als deutsche Liga. "Auch wenn da 95 Prozent Ausländerinnen spielen", wie Grosse süffisant anmerkt.

2019 war Andrea Petkovic im Waldpark Publikumsmagnet und -liebling.
2019 war Andrea Petkovic im Waldpark Publikumsmagnet und -liebling. © dpa

"Wir haben mit Andrea dennoch kein Problem, weil sie vor dem Auftritt bei uns für das WTA-Turnier in Hamburg gemeldet hat", erklärte der Dresdner. Das Turnier am Hamburger Rothenbaum wird vom Innenministerium als internationale Sportveranstaltung anerkannt. Das heißt, weil die 33-Jährige für Hamburg vom 7. Juli an gemeldet hat, kommt sie um eine zehntägige Quarantäne herum. "Sie bekommt nach der Ausreise aus Wimbledon eine Befreiung. Da haben wir kein Problem, dass sie am 10. Juli für uns spielt", betonte Grosse.

Petkovic fungiert zudem in Hamburg als Turnierbotschafterin - und kann ihre sportlichen Qualitäten genau einschätzen. Deshalb wird das Multi-Talent, das zuletzt auch ein Buch publiziert und sich nebenbei ein Standbein als Moderatorin der ZDF-Sportreportage aufgebaut hat, offenbar ganz sicher am 10. Juli im Dresdner Waldpark aufschlagen.

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Für die Partie gegen den Marienburger SC Köln dürfen die Blasewitzer 400 bis 500 Zuschauer auf ihre Anlage lassen. "Die Anzahl ist keine Auflage des Gesundheitsamtes, sondern wir müssen einfach die Sicherheitsabstände einhalten", sagte Grosse. In der Premierensaison avancierte Blasewitz 2019 mit insgesamt 3.500 Zuschauern bei drei Heimspielen zum Besucher-Krösus der 1. Bundesliga. Tickets für den Auftritt mit Publikumsliebling Petkovic verkauft der Klub bereits auf der Plattform eventim.

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