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Warum zwei Dresdner Fußballclubs 23:0 spielten

Kurioser Rekord in der Dresdner Stadtoberliga: Die SpVgg Löbtau schießt 23 Tore gegen den FC Dresden. Das lag vor allem an Personalmangel. Doch warum wurde das Spiel nicht abgesagt?

Von Jens Jahn
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In der Dresdner Stadtoberliga wurde am Wochenende der Torrekord gebrochen.
In der Dresdner Stadtoberliga wurde am Wochenende der Torrekord gebrochen. © Symbolbild: dpa

Dresden. Der eine oder andere aufmerksame Leser der Fußball-Ergebnisse des vergangenen Wochenendes wird bei der Stadtoberliga bestimmt an einen Schreibfehler gedacht haben. Das 23:0 der SpVgg Löbtau gegen den FC Dresden ist jedoch tatsächlich zustande gekommen – ein Rekordergebnis in der obersten Liga des städtischen Verbandes. Doch wie kam es zu diesem außergewöhnlichen Schützenfest?

Als sich die Löbtauer Spieler am Sonntag gegen 10 Uhr auf dem Sportplatz an der Malterstraße für das Punktspiel gegen den FC Dresden trafen, waren zunächst fünf gegnerische Spieler da. „Es hatte kurz zuvor mehrere Absagen von Spielern wegen Erkrankungen gehagelt“, erklärt FC-Spieler David Kretzschmar.

Drei seiner Mitspieler kamen noch hinzu, und man suchte nach einer Lösung. „Wir haben dem FC angeboten, dieses Spiel nicht durchführen zu müssen. Meine Jungs hätten stattdessen auch trainiert“, sagt Löbtaus Trainer Eric Sobczak, was der FC ablehnte. Kretzschmar dazu: „Wir wussten, wenn wir dieses Spiel absagen, müssen wir Strafe bezahlen. Also haben wir beschlossen, zu Acht anzutreten. Es sollten ja noch zwei weitere Spieler kommen – aber leider kam keiner mehr.“

Für Löbtau geht es jetzt um den Aufstieg

Löbtau als Tabellenzweiter hat noch den Staffelsieg im Blick und zog also durch. Nick Möller mit sieben und Felix Urbanski mit sechs Treffern taten etwas für ihre eigene Bilanz. Und die Mannschaft baute die Tordifferenz um 23 Treffer aus. „Das ist natürlich hart. Aber wir wissen auch, dass wir zu zeitig den Schritt in die Stadtoberliga getan haben. Die Mannschaft ist noch nicht so weit, der Aderlass zuletzt war nicht gut. Wir müssen eine Liga tiefer reifen und wenn wir dann zwei, drei Jahre vorn mitspielen, ist der Schritt ins Oberhaus nicht so gewaltig“, erklärt Kretzschmar den derzeitigen Stand beim FC nüchtern.

Für Löbtau geht es schon jetzt um mehr. „Wenn wir mindestens Zweiter werden, würden wir das Aufstiegsrecht wahrnehmen, sollte der Erstplatzierte dies nicht tun“, sagt Trainer Sobczak. Allerdings hat Spitzenreiter Blau-Weiß Zschachwitz, derzeit neun Punkte vor Löbtau, schon versichert, als Staffelsieger auch aufzusteigen.