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Dresdnerinnen verpassen bei WM die Medaillen knapp

Die Wasserspringerinnen Tina Punzel und Lena Hentschel aus Dresden werden WM-Vierte. "Das ist schon bitter", meint Punzel. Noch knapper ist es für sie im Einzel am Tag zuvor.

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Bei Olympia 2021 die Bronzemedaille, ein Jahr später bei der WM nun Platz vier: Die Dresdnerinnen Tina Punzel (links) und Lena Hentschel.
Bei Olympia 2021 die Bronzemedaille, ein Jahr später bei der WM nun Platz vier: Die Dresdnerinnen Tina Punzel (links) und Lena Hentschel. © AP

Budapest. Die Wasserspringerinnen Tina Punzel und Lena Hentschel aus Dresden haben die erhoffte WM-Medaille im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett verfehlt. Die Olympia-Dritten in dieser Disziplin von Tokio 2021 belegten am Sonntag in der Duna Arena in Budapest den vierten Platz. Die 26 Jahre alte Punzel und die 21-jährige Hentschel erhielten für ihre fünf Sprünge 282,99 Punkte. Zu Bronze und den Australierinnen Maddison Keeney und Anabelle Smith fehlten dem deutschen Duo 11,13 Zähler.

"Es war kein Geheimnis, dass wir um Bronze kämpfen wollten", sagte Punzel und meinte: "Mit Platz vier sind wir jetzt einen Platz dahinter. Das ist schon bitter. Auf der anderen Seite: Die Japanerinnen und die Australierinnen waren einfach einen Ticken besser." Gold sicherten sich wie erwartet die Chinesinnen Chang Yani und Chen Yiwen. Silber holten Rin Kaneto und Sayaka Mikami aus Japan. Im Vorkampf am Vormittag waren Punzel und Hentschel noch Dritte geworden.

Schon tags zuvor sprang Punzel im Einzelfinale vom Drei-Meter-Brett knapp an der Bronzemedaille vorbei. Dennoch winkte die 26-Jährige danach in die Kamera und lächelte. Der letzte Sprung war nicht perfekt gelungen, doch Punzel mit Platz vier "super zufrieden". Auch wenn der Traum von der ersten WM-Einzelmedaille erneut nicht wahr wurde. Diesmal fehlten nur 10,25 Punkte. "Ich hab's überhaupt nicht verfolgt", sagte die Europameisterin, erst am Ende des Wettbewerbs habe sie gemerkt: "Ich liege gut im Rennen." Für Bronze reichten ihre 315,60 Punkte nicht ganz, weil die Chinesin Chang Yani sie noch überholte. Gold ging an deren Landsfrau Chen Yiwen vor der Kanadierin Mia Vallee.

Zweimal Vierte - für Tina Punzel reichte es bei der WM in Budapest nicht zur erhofften Medaille.
Zweimal Vierte - für Tina Punzel reichte es bei der WM in Budapest nicht zur erhofften Medaille. © AP

Punzel sah dennoch keinen Grund für Trübsal. "Ich war super in meinem Tunnel, konnte mich auf meine Schwerpunkte konzentrieren und habe einen super Rhythmus gefunden", sagte sie, "ich hab es wirklich genossen, hier zu springen." Olympia- und WM-Bronze hat sie bislang jeweils im Synchronspringen gewonnen. Edelmetall in einem Einzelwettbewerb holte Punzel bisher nur bei Europameisterschaften - immerhin fünfmal.

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In der unmittelbaren WM-Vorbereitung hatte Punzel aufgrund einer Erkrankung zwei Wochen nicht im Wasser trainieren können. "Ich habe am Anfang schon gedacht: Oh Gott, hoffentlich geht das gut - da bin ich ganz ehrlich", sagte die Dresdnerin.
Negative Auswirkungen spüre sie aber "überhaupt" nicht - im Gegenteil: "Ich fühle mich auf den Punkt fit." Wohl auch, weil sie "von den vielen Wiederholungen, die wir die vergangenen anderthalb Jahre gemacht haben", profitiere. Dennoch verzichtete sie auf einen Start im Turm-Synchronspringen, um Kräfte für die Brett-Wettbewerbe zu sparen.

Seit Jahren schon ist Tina Punzel die beste deutsche Wasserspringerin.
Seit Jahren schon ist Tina Punzel die beste deutsche Wasserspringerin. © Matthias Rietschel

Die Corona-Erkrankung von Moritz Wesemann, dessen WM-Premiere frühzeitig beendet war, und die vielen knapp verpassten Medaillenränge hatten ein wenig auf die Stimmung gedrückt. Aber man habe sich "gegenseitig hochgepusht", wie Hentschel verriet, "sodass hier keiner irgendwie mit schlechter Laune durch die Halle laufen muss oder irgendwie deprimiert ist."

Gar nicht ins Turmfinale schaffte es der frühere Dresdner Timo Barthel. Der 26-Jährige, der zum Auftakt im 3-Meter-Synchronspringen mit Lars Rüdiger Bronze gewonnen hatte, kam im Halbfinale mit 366,20 Punkten auf den 14. Platz. 7,55 Zähler fehlten zum Einzug in den Kampf um die Medaillen. Der 17-jährige Jaden Eikermann aus Aachen, zusammen mit Barthel Fünfter im Turm-Synchron, war schon im Vorkampf als 27. ausgeschieden.

Das deutsche Sprung-Team beendet die ersten Weltmeisterschaften nach dem Karriereende von Rekordeuropameister Patrick Hausding mit insgesamt einem Podestplatz. Zudem gab es unter anderem viermal Platz vier und dreimal Rang fünf. "Vierte Plätze sind immer ein Stachel", sagte Bundestrainer Lutz Buschkow. "Wir treten nicht an, um zu verlieren." Der 64-Jährige ergänzte: "Wir wollten zwei Medaillen holen in den olympischen Disziplinen." (dpa, sid)