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Striezelmarkt-Start: "Schlag ins Gesicht"

Der Stadtrat hat eine Verlängerung des Striezelmarktes beschlossen. Doch im Corona-Jahr reicht das dem Dresdner Tourismusverband nicht.

Der Striezelmarkt eröffnet in diesem Jahr bereits am 23. November.
Der Striezelmarkt eröffnet in diesem Jahr bereits am 23. November. © Sven Ellger

Dresden. Die Kompromisssuche war mühsam und im Stadtrat wurde die Debatte erneut von vorne aufgemacht - dann entschieden Dresdens Politiker, den Striezelmarkt um drei Tage zu verlängern.

Der Besuchermagnet soll nun drei Tage früher öffnen als geplant, um Händlern, Gastronomen und Hoteliers in Dresden die Chance zu geben, nach der Corona-Schließzeit wieder etwas mehr Umsatz zu machen. Das sei zu wenig, sagt Dresdens Tourismus-Chef Johannes Lohmeyer.  

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Am Tag nach der Entscheidung meldete er sich nun zu Wort. Ihn ärgert, dass Grüne, CDU, Linke und SPD den FDP-Antrag abgelehnt haben, bereits am 19. November mit dem Striezelmarkt zu starten.

„Dieser Stadtratsbeschluss ist ein Schlag ins Gesicht von 25.000 Mitarbeitern unserer Branche, die seit März in purer Angst um ihre Existenz leben", so Lohmeyer. "Der Stadtrat hätte hier die Möglichkeit gehabt, einer gebeutelten Branche und ihren Arbeitnehmern ein wenig Empathie und Solidarität entgegenzubringen und hat ihr stattdessen einmal mehr vors Schienenbein getreten."

Teilweise 90 Prozent Umsatzeinbrüche

Lohmeyer erklärt, weshalb ein zusätzliches Wochenende mit Striezelmarkt wichtig wäre.  "Wir haben seit März Umsatzeinbrüche von zum Teil über 90 Prozent. Ein zusätzliches Weihnachtsmarkt-Wochenende wäre eine Chance gewesen, wenigstens etwas davon wieder einzunehmen. Da der Weihnachtsmarkttourismus hauptsächlich an den Wochenenden stattfindet, ist die nun beschlossene dreitägige Verlängerung weitgehend nutzlos." Mehrere Hotels in Dresden seien bereits geschlossen und mussten Insolvenz anmelden, laut Lohmeyer werden noch etliche folgen. "Das scheint weder Oberbürgermeister Dirk Hilbert noch den Stadtrat zu interessieren."

Der Stadtrat hatte so entschieden, weil damit der Weihnachtsmarkt nicht vor dem Totensonntag öffnen darf. Dagegen hatte sich auch die Kreuzkirche ausgesprochen, um den Gedenktag zu wahren. Eigentlich sollte der Striezelmarkt am 27. November öffnen. Der 23. November war dann der Kompromiss, den selbst die Gegner einer Verlängerung mitgingen.. 

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Lohmeyer warnt indes vor den Folgen. "Die Damen und Herren sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie nie wieder auch nur in die Nähe der zehn Millionen Euro Beherbergungssteuer kommen, die sie zuletzt von uns kassiert haben, wenn sie sich weiterhin weigern, uns auch nur einen Schritt entgegenzukommen.“

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