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Ihr letzter Striezelmarkt

20 Jahre lang managt Sigrid Förster den Markt und trotzte Stürmen, Protesten und Terrorangst. Nun verdirbt Corona ihr den Abschied.

Sigrid Förster hat den Striezelmarkt 20 Jahre lang gemanagt. Im Januar geht sie in Rente.
Sigrid Förster hat den Striezelmarkt 20 Jahre lang gemanagt. Im Januar geht sie in Rente. ©  Thomas Kretschel

Etwas unschlüssig streift Sigrid Förster über das Kopfsteinpflaster. Ihre Augen tasten sich über den Dresdner Altmarkt, über unsichtbare Parzellen und Laufwege. Wo sich sonst Mensch an Mensch drängt und Weihnachtsklänge wabern wie der Duft von Glühwein, gebrannten Mandeln und Bratwurst, herrscht kalte Stille. Keine Buden, kein Programm, nichts. Nur die vorbeirauschenden Straßenbahnen und ein paar Autos sind an diesem Nachmittag zu hören.

Sigrid Förster hat sich diesen letzten Striezelmarkt in ihrem Berufsleben anders vorgestellt. Entspannter als sonst, nicht permanent in Alarmstimmung, ob auch wirklich alles klappt. Als Abteilungsleiterin „Kommunale Märkte“ im städtischen Amt für Wirtschaftsförderung ist die 65-Jährige für den ältesten Weihnachtsmarkt der Welt seit zwei Jahrzehnten verantwortlich.

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Die Schauwerkstatt für Erzgebirgskunst ist in diesem Jahr nur ein museales Stilleben.
Die Schauwerkstatt für Erzgebirgskunst ist in diesem Jahr nur ein museales Stilleben. ©  Thomas Kretschel

Das Marktbüro hinter den Holzhäusern mit den Schauwerkstätten ist verwaist. Nur ein Mann vom Sicherheitsdienst ist da. Hier beantworten Förster und ihre Mitarbeiter sonst Fragen oder lassen nach verloren gegangenen Kindern und Senioren suchen. Sogar ein Ehering ging im Getümmel schon einmal verloren, der erst beim Abbau der Hütten wieder auftauchte.

Der Sicherheitsmann hat nicht viel zu tun, er passt auf, dass niemand die Aufbauten beschädigt oder Figuren stiehlt. Sigrid Förster spricht mit ihm. Keine Vorkommnisse. Den Schwibbogen, die Pyramide und den Weihnachtsbaum mit der Krippe haben sie wie immer als Erstes aufgebaut.

Dann kam die Absage. Den Briefkasten für die Wünsche an den Weihnachtsmann haben sie trotzdem neben den Schauwerkstätten aufgehängt. „Viele Kinder verstehen die Situation gerade nicht wirklich, da wollten wir etwas Vertrautes lassen.“

Der Briefkasten für die Wünsche an den Weihnachtsmann war Sigrid Förster wichtig: „Viele Kinder verstehen die Situation gerade nicht wirklich, da wollten wir etwas Vertrautes lassen.“
Der Briefkasten für die Wünsche an den Weihnachtsmann war Sigrid Förster wichtig: „Viele Kinder verstehen die Situation gerade nicht wirklich, da wollten wir etwas Vertrautes lassen.“ ©  Thomas Kretschel

Bildschirme an den Fenstern der Schauwerkstätten zeigen den wenigen Passanten nur virtuelle Eindrücke vom Stollenbäcker- und Drechslerhandwerk. Daneben Striezeltaler und eine Charge der 50.000 Tassen, beides mit dem Jahresmotiv „Reiterlein auf Holzpferd“, die es nur im Internet zu kaufen gibt. Klar, sie hätten bis zum Lockdown eine Glühweinhütte hinstellen können, aber wie hätte man das allen anderen Budenbetreibern erklären sollen.

Gerade jetzt zur blauen Stunde, jenem Moment, an dem der Tag in die dunkle Nacht übergeht, ist die Leerstelle inmitten der Stadt besonders schmerzlich. Sonst gehen um diese Zeit alle Lichter auf dem Striezelmarkt an, tauchen die rot bemützten Hütten auf dem Altmarkt und die Blöcke ringsum in glitzernde Heimeligkeit.

Sie findet immer etwas

Nun funkeln die wenigen Aufbauten mit der Fassade des Kulturpalastes um die Wette. Sigrid Förster stutzt. Was ist mit den Kandelabern rings um den Markt, dekoriert mit Reisig, LED-Lichtern und Herrnhuter Sternen? Wieso leuchten die noch nicht? Förster guckt auf die Uhr, dann wieder hoch. Die Kandelaber sind an. Die Automatik funktioniert. Ordnung muss sein.

Dichtes Gedränge wie bei der Eröffnung des 585. Striezelmarkt 2019 ist in Corona-Zeiten undenkbar.
Dichtes Gedränge wie bei der Eröffnung des 585. Striezelmarkt 2019 ist in Corona-Zeiten undenkbar. © Sven Ellger

In normalen Zeiten wäre Sigrid Förster jetzt jeden Tag hier. Probleme lösen, Händler kontrollieren. Liegen Kabel und Rohre sicher verstaut unter den flachen Leitungsbrücken? Entsprechen die Buden den Vorgaben, haben sie das vorgeschriebene rote Dach und eine Dekoration aus Naturreisig? Ist alles sauber?

Selbst im Gewimmel findet Sigrid Förster immer etwas. Auch, wenn sie mit der Familie auf dem Markt ist. Klebrige Glühweintische, oder wenn zu viel vor der Hütte rumliegt, was den Brandschutz gefährden könnte. „Da sage ich: Bitte abwischen oder bitte aufräumen.“ Mancher mag sich davon gepiesackt fühlen, für Förster geht es immer um den Ruf des Marktes.

Manche empfinden das als pedantisch, aber die Händler akzeptieren Sigrid Förster auch deshalb, weil sie ihre Sprache spricht, weil sie resolut auftritt und oft selber mit anpackt. „Wenn es darauf ankommt, hat sie Haare auf den Zähnen gegenüber den Budenbetreibern“, sagt einer, der mit ihr zusammengearbeitet hat.

In normalen Jahren bringt der Striezelmarkt die Innenstadt zum Leuchten.
In normalen Jahren bringt der Striezelmarkt die Innenstadt zum Leuchten. © Robert Michael

Förster sei pragmatisch, Formalien bedeuteten ihr nichts. Damit sei sie angeeckt, in der auf strenge Abläufe getrimmten Stadtverwaltung, und bei jenen, die nur Anglizismen und moderne Managementphrasen benutzen. „Das ist erfrischend, da können auch irgendwelche PR-Fritzen vor ihr sitzen, das hebt sie nicht an.“ Eine klassische Marktchefin eben.

Dabei wollte die Mutter von zwei erwachsenen Kindern den Job anfangs nicht wirklich. In den Siebzigern hat die gebürtige Pirnaerin Gartenbau studiert, danach die Zierpflanzenabteilung der Genossenschaft Floradres in Dresden geleitet. „Ich wollte draußen sein, Hitze und Kälte haben mir nichts ausgemacht.“

Nach der Wende bleibt auch die Genossenschaft nicht vom Jobabbau verschont. Förster bewirbt sich im damaligen Amt für Landwirtschaft und Marktwesen.

Marktfrau statt Gartenbau

Ein paar Stunden vor dem Kontrollgang durch die kalte Leere sitzt Sigrid Förster an ihrem Schreibtisch im elften Stock des Dresdner World Trade Centers. Das Büro ist pragmatisch-karg eingerichtet. Ein wandlanger Aktenschrank mit den Striezelmarktunterlagen der letzten Jahre. Vor dem Computer liegt ein großer Faltplan des Marktes, daneben eine Kanne Hagebuttentee. Durch die hohen Fenster geht der Blick auf die Türme der Altstadt, manchmal kann man die Sächsische Schweiz sehen.

Ihr Büro im elften Stock des Dresdner World Trade Centers mit Blick auf die Türme der Altstadt verlässt Sigrid Förster Ende Januar endgültig.
Ihr Büro im elften Stock des Dresdner World Trade Centers mit Blick auf die Türme der Altstadt verlässt Sigrid Förster Ende Januar endgültig. ©  Thomas Kretschel

Förster erinnert sich noch an ihren ersten Amtstag im Oktober 1991, und dass sie am Abend ihrem Mann sagte: „Da gehe ich morgen nicht mehr hin.“ Das Draußen mit dem Schreibtisch zu tauschen, wollte sie nicht, blieb aber. Die Werkzeuge waren nun Bescheide, die Gartenbaubetrieben Fördermittel brachten. So ziemlich alles war neu, und Förster erlebte so manche Blamage, über die sie heute lachen kann.

Gleich in der ersten Sitzung eines Stadtratsausschusses mit dem damaligen Wirtschaftsbürgermeister sei sie tief ins Fettnäpfchen getreten. Sie war noch nicht dran mit ihrem Vortrag, da wurde über eine andere Sache abgestimmt. „Ich dachte, ich muss mitmachen und hab‘ einfach mal die Hand gehoben. Die Blicke der Stadträte werde ich nie vergessen.“ Denn Verwaltungsleute dürfen nicht abstimmen.

Der Striezelmarkt hat seit 20 Jahren einen festen Platz in Sigrid Försters Kalender.
Der Striezelmarkt hat seit 20 Jahren einen festen Platz in Sigrid Försters Kalender. ©  Thomas Kretschel

Man lerne permanent dazu, sagt Förster. „Man darf eben nicht gleich die Flinte ins Korn werfen.“ Wenn Förster erzählt, sagt sie oft „man“ statt „ich“, als müsste sie eine Distanz zwischen sich und dem Außen schaffen.

Der gedrechselte begehbare Schwibbogen an der Stirnseite des Marktes hat etwas von einem Feldherrenhügel. Von hier aus lässt sich das Markttreiben besonders gut beobachten. Drängen sich hier sonst die Besucher, wenn Sigrid Förster den Bogen für ein paar Kontrollblicke erklimmt, ist sie jetzt fast allein.

Ein junges Elternpaar zeigt seinen Kleinkindern einen der Holzweihnachtsmänner, ein paar Meter weiter rückt eine Fotografin ihr Stativ zurecht, um ein Bild vom Weihnachtsbaum zu machen.

Nur wenige verirren sich 2020 nach der Absage des Striezelmarkts in die Innenstadt. Ohne Corona wäre der Schwibbogen eine Art Feldherrenhügel für Sigrid Försters kritische Augen. Von hier kann man den Markt mit am besten überblicken.
Nur wenige verirren sich 2020 nach der Absage des Striezelmarkts in die Innenstadt. Ohne Corona wäre der Schwibbogen eine Art Feldherrenhügel für Sigrid Försters kritische Augen. Von hier kann man den Markt mit am besten überblicken. ©  Thomas Kretschel

Bis zum Schluss hatte die Marktchefin gehofft, dass die Lichter des Striezelmarkts auch dieses Jahr angehen und das wichtigste Tourismusereignis des Jahres seinen Lauf nehmen kann: 2,5 Millionen Gäste, 48 Millionen Euro Umsatz.

Mehr als die Hälfte der Touristen kommt in der Adventszeit nur wegen des Striezelmarkts. Wochentags sind es 40.000 Besucher, freitags um die 90.000 und am Wochenende jeden Tag bis zu 130.000. Nur das Stollenfest mit Umzug zieht 150.000 Menschen an. „Da stehen die Leute so eng, dass nicht einmal eine Rosine zwischen denen runterfallen könnte.“ .

Dabei sah es im Frühjahr so aus, als könnte trotz der Pandemie alles noch gut werden. Erst haben Sigrid Förster und ihre Kollegen Soforthilfen über zehn Millionen Euro beantragt und wochenlang im Zweischichtsystem an Gewerbetreibende ausgezahlt, die plötzlich keine Arbeit mehr hatten.

Parallel dazu die Wochenmärkte organisiert und ein Konzept für den Striezelmarkt gemacht, ab dem Frühjahr Händler-Bewerbungen gesichtet, die 233 Standplätze zugewiesen, das Kulturprogramm mit der Agentur ausgearbeitet, die Aufbaupläne eingetaktet. Der Baum zuerst, dann die Aufbauten und am Ende die Hütten. Allein das ist eine Wissenschaft für sich.

Als Abteilungsleiterin kommunale Märkte sorgt Sigrid Förster im Frühjahr dafür, dass die Abstandsregeln auf dem Wochenmarkt auf der Lingnerallee eingehalten werden.
Als Abteilungsleiterin kommunale Märkte sorgt Sigrid Förster im Frühjahr dafür, dass die Abstandsregeln auf dem Wochenmarkt auf der Lingnerallee eingehalten werden. © Sven Ellger

„Wir waren richtig ausgepowert, weil wir wahnsinnig viel gleichzeitig gemacht haben und alles ständig im Fluss ist.“ Manchmal habe sie gedacht: „Großer Gott, wie ist das alles zu schaffen.“ Ihr Mann habe sich einiges anhören müssen in dieser Zeit. Einen Komplettausfall des Striezelmarkts hätte Sigrid Förster vor Corona für unmöglich gehalten.

Dabei hat sie schon einige turbulente Momente erlebt. 2005 tobt ein Orkan über den Markt, reißt eine Bude weg und biegt den Weihnachtsbaum. Das Märchenschloss und eine Schneemanngruppe entgehen nur knapp der vollständigen Zerstörung. Förster sperrt den Markt und räumt mit auf. Die Hochzeit ihres Bruders verpasst sie deshalb. Der Job geht vor.

Der Streit um die Tradition

2009 bestimmt der Streit um die Neugestaltung des Striezelmarkts das Geschehen. „Da kommen Leute, die einem sagen: ‚So wie ihr das bisher gemacht habt, ist das nix.‘“ Vom neuen Konzept ist die Marktchefin erst nicht überzeugt. „Das gab einen Aufschrei in der Bevölkerung, die Dresdner fanden es doof, dass die Budengassen wegfielen und vor allem das Heiligtum Märchenschloss“, sagt Förster.

Alles sollte luftiger werden. Die Händler befürchteten einbrechende Umsätze. „Heute spricht niemand mehr darüber, weil das Konzept ein Erfolg und total selbstverständlich ist.“ So im Fokus der Öffentlichkeit zu stehen, behagt Sigrid Förster nicht so sehr, „Man bekommt immer sofort eins zu eins gespiegelt, ob es gut war oder nicht, aber das ist ja auch Wertschätzung.“

Die Anspannung beim Transport der riesigen Striezelmarktfichte spürt Sigrid Förster jedes Mal aufs Neue. Schon das Verladen ist eine Wissenschaft für sich.
Die Anspannung beim Transport der riesigen Striezelmarktfichte spürt Sigrid Förster jedes Mal aufs Neue. Schon das Verladen ist eine Wissenschaft für sich. © Egbert Kamprath

2012 spottet die ganze Stadt über den Striezelmarktbaum, der etwas schief und kränklich daherkommt. Die Stadt führt deshalb ein Baum-Casting ein. Privatleute dürfen Exemplare aus dem eigenen Garten vorschlagen. Das klappt beim ersten Mal gut. Mit Kränen wird der Bürgerbaum auf einen Spezialtransporter gehoben und nach Dresden gefahren.

Ein Jahr später, ein neuer Baum soll in Kreischa verladen werden, bricht das erwählte Exemplar auseinander. „Das war schlimm, weil wir mit einem Riesenaufwand Straßen sperren und teilweise Verkehrsschilder abflexen müssen, damit der Holztransporter mit Polizeibegleitung überall durchkommt.“ So etwas von einem Tag auf den anderen zu verlegen, gehe nur, wenn man schon jahrelang vertrauensvoll zusammenarbeite.

Für den Weihnachtsbaumtransport haben Sigrid Förster und ihr Team eine ausgeklügelte Logistik ersonnen. Die Polizei sichert den Langholtransport ab, für den auch schonmal Brückengeländer und Verkehrsschilder weggeflext werden müssen.
Für den Weihnachtsbaumtransport haben Sigrid Förster und ihr Team eine ausgeklügelte Logistik ersonnen. Die Polizei sichert den Langholtransport ab, für den auch schonmal Brückengeländer und Verkehrsschilder weggeflext werden müssen. © Matthias Rietschel

2016 beschert dem Striezelmarkt Terrorangst und Schweigeminuten, nachdem ein Islamist mit einem Lkw einen Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz verübt hat, bei dem elf Menschen sterben und fast 70 verletzt werden. „Ich hab meinen Sohn angerufen, weil der nicht weit weg davon wohnte.“

Im Job muss sich Sigrid Förster nun mit Gefahrenprognosen auseinandersetzen und Lkw-Sperren, die inzwischen Standard sind. Auch Vandalismus gehört zum Markt wie Glühweinduft. „Diesmal hat jemand einen Weihnachtsmann aus dem großen Schwibbogen gerissen“, sagt Förster. Ein Ohr des Krippen-Esels wurde abgebrochen.

Baum ist Erster und Letzter

Loslassen können wird Sigrid Förster wohl nicht so einfach, fürchtet sie. „Auch wenn ich dann endlich Zeit habe, andere Weihnachtsmärkte entspannt zu besuchen.“ Wie auch, wenn der Striezelmarkt fast wie ein eigenes Kind ist.

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Vielleicht ist es auch deshalb so schwer, weil es keinen richtigen Abschied geben kann. Kein Aufatmen, wenn sich ab 24. Dezember Stille über dem Striezelmarkt ausbreitet. Kein Aufräumen mit ihren Mitarbeitern. Keine Entsorgung von Grünzeug und Reisig, das bis Silvester weg muss, damit eine verirrte Rakete keinen Großbrand auslöst.

Es ist nicht wirklich tröstlich, dass dieses Jahr auch nicht geböllert werden kann. Nur der Striezelmarktbaum folgt seinem immer gleichen Zyklus bis zum Abbau im Januar. Er ist das Erste und das Letzte auf dem Striezelmarkt. Corona hin oder her.

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