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Striezelmarkt soll mit Einschränkungen öffnen

Die letzten Vorbereitungen zur Eröffnung des Weihnachtsmarktes laufen. Doch er wird dieses Mal anders aussehen.

Von Christoph Springer
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Der Striezelmarkt sieht in diesem Jahr nur aus der Entfernung aus, wie immer. Wegen Corona gibt es einige Änderungen.
Der Striezelmarkt sieht in diesem Jahr nur aus der Entfernung aus, wie immer. Wegen Corona gibt es einige Änderungen. © Matthias Rietschel

Dresden. Die Stadt bleibt dabei: Trotz Rekordinzidenz, übervoller Krankenhäuser und hunderten neuer Corona-Fällen pro Tag soll am Montag der Striezelmarkt öffnen. Dabei soll möglichst viel so bleiben, wie es bei den vorangegangenen Auflagen war. Doch die Änderungen, die Corona und die geltenden Schutzregeln zur Folge haben, sind auf den ersten Blick zu erkennen. Außerdem gibt es in diesem Jahr Neuerungen an einzelnen Ständen, die Besucher werden zudem merken, dass nicht alles so läuft, wie sie es kennen. Denn die Pandemie zwingt die Verantwortlichen zu Einschränkungen, Traditionelles fällt weg und Buden fehlen. Und es könnte noch schlimmer kommen.

Weniger Angebot, mehr Platz

Damit sich die Besucher besser auf dem Altmarkt verteilen, gibt es weniger Stände. Um 20 Prozent hat der Striezelmarkt abgespeckt. Von den sonst üblichen reichlich 230 Ständen bleiben 2021 etwas mehr als 180. Der so gewonnene Platz soll helfen, das Publikum "in Bewegung" zu halten, sagt Robert Franke, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung. Denn das gehört zu den wichtigsten Auflagen: Es soll Flanier- und Verweilbereiche geben, und viel Bewegung hilft, dafür zu sorgen, dass es in den Verweilbereichen nicht zu eng wird.

Die Stadt geht davon aus, dass der Striezelmarkt am Montag öffnen kann.
Die Stadt geht davon aus, dass der Striezelmarkt am Montag öffnen kann. © Matthias Rietschel

Ständige Erinnerung an die Coronaregeln

Es gilt zwar keine Maskenpflicht auf dem Striezelmarkt, die Stadt empfiehlt aber, eine Maske zu tragen. Daran erinnern Lautsprecherdurchsagen, Schilder und Hinweise an den Buden. An den Ständen sollen ab Montag auch Hinweise darauf hängen, wo sich Verweilbereiche befinden. Abgrenzungen in den Hütten, etwa aus Plexiglas, sollen Ausgabebereiche von denen abtrennen, an denen zum Beispiel gebrauchte Tassen zurückgegeben werden.

Alkoholausschank endet früher

Anders als auf dem Weihnachtsmarkt in Leipzig wird es auf dem Striezelmarkt trotz Corona Glühwein geben. Aber nicht mit Schuss, jedenfalls nicht mit einem kräftigen. Schnaps ist nicht erlaubt, höchstens 15-prozentiger Alkohol, sagt Franke. Und noch eine Neuerung: Ausschankschluss ist an allen Tagen eine Stunde vor dem Striezelmarktende.

Verzicht auf beliebte Programmpunkte

Abgesehen davon, dass die sonst üblichen Feste an den Wochenenden ausfallen, unter anderem also das Stollenfest und das Pyramidenfest, entfällt in diesem Jahr auch das Bühnenprogramm. Dabei sollte eigentlich die sächsische Bergbautradition im Mittelpunkt stehen, die auch Thema ist bei den Bildern auf den Striezelmarkt-Tassen. Das Programm wurde komplett abgesagt, damit sich keine Menschenansammlungen vor der Bühne bilden. So solle ein "Magneteffekt" verhindert werden, sagt Franke. Weihnachtsmusik soll aber trotzdem zu hören sein, sie wird per Lautsprecher eingespielt.

Fehlen werden auch "beliebte Indoorangebote". So drückte sich Franke bei der Beschreibung der Hütten aus, die besonders Kinder anziehen: die Weihnachsbäckerei, das Wichtelhaus und das Pflaumentoffelhaus wurden nicht aufgebaut. Der dadurch frei gewordene Platz soll ebenfalls dazu beitragen, dass sich die Besucher nicht zu nahe kommen.

Hygiene-Polizei auf Streife

Die Stadt hat eine "Hygiene-Polizei" organisiert. Das sind 20 eigens dafür angestellte Mitarbeiter, die die Besucher in den Verweilbereichen, also vor den rund 40 Imbissbuden und den Glühweinständen überwachen. Sie sollen notfalls dafür sorgen, dass sich dort nicht zu viele Menschen versammeln und bekommen dabei - falls nötig - auch Unterstützung vom Ordnungsamt und der Polizei.

Außerdem wurden die Hütten mit Speisen und Getränken in diesem Jahr anders verteilt. Setzte die Stadt bislang auf "Inseln", wo mehrere Hütten zusammenstanden, so sei jetzt dafür gesorgt worden, dass es möglichst viel Abstand zwischen diesen Ständen gibt, erklärt Franke.

Die Striezelmarkttassen links und rechts erinnern an die sächsische Bergbautradition, die Kindertasse in der Mitte hat in diesem Jahr ein Aschenputtel-Motiv.
Die Striezelmarkttassen links und rechts erinnern an die sächsische Bergbautradition, die Kindertasse in der Mitte hat in diesem Jahr ein Aschenputtel-Motiv. © Matthias Rietschel

Stadt sieht sich für strengere Regeln gerüstet

Es wird erwartet, dass das sächsische Kabinett an diesem Freitag strengere Corona-Regeln beschließt, die dann ab Montag gelten. Dazu könnte gehören, dass Ungeimpfte an vielen Orten ausgeschlossen sind. Sollte das zum Beispiel für die Verweilbereiche auf dem Striezelmarkt gelten, soll die "Hygiene-Polizei" stichprobenartig kontrollieren, ob sich dort auch wirklich nur Geimpfte oder Genesene aufhalten.

Franke gibt sich optimistisch. "Wir glauben, dass wir mit unseren Maßnahmen vorbereitet sind für den möglichen Start am Montag", sagt der Amtsleiter. Die Stadt nehme die Corona-Regeln sehr ernst und habe lange an einem machbaren Konzept für den Striezelmarkt unter den aktuellen Bedingungen gearbeitet. "Es ist ein Konzept, dass sehr stark auf Bewegung und Entzerrung setzt", erklärt Robert Franke.

Absage ist noch nicht vom Tisch

Der Amtsleiter schließt nicht aus, dass weiter steigende Coronazahlen auch das Aus für den Striezelmarkt 2021 zur Folge haben könnten. Vor allem dann, wenn die Schutzverordnung zur Eindämmung der Pandemie weiter verschärft wird. Wenn es dann "Rahmenbedingungen gibt, die wir nicht erfüllen können", könnte das vorzeitige Ende des Weihnachtsmarktes kommen. Dann müsse über Entschädigungen für die Händler nachgedacht werden, so Franke.