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ADAC: "Augenmaß" fehlt bei Dresdner Plänen für die DVB

Von einer "Behinderungspolitik" spricht der ADAC und kritisiert, dass Busse und Bahnen in Dresden schneller werden sollen - zuungunsten von Autofahrern.

Von Christoph Springer
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Nicht nur auf der "Königsbrücker" wollen die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) schneller vorankommen. Der ADAC meldet Bedenken an.
Nicht nur auf der "Königsbrücker" wollen die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) schneller vorankommen. Der ADAC meldet Bedenken an. © Archiv/Sven Ellger

Dresden. Der ADAC in Sachsen wendet sich gegen den aktuellen Plan der Stadtverwaltung und der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) für eine schnellere Reisegeschwindigkeit von Bussen und Straßenbahnen in Dresden. Das sei eine "Behinderungspolitik, die sich gezielt gegen das Auto richtet", stellen die Verantwortlichen fest.

Dabei legen sie Wert auf den Hinweis, der ADAC Sachsen stelle sich nicht grundsätzlich gegen eine Förderung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Er sei in allen größeren Städten ein wichtiges Rückgrat des Verkehrssystems. Aber die jetzt vorgeschlagenen und bisher bekannt gewordenen Maßnahmen für die ÖPNV-Beschleunigung ließen "das nötige Augenmaß vermissen".

Es geht um Vorschläge, die Stadt und DVB Mitte dieser Woche genauer erklärt haben. Demnach sollen unter anderem auf der Tolkewitzer Straße in Blasewitz, auf der Fetscherstraße in der Johannstadt und in Striesen, auf der Marienbrücke, in Altcotta und auf der Maxim-Gorki-Straße in Trachenberge Maßnahmen Neuerungen eingeführt werden, um Busse und Bahnen schneller zu machen. Die Vorschläge: Neue Busspuren, Gleissperrungen für den Autoverkehr, geänderte Ampelschaltungen und weniger Parkplätze.

Verkehrsklima in Dresden wird belastet

Helmut Büschke, Vorstandsmitglied für Verkehr und Technik des ADAC Sachsen, erklärt dazu, die "plakative Ankündigung" dieser "Negativ-Anreize" für den Autoverkehr drohe, das Verkehrsklima in Dresden "deutlich zu belasten". Außerdem stellt er infrage, dass die Folge tatsächlich der von den DVB prognostizierte Umstieg vom Auto in Bus und Bahn wäre.

Die Verantwortlichen des Nahverkehrsunternehmens rechnen damit, dass sie mit den jetzt geplanten Maßnahmen pro Jahr rund zwei Millionen Euro Betriebskosten sparen und durch neue Fahrgäste zusätzlich etwa eine Million Euro einnehmen.

"Das Auto ist für die Nutzer kein Selbstzweck, sondern wichtig für die Aufrechterhaltung der persönlichen Mobilität", stellt der ADAC fest. Sollten die Pläne umgesetzt werden, sei mit Schleichverkehr durch Wohngebiete, illegales Linksabbiegen oder längeren Umwegfahrten sowie Parken auf gesperrten Flächen zu rechnen.

Dass Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (Grüne) auch angekündigt hat, im Vorfeld die Auswirkungen für alle Verkehrsträger intensiv zu prüfen, begrüßt der Automobilclub. Er fordert, die Ergebnisse dieser Prüfungen sollten öffentlich gemacht und diskutiert werden, insbesondere mit den Anwohnern.