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Die Dresdner haben entschieden: Das sind die Leitziele für Mobilität

Wie die Dresdner sich künftig fortbewegen wollen, welche Schwerpunkte dafür gesetzt werden - darüber ist eine Grundsatzentscheidung getroffen worden. Erstmals haben auch Bürger mit entschieden.

Von Andreas Weller
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Wie sich die Dresdner künftig durch die Stadt bewegen, dazu gibt es nun Leitziele.
Wie sich die Dresdner künftig durch die Stadt bewegen, dazu gibt es nun Leitziele. © Marion Doering

Dresden. Die Stadtverwaltung arbeitet am Mobilitätsplan 2035+ für Dresden. Dieser wird Grundlage für die weitere Planung für Rad- und Fußwege, Straßen, öffentlichen Nahverkehr und vieles mehr. Nun ist eine erste Entscheidung gefallen, die die konkreten Leitziele festlegt. Welche das sind und wie diese entstanden sind.

Welche Leitziele sind gesetzt?

Diese Ziele sind in der folgenden Rangfolge beschlossen:

  • Klima: Das Verkehrssystem leistet einen Beitrag zur erforderlichen CO2‐Minderung.
  • Erreichbarkeit: Alle Ziele sind für Bürger und die Wirtschaft im gesamten Stadtgebiet verlässlich und mit geeigneten Verkehrsmitteln erreichbar.
  • Teilhabe: Alle Bevölkerungsgruppen können das Dresdner Verkehrssystem barrierefrei, einfach und komfortabel nutzen.
  • Verkehrssicherheit: Das Verkehrssystem wird so umgestaltet, dass es weniger Unfälle mit Toten und Schwerverletzten gibt. "Vision Zero" als Ziel für 2035.
  • Gesundheit: Der Verkehr wird leiser und sauberer und Dresden hält die Grenzwerte für Lärm und Luftqualität ein. Das Verkehrssystem fördert aktive Mobilität.
  • Stadtverträgliche Verkehrsmittelwahl: Fuß- und Radverkehr sowie ÖPNV mit multimobilen Angeboten haben bis 2035 mindestens 75 Prozent Anteil am Stadtverkehr. Die Mobilitätsbedürfnisse können ohne eigenes Auto erfüllt werden.
  • Kurze Wege: Im Alltag sind alle Ziele mit Fuß, Rad oder ÖPNV gut erreichbar.
  • Stadtraumqualität: Straßen und Plätze werden so gestaltet, dass für Menschen Lebens-, Bewegungs-, Aufenthalts- und Kommunikationsräume entstehen - mit intensiver Begrünung.
  • Regionale Anbindung: Dresden und die Region sind verkehrlich gut vernetzt. Mehr als 50 Prozent der Besucher und Berufspendler nutzen bis 2035 ÖPNV und Fahrrad.
  • Mobilitätsmanagement: Alle Akteure übernehmen Verantwortung für nachhaltige Mobilität ihrer Kunden, Besucher oder Mitarbeiter und unterstützen Alternativen zum privaten Auto.
  • Wirtschaftlichkeit: Das Verkehrssystem wird krisenfest, gemeinwohlorientiert und schont die natürlichen Ressourcen. Die Kosten für klimaneutrale Mobilität werden fair zwischen Wirtschaft, öffentlicher Hand und Bürgerschaft verteilt.
  • Energie‐ und Flächeneffizienz: Der Energieverbrauch für Verkehr sinkt deutlich. Verkehrsanlagen werden flächeneffizient gebaut.
  • Innovation und Technologie: Dresden setzt auf innovative Verkehrssteuerung, Digitalisierung und Automatisierung.
  • Mobilitätskultur: Respekt und Rücksichtnahme bestimmen unser Miteinander. Die Bedürfnisse des Einzelnen und des Gemeinwohls werden abgewogen.

Wie sind diese Ziele entwickelt worden?

Der sogenannte Dresdner Mobilitätsdialog hat mehrfach dazu getagt. In diesem Gremium sitzen 62 Mitglieder, darunter 25 zufällig ausgewählte Dresdner, Stadträte, Vertreter der Wissenschaft, Wirtschaft, des Handwerk, von Verbänden, Vereinen, Institutionen und der Stadtverwaltung.

Die 14 Leitziele sind die Punkte, in denen Konsens erzielt wurde. Die Rangfolge wurde dann in einer Onlinebefragung der Stadt festgelegt. An dieser beteiligten sich 3.776 Dresdner. Der Mobilitätsdialog bestätigte diese schließlich. Im Dezember hat der Stadtrat diese, mit einigen Hinweisen, beschlossen.

Wie geht es weiter?

Das Amt für Stadtplanung und Mobilität arbeitet aktuell an einer Strategie für die Mobilität der Zukunft, also dem Dresdner Mobilitätsplan 2035+. Als Nächstes werden Szenarien entwickelt, wie die Ziele erreicht werden können. Diese werden erneut in dem großen Gremium und anschließend im Stadtrat diskutiert.

Dresdens Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (Grüne) spricht von einem Meilenstein. "Der Mobilitätsplan soll eine urbane, lebenswerte Stadt erhalten und wirksame Antworten auf die Klimakrise geben. Er reagiert auf aktuelle Herausforderungen. Das sind vor allem Kohlendioxid-Minderung, Digitalisierung, automatisiertes Fahren, Sharing und barrierefreie Mobilität."