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Augustusbrücke: Datum für Freigabe steht fest

Seit mehr als vier Jahren wird die Dresdner Elbbrücke saniert. Jetzt ist das Ende der Arbeiten in Sicht. Für Autofahrer bleibt die Brücke aber tabu.

Seit 2017 wird die Augustusbrücke saniert. Jetzt nähern sich die Arbeiten dem Ende.
Seit 2017 wird die Augustusbrücke saniert. Jetzt nähern sich die Arbeiten dem Ende. © Sven Ellger

Dresden. Die denkmalgerechte Sanierung der Augustusbrücke ist fast geschafft. In den nächsten Monaten soll das Bauwerk, das die historische Dresdner Altstadt mit der Neustadt verbindet, Stück für Stück freigegeben werden. Wann die Straßenbahnen wieder über die Elbquerung rollen, welche Fahrzeuge darüber hinaus noch über die Brücke fahren dürfen und ob Theaterplatz und Schloßplatz pünktlich vorm Stadtfest wieder frei sein werden: Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wann wird die Augustusbrücke freigegeben?

Zunächst wird die Brücke vollumfänglich für Fußgänger und Radfahrer freigegeben. Fußweg und Straße sollen in der Woche vom 16. September wieder auf ganzer Breite befahrbar sein, kündigte Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne) am Mittwoch an. Das heißt, Fußgänger haben dann die extrabreiten Fußwege für sich allein, Radfahrer die Straße.

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Etwas länger müssen sich Straßenbahn-Fahrgäste gedulden. Voraussichtlich im Dezember können die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) wieder Trams über die Brücke rollen lassen. Dann werden die Linien 4, 8 und 9 keine Umleitung mehr über die Marien- beziehungsweise die Carolabrücke fahren.

Warum können die Straßenbahnen erst so spät fahren?

Das liegt daran, dass das Gleisdreieck am Neustädter Markt umgebaut werden muss. So wird unter anderem der Gleisabstand erhöht, damit die neuen, breiteren Straßenbahnen auch an dieser Stelle fahren können. Die Arbeiten haben Mitte Juni begonnen und werden voraussichtlich bis zum Ende des Jahres dauern. Schon eher werden die neuen Gleise mit den bestehenden am Theaterplatz verbunden. Das soll bereits Mitte September passieren.

Am Neustädter Markt wird aktuell das Straßenbahn-Gleisdreieck umgebaut.
Am Neustädter Markt wird aktuell das Straßenbahn-Gleisdreieck umgebaut. © Sven Ellger

Was heißt die Freigabe für Autofahrer?

Autofahrer werden die Brücke auch in Zukunft nicht befahren dürfen. So hatte es der Stadtrat beschlossen, um zwischen Alt- und Neustadt eine Art von Boulevard zu schaffen. Nur Straßenbahnen, Rettungsfahrzeuge, Stadtrundfahrten und Taxis dürfen die Augustusbrücke weiter nutzen. Die Stadt hält die Sperrung für vertretbar. Mit 6.200 Kraftfahrzeugen täglich ist sie relativ selten befahren worden.

Was passiert jetzt noch bis Mitte September?

Zum einen müssen die Sandsteinbrüstungen elbabwärts noch vervollständigt werden. Zum anderen werden die neuen Gleise, die aktuell nur von der Altstädter Seite bis zur Brückenmitte reichen, bis zum Neustädter Markt verlängert. Dort, wo die Schienen schon liegen, sind Arbeiter derzeit dabei, das Gleisbett zu pflastern. Dies ist aufwendig, da jeder Stein per Hand gelegt und festgeklopft werden muss. "Das ist sehr viel Handarbeit", sagt Dresdens Straßen- und Tiefbauamtschefin Simone Prüfer.

Mario Tischer kümmert sich auf der Augustusbrücke um die neuen Straßenbahngleise.
Mario Tischer kümmert sich auf der Augustusbrücke um die neuen Straßenbahngleise. © Sven Ellger

Warum hat die Sanierung so lange gedauert?

Tatsächlich sollte die Augustusbrücke längst fertig saniert sein. Doch das rund 28 Millionen Euro teure Projekt habe so einige Überraschungen bereitgehalten, sagt Prüfer. Das fing mit einem verspäteten Baustart im Jahr 2017 an und setzte sich beim Sandstein fort. Die Denkmalschutzbehörde hatte gefordert, so viele alte Steine wie möglich zu erhalten. Doch viele davon seien einfach nicht mehr verwendbar gewesen, unter anderem deshalb, weil weniger stabiler Cottaer Sandstein verbaut war. "Es war schlichtweg mehr Neumaterial nötig als geplant. Und das hat Zeit gekostet."

Noch sind nicht alle alten Sandsteine in der Brückenbrüstung verbaut.
Noch sind nicht alle alten Sandsteine in der Brückenbrüstung verbaut. © Sven Ellger

Andere Steine, die von außen eher verwittert und lose aussahen, ließen sich kaum entfernen. Schuld daran sei der hartnäckige Fugenmörtel gewesen. Die meisten Sandsteine hätten wie Pech und Schwefel zusammengeklebt, so Prüfer weiter. "Schweres Gerät ist da tabu, um die Steine nicht zu beschädigen. Hier wurde mit kleineren Sägen, Keilen und viel Kraftaufwand gearbeitet."

Neben coronabedingten Sandstein-Lieferengpässen und Personalausfällen auf der Baustelle mussten aufwendige Schutzmaßnahmen für die ansässigen Mehlschwalben ergriffen werden. "Die denkmalgerechte Sanierung einer Brücke ist immer ein Prozess, der sich im Vorhinein schlecht planen lässt. Niemand kann vorher in das Brückeninnere schauen und sagen, was einen bei der Sanierung dort erwartet. Das ist nicht vergleichbar mit einem Brückenneubau."

Und wann werden Theater- und Schloßplatz frei sein?

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