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Hochwasser in Dresden geht langsam zurück

Zwischenzeitlich ist der Elb-Pegel in Dresden drastisch angestiegen. Die aktuellen Entwicklungen am Wochenende.

Zeitweise mussten am Samstag Teile des Elberadwegs aus Sicherheitsgründen gesperrt werden.
Zeitweise mussten am Samstag Teile des Elberadwegs aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. © Tino Plunert

Update Samstag 20 Uhr: Das Hochwasser bewegt sich langsam zurück. Um 19.45 liegt die Elbe in Dresden bei einem Wasserstand von 4,54 Meter. In den vergangenen Stunden ist dieser damit sieben Zentimeter gesunken.

Update Samstag 14.50 Uhr: Inzwischen hat der Elbpegel seinen vorläufigen Höchststand von 4,61 Meter erreicht und sinkt zentimeterweise auf derzeit 4,60 Meter. Zeitweise müssen Teile des Fahrradweges auf Altstädter Seite gesperrt werden. Auch in der Nähe des Blauen Wunders schwappt der Fluss stellenweise über den Radweg.

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Straßensperrungen sind nach Auskunft der Polizei jedoch nicht nötig. Zahlreiche Neugierige und Spaziergänger wollen sich derweil vor Ort ein Bild von der Lage machen.

Die Elbe hat inzwischen ihren vorläufigen Höchststand erreicht. Jetzt kommt der Schnee.
Die Elbe hat inzwischen ihren vorläufigen Höchststand erreicht. Jetzt kommt der Schnee. © Christian Juppe

Update Freitag 18.50 Uhr: Der Elbpegel hat in Dresden mittlerweile einen Stand von über vier Metern erreicht. Prognosen gehen davon aus, dass er im Laufe des Abends und Wochenendes weiter steigen, allerdings die Fünf-Meter-Marke nicht erreichen wird. Ab dieser gilt Hochwasser-Alarmstufe 2.

Am Freitagnachmittag überschritt der Pegel der Elbe in Dresden die Vier-Meter-Marke.
Am Freitagnachmittag überschritt der Pegel der Elbe in Dresden die Vier-Meter-Marke. © Tino Plunert

Update Freitag, 14.50 Uhr: Das Dresdner Umweltamt hat um 12 Uhr die Hochwasser-Alarmstufe 1 für die Elbe im Stadtgebiet Dresden ausgerufen. Infolge von Regen und Tauprozessen im gesamten tschechischen Elbeeinzugsgebiet sei es zu einem erheblichen Anstieg der Elb-Pegel gekommen.

Schon am Nachmittag soll die Elbe den Richtwert der Alarmstufe 1 - das sind vier Meter - erreichen. "Ein Anstieg in den Bereich der Alarmstufe 2 ist nach aktuell vorliegenden Kenntnissen nicht zu erwarten", so die Stadt.

Deshalb sperrte das Straßen- und Tiefbauamt wie angekündigt den Radweg in Niederwartha (Lotzebachbrücke) und den linksseitigen Elbradweg in Höhe des Schillergartens.

Aktuell beträgt der Wasserstand am Pegel Dresden-Augustusbrücke 381 cm, Tendenz steigend. Laut der aktuellen Prognose der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung wird der Elbpegel am Sonntag einen Höchststand von 4,55 Meter erreichen, die Stadt Dresden rechnet sogar mit bis zu 4,77 Meter bereits Sonntagfrüh.

Aufgrund der Lage werden weitere Sperrungen von Elbzugängen folgen, heißt es in einer aktuellen Mitteilung. Darunter: Der Treppenabgang hinter dem Ballhaus Watzke und an der Bautzner Straße in Höhe des Pavillons an der Waldschlößchenbrücke. An der Friedrich-Wieck-Straße wird die Absperrung in Höhe des Körnergartens hochgezogen.

Für die Vereinigte Weißeritz in Dresden wird derzeit keine Hochwassergefahr eingeschätzt. Das Flussbett in Dresden sei großzügig ausgebaut und der Wasservorrat in der Schneedecke im Erzgebirge überschaubar. In den Talsperren seien die Rückhalteräume frei.

Auch bezüglich des Lockwitzbaches wird gegenwärtig keine Gefährdung eingeschätzt, da die Niederschläge laut Vorhersage in den kommenden Tagen als Schnee fallen sollen.

Aktuelle Informationen zur Lage und die Wasserstände finden Sie hier.

Die Elbe führt so viel Wasser wie lange nicht.
Die Elbe führt so viel Wasser wie lange nicht. © dpa/Robert Michael

Hintergrund: Dresden droht Elbe-Hochwasser

Dresden. Das Hochwasser aus dem tschechischen Einzugsgebiet wird zum Wochenende auch Dresden erreichen. Das besagen Prognosen des sächsischen Landeshochwasserzentrums (LHWZ).

Demzufolge wird in Dresden in der Nacht von Freitag auf Sonnabend ein Anstieg des Elbpegels auf vier Meter an der Messstelle an der Augustusbrücke erwartet. Das würde bedeuten, dass die Alarmstufe 1 erreicht ist, bei der laut Festlegung des Landes die Gewässer beginnen auszuufern.

Experten rechnen damit, dass der Pegel stark steigt

Eine Hochwasserwarnung des LHWZ sei zu erwarten, teilte die Stadtverwaltung am Donnerstagnachmittag mit. Außerdem müsse damit gerechnet werden, dass der Pegel der Elbe zwischen Sonnabend und Sonntag noch weiter steigt, heißt es.

Das Straßen- und Tiefbauamt ist bereits in Alarmbereitschaft, erste Vorsorgemaßnahmen werden getroffen, so die Stadt. Ab einer Höhe von 3,50 Metern muss der Radweg in Niederwartha gesperrt werden, ab 3,70 Metern der linksseitige Elbradweg in Höhe des Schillergartens.

Bei 3,80 Metern müsste sogar eine Brückensperrung in Höhe Friedrich-Wieck-Straße, unterhalb des Körnergartens, vollzogen werden. Bei einem Pegelstand ab etwa 3,90 Metern würden weitere Absperrungen notwendig, heißt es.

Für diese Flüsse wurde schon vor Hochwasser gewarnt

Die Mitarbeiter des Straßen- und Tiefbauamtes werden, kündigt die Stadt an, ab Freitag sowie über das gesamte Wochenende die Absperrungen regelmäßig kontrollieren und auch weitere Bereiche sperren, sobald das nötig wird.

Am Freitagabend, so kündigt es der Wetterdienst wetter.com an, soll es in Dresden mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent beginnen zu regnen. Am Sonnabend erwarte die Stadt dann durchgehend Schneefall.

Die Albertbrücke am Freitagmorgen. Das Wasser steigt immer weiter.
Die Albertbrücke am Freitagmorgen. Das Wasser steigt immer weiter. © SZ/Julia Vollmer

Für die Obere Elbe, die Mulde und die Schwarze Elster hat das LHWZ bereits Hochwasserwarnungen herausgegeben. Besonders aus dem böhmischen Hochland droht Gefahr, weil dort gerade der Schnee abtaut und so Wasser in Richtung Elbe abtransportiert wird. Vermischt sich dies mit anhaltendem Schnee oder Regen, steigt auch der Pegel in Dresden schnell an.

In Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen sind durch Schmelzwasser bereits seit einigen Tagen viele Orte betroffen. Dort liegt der Pegel teilweise bei über 8,50 Metern. In Dresden richteten die beiden großen Fluten 2002 und 2013 riesige Schäden in der Stadt an, seitdem wird aktiv am Hochwasserschutz gearbeitet. 2002 erreichte die Elbe einen Rekordwasserstand von 9,40 Meter Höhe.

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Auf der Website der Stadt Dresden gibt es ein 3D-Modell zum Hochwasser. Wer wissen möchte, ab welchem Pegel das Wasser welche Flächen in der Stadt erreicht, kann sich dies auf einer Karte anzeigen lassen. (SZ/dkr)

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