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Dresden filmt Löcher und Risse auf den Straßen

Ab sofort ist ein spezielles Auto in der Stadt unterwegs. Was es kann, wo es im Einsatz ist und was mit den Bildern passiert.

2015 war Sebastian Grau mit dem Messfahrzeug in Dresden unterwegs. Nun fährt der Kamerawagen wieder durch Dresden.
2015 war Sebastian Grau mit dem Messfahrzeug in Dresden unterwegs. Nun fährt der Kamerawagen wieder durch Dresden. © Archiv/Sven Ellger

Dresden. Aus Rissen werden Löcher und die sind irgendwann so groß wie der Deckel einer Mülltonne. Vorbeugen hilft, auch kleine Risse müssen entdeckt werden. Deshalb hat die Stadt Fahrten mit einem besonderen Auto in Auftrag gegeben. Damit sollen rund 1.830 Dresdner Straßenkilometer untersucht werden.

Der orangefarbene Transporter mit einem Laserscanner, spezieller Messtechnik und Kameras auf dem Dach und am Heck fährt ab sofort durch die Stadt. Das Erfurter Ingenieurbüro Lehmann + Partner erfasst damit den Straßenzustand. Das Auto liefere konkrete Daten, die das Straßen- und Tiefbauamt dann als Planungsgrundlage nutze, so die Stadt.

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Erster Einsatz vor sechs Jahren

Neben Straßenschäden wie Schlaglöchern, Spurrinnen oder Buckeln können auch nur schwer erkennbare Unstimmigkeiten in der Längs- und Querebenheit der Straßenoberfläche sowie Rissbildungen erfasst und bewertet werden. Die Technik ist in Dresden nicht neu, bereits 2015 hat die Stadt eine solche Befahrung in Auftrag gegeben, auch damals waren die Erfurter im Einsatz. Nach der Messung lasse sich sogar abschätzen, wie sich der Zustand einer Straße in Zukunft verändern wird, sagt Simone Prüfer, die Leiterin des Straßen- und Tiefbauamtes. "Die Schlagloch-Entstehung kann quasi vorhergesagt werden."

Der aktuelle Auftrag kostet rund 312.000 Euro. Das Auto soll bis zum November im Einsatz sein - vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Die dann noch nicht erfassten Straßen werden im Frühjahr 2022 befahren.

Ergebnisse werden Basis für Finanzplanung

Die Stadtverwaltung weist darauf hin, dass die Kameras auf dem Messfahrzeug nur auf die Straßen gerichtet sind. Alle erfassten Daten dienten ausschließlich der Ermittlung des Fahrbahnzustandes. Werden dennoch personenbezogene Daten erfasst, also zum Beispiel Personen gefilmt, würden diese unkenntlich gemacht.

Auf Basis der ermittelten Zustandsdaten soll entschieden werden, wann und wo Straßenabschnitte erneuert werden müssen. Amtsleiterin Simone Prüfer dazu: "Das Straßen- und Tiefbauamt kann präzise festlegen, welche Straßen wann repariert werden müssen und welche eine grundhafte Sanierung benötigen." Das sei Voraussetzung dafür, wie viel Geld für diese Arbeiten im Haushalt der Stadt eingeplant werden müssen.

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